Marko Bulat: Das kroatische Top-Talent, dessen Wechsel zu Barca dramatisch scheiterte

Marko Bulat war schon auf dem Sprung zu Barca, doch dann kam Corona dazwischen. Auch Manchester City wollte den jungen Kroaten holen.

HINTERGRUND

Es war beim Mittagessen, als Marko Bulat von seinem Papa Josip überrascht wurde. Ein Erstligaklub habe angefragt, aus Spanien. Er machte es spannend. "Aber dann sagte er, dass Barcelona sich nach mir erkundigt hatte. Ich war total geschockt", erzählte der 19-jährige Mittelfeldspieler der kroatischen Sportzeitung Sportske Novosti.

Bulat ist eines der größten Talente Kroatiens, seit der U16 durchläuft er sämtliche Junioren-Nationalmannschaften. Schon mit 16 war er beim damaligen Zweitligisten HNK Sibenik, dem Klub aus seiner knapp 50.000 Einwohner zählenden Heimatstadt im Süden Kroatiens, Stammspieler geworden. Mittlerweile ist er bereits Kapitän des Teams, das er im Vorjahr zum Aufstieg führte und bei dem er nun einer der Hauptverantwortlichen dafür ist, dass man sich als Neuling in der ersten kroatischen Liga beachtlich schlägt.

Marko Bulat: Mit Barca "war praktisch schon alles vereinbart"

Doch eigentlich wollte er ja schon gar nicht mehr da sein, schließlich hatte im Frühjahr der große FC Barcelona angefragt. "Es war praktisch schon alles vereinbart", sagt Bulat. Der Flug nach Barcelona war gebucht, dort sollte der Wechsel im Beisein des damaligen Sportdirektors Eric Abidal in trockene Tücher gebracht werden.

Doch die mit der Coronavirus-Pandemie einhergehenden Einschränkungen im Flugverkehr verhinderten das. "Eric Abidal wartete auf uns beim Camp Nou, der Vertrag war schon fertig, und dann wurden an dem Abend in Europa die Grenzen geschlossen, die Flüge wurden gecancelt", erklärt Bulat.

Der kroatische U19-Nationalspieler, der vornehmlich als Sechser agiert, aber auch auf der Zehn spielen kann, weiß genau, welch riesige Chance ihm verwehrt wurde - zumal Abidal mittlerweile bekanntlich nicht mehr im Amt ist, seinen Posten bei Barca Mitte August räumte. "Mir ist klar, dass sie mich zur Weiterentwicklung wohl erstmal an einen anderen Klub verliehen hätten, aber allein die Tatsache, dass sie mich wollten – von einem damaligen Zweitligisten – sagt alles. (…) Mit diesem Vertrag hätte ich ausgesorgt. Sibenik könnte zehn Jahre ohne Budgetprobleme erste Liga spielen für das Geld."

Marko Bulat: "Mein Vater und Onkel waren bei Pep Guardiola"

Man habe zwar auch mit anderen Verantwortlichen der Katalanen danach noch gesprochen, richtig konkret wurde es allerdings nicht mehr. Und mit Manchester City war zudem ein weiterer europäischer Topklub an Bulat dran, auch aus diesem Transfer wurde allerdings nichts.

"Mein Vater und Onkel waren in England bei Pep Guardiola, sie haben alles durchgesprochen", sagt er. City wollte ihn zunächst an eines seiner Farmteams, den belgischen Zweitligisten Lommel SK, verleihen, damit er sich dort mit genügend Spielpraxis weiterentwickeln könne. "Aber das Team hatte meine Position bereits besetzt", erklärt Bulat.

Er ging also nicht zu City, blieb bei Sibenik. Und Bulat ist ja ohnehin noch jung, kann nun weiter in gewohnter Umgebung reifen, Verantwortung übernehmen und seinen Heimatklub weiter im Oberhaus etablieren. Bei sieben Einsätzen steht er in dieser Saison bis dato, alle davon über die vollen 90 Minuten (ein Tor, eine Vorlage).

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