LaLiga-Präsident Javier Tebas hat über die angespannte finanzielle Situation der spanischen Profiklubs aufgrund der Corona-Pandemie gesprochen. Wie der 58-Jährige beim "Marca Sport Weekend" erklärte, benötigen Real Madrid, der FC Barcelona und Co. rund 490 Millionen Euro, um ihre Spieler weiterhin bezahlen zu können.
"Wir haben immer noch einen Ausgabenüberschuss von rund 500 Millionen Euro, weil die Vereine ihre Spieler nicht aus ihren Verträgen lösen können", betonte Tebas: "Es gab einen Versuch, um die Lohnkosten zu senken. Wenn wir davon ausgehen, dass wir 45 Prozent des üblichen Ticketings einnehmen, und das wird nicht so sein, geben die Clubs 500 Millionen Euro zu viel aus."
LaLiga in Geldnot: Valencia, Barcelona und Real Madrid am stärksten betroffen
Der Liga-Boss führte aus: "Einige Vereine müssen weiter daran arbeiten, ihre Lohnkosten wieder zu senken. Die am stärksten betroffenen Vereine in Spanien sind Valencia, Barcelona, oder auch Real Madrid. Diese Vereine können ihre Spieler nicht loswerden. Um die Saison zu beenden, bräuchte der spanische Fußball rund 490 Millionen Euro, um die Ausgaben der Vereine bezahlen zu können."
Dabei werde nicht jeder Klub in gleichem Maß getroffen: "Wir haben uns 17 Klubs angesehen: Einige brauchen 100 Millionen Euro und andere drei Millionen Euro, aber vielleicht geht es denjenigen mit drei Millionen Euro schlechter als den anderen. Wir arbeiten daran, wie wir damit umgehen."
Getty ImagesBild: Getty ImagesLaLiga-Klubs kürzen Gehälter und Transferausgaben - Tebas: "Sie haben keine andere Option"
Die Kritik an den Klub kann Tebas dabei zum Teil nicht nachvollziehen. "Valencia spielt zum Beispiel nicht mehr in der Champions League und wird dafür kritisiert, dass sie Spieler verkaufen müssen, aber sie müssen verkaufen und Barcelona muss die Löhne ihrer Spieler senken, um die Saison zu beenden. Sie haben keine andere Option", führte der Spanier aus.
Aufgrund der Corona-Pandemie hat LaLiga weiterhin mit großen Umsatzausfällen zu kämpfen. So fanden seit der Unterbrechung im vergangenen März alle Spiele vor leeren Rängen statt. Die Geldknappheit schlug sich im letzten Transfersommer bereits in geringeren Ausgaben nieder.
"Sie versuchen, ihre Verluste mit ihren Ausgaben auszugleichen", erklärte Tebas dazu: "[Die anderen Ligen] befinden sich in einer komplizierteren Situation als wir, aber es ist überraschend, dass die Premier League 1,2 Milliarden Euro für Neuverpflichtungen ausgegeben hat."
