HINTERGRUND
Wenn sie einen hochtalentierten Nachwuchsspieler schon "den Iniesta aus Stockport" nennen, kann er dann noch perfekter für Pep Guardiola und sein Manchester City geeignet sein? Vermutlich nicht. Und seit der vergangenen Woche verfestigt sich auf der Insel der Eindruck, dass Mittelfeldspieler Phil Foden beim englischen Top-Klub auf Sicht zu einem echten Star heranreifen kann.
Ausgelöst hat den Hype um den Teenager Pep Guardiola. Der ist zwar durchaus dafür bekannt, gerne mal euphorisch von seinen (jungen) Spielern zu schwärmen, doch die Worte, die er für Foden nach dessen Leistung im Test gegen Manchester United (0:2) fand, ließen dann doch aufhorchen.
Pep Guardiola "fehlen die Worte"
"Mir fehlen die Worte. Ich hätte gern die richtigen Worte für das, was ich gesehen habe", sagte der Katalane: "Ihr könnt euch glücklich schätzen, dass ihr das erste Spiel für die erste Mannschaft Manchester Citys von diesem Jungen gesehen habt." Weiter meinte er: "Seine Leistung war auf einem anderen Level."
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Foden erfüllt so viele Wünsche, die die City-Fans haben: Er stammt praktisch aus Manchester, seine Geburtsstadt Stockport liegt keine halbe Stunde mit dem Auto von der Großstadt im Nordwesten Englands entfernt. Seit der U9 spielt der Teenager im himmelblauen Trikot. Er ist glühender City-Anhänger und könnte das erste echte Eigengewächs seit langer, langer Zeit sein, das auch in der ersten Mannschaft für Furore sorgt. Oder wie Guardiola es formulierte: "Er ist 17 Jahre alt, spielt für City, kommt aus unserer Akademie, liebt den Klub, ist ein City-Fan und für uns ein Geschenk."
Foden ist, und da verspricht sein Spitzname "Iniesta aus Stockport" nicht zu viel, ein technisch begnadeter Spieler. Leichtfüßig, kaum vom Ball zu trennen, stark im Passspiel und dennoch robust. Einen wie ihn gab es auf der Insel lange nicht mehr. Den Telegraph erinnert Foden gar an Paul Gascoigne zu dessen kurzer Glanzzeit Mitte der 1990er Jahre.
Nun ist Foden nicht erst seit dem vergangenen Freitag einer der Hoffnungsträger des englischen Fußballs. In den Junioren-Auswahlmannschaften der FA gehört er stets zu den stärksten Spielern und im Mai führte er England ins Finale der Europameisterschaft. Für Citys U18 glänzte er in der vergangenen Spielzeit mit 17 Scorerpunkten in 20 Ligaspielen (elf Tore, sechs Assists). Im Dezember 2016 war er im Alter von 16 Jahren der drittjüngste Spieler der Klubgeschichte, der für ein Pflichtspiel nominiert wurde, als Pep Guardiola ihn in der Champions League gegen Celtic in seinen Kader berief. Später wurde er zu Citys Jugendspieler des Jahres gewählt.
Atemberaubende Passquote gegen United
Wie er sich dann aber vor wenigen Tagen in Houston gegen United, beim ersten Manchester-Derby außerhalb des Vereinigten Königreichs präsentierte, war aber doch noch einmal eine andere Hausnummer. Von den mehr als 65.000 Fans ziemlich unbeeindruckt war der Spielmacher in seinem ersten Einsatz für die erste Mannschaft prägend bei den Citizens.
Foden, der anschließend zu Citys Man of the Match gekürt wurde, lieferte starke Zuspiele in die Spitze, zwang Red-Devils-Keeper David De Gea zu einer Glanzparade und glänzte mit einer Passquote von 98 Prozent. Das Holz, aus dem Pep-Spieler geschnitzt sind!
Für Guardiola ist nicht zuletzt deshalb klar, dass Foden nicht nur für den Rest der Saisonvorbereitung, sondern vielleicht sogar über die ganze kommende Spielzeit weg mit den Profis des englischen Titelkandidaten trainieren wird. Peps Begründung: "Weil er etwas ganz Besonderes ist."
Dass er in der Tat etwas Besonderes ist, wusste man bei den Reddish Vulcans schon früh. Bei seinem Heimatverein unternahm er die ersten fußballerischen Schritte. Als er dann im Alter von sieben (!) Jahren zu City wechselte, veröffentlichten die Vulcans eine Abschiedsbotschaft. Darin hieß es: "Merkt Euch diesen Namen... Körperbeherrschung und ein linker Fuß, dass man es nicht glauben kann."


