Thilo Kehrer Leon Goretzka FC Schalke 04 Borussia Dortmund 01042016getty Images

Kehrer kontert Aubameyang: "Brauche Gesicht nicht zu verstecken"

Maskenjubel, Tore und ein großer Aufreger - speziell der zweite Durchgang in der Veltins-Arena am Samstag hatte alles zu bieten, was ein gutes Derby braucht. Mittendrin war Schalkes Eigengewächs Thilo Kehrer, der bei seiner Derby-Premiere gegen Borussia Dortmund zum Ausgleich traf und sich nach der Partie von den Fans feiern lassen konnte. Doch nicht nur die Anhänger waren zufrieden mit der Leistung des Defensivspezialisten – auch Trainer, Manager und Teamkollegen waren voll des Lobes.

Die Analyse: Kehrer kontert Masken-Auba im 150. Derby

Als einer der gefragtesten Akteure des 150. Aufeinandertreffen zwischen blau-weiß und schwarz-gelb, durchlief der 20-Jährige im Anschluss an das 1:1-Remis zudem einen wahren Interview-Marathon. In der Mixed-Zone äußerte er sich auch gegenüber Goal.

Herr Kehrer, wie fühlt es sich an, im Revier-Derby vor der Nordkurve zum Ausgleich zu treffen?

Thilo Kehrer: Es ist ein Riesengefühl, einfach nur Gänsehaut – unglaublich.

Wussten Sie schon beim Schuss, dass er passt?

Kehrer: Ich habe gemerkt, dass ich den Ball richtig gut getroffen habe und er passen könnte.

Und wo war Ihre Maske?

Kehrer: (lacht) Ich brauche keine Maske. Ich brauche mein Gesicht nicht zu verstecken. (lacht)

Aufgrund der Verletzung von Sead Kolasinac haben Sie mehr oder weniger aus der Not heraus als Linksverteidiger gespielt. Wie war es für Sie auf dieser eher ungewohnten Position?

Kehrer: Ich habe schon mal auf links gespielt. Da Seo (Sead Kolasinac, Anm. d. Red.) leider ausgefallen ist, habe ich seine Rolle übernommen und habe einfach versucht meinen Job zu machen und meinen Teil beizutragen.

Manager Christian Heidel hat erklärt, Sie seien in der Hinrunde ungeduldig gewesen. Was hat er mit dieser Aussage genau gemeint?

Kehrer: Es ist doch klar, dass jeder Spieler spielen will. In der Hinrunde habe ich nicht so viel gespielt und erst gegen Ende meine Chance bekommen. Jetzt bin ich einfach froh, in der Mannschaft zu sein und meinen Teil beizutragen.

GFX Thilo Kehrer

Wie haben Sie den großen Aufreger in der Nachspielzeit erlebt - war es für Sie ein Elfmeter?

Kehrer: Ich habe gesehen, dass der Ball aus kurzer Distanz gegen die Hand von Bartra springt. Er hat sie schon ziemlich weit oben und es war nicht die natürlichste Handbewegung. Nach dem Spiel habe ich den Schiedsrichter noch gefragt und er meinte, er hätte es überhaupt nicht gesehen. Ich glaube, wenn er anders steht, sieht er es vielleicht noch klarer und wir bekommen den Elfmeter – wenn wir den machen, steht es 2:1.

Ist man trotzdem mit dem Remis zufrieden, wenn man bedenkt, dass Dortmund frühzeitig die große Chance hatte auf 2:0 zu erhöhen?

Kehrer: Betrachtet man den gesamten Spielverlauf, ist das 1:1 gerecht.

Im April geht es Schlag auf Schlag. Schon am Dienstag wartet Werder Bremen. Was erwarten Sie sich von diesem Spiel?

Kehrer: Das wird ein komplett anderes Spiel, denn Bremen spielt anders als Dortmund. Trotzdem werden wir uns gut darauf vorbereiten und versuchen dort 100 Prozent zu geben, um dort zu gewinnen.

Was hat Ihr Trainer Markus Weinzierl nach dem Spiel zu Ihnen gesagt?

Kehrer: Er hat mir zu meinem Tor und meiner guten Leistung gratuliert.

Leon Goretzka hat erzählt, dass er Ihnen schon vor dem Spiel prophezeit hat, dass Sie heute treffen – allerdings per Kopf.

Kehrer: Das stimmt, wir haben in der Kabine ein bisschen geflachst. Er meinte, es sei ein ganz guter Zeitpunkt für mich, mein erstes Bundesliga-Tor zu schießen. Eigentlich war es geplant nach einem Standard per Kopf, aber natürlich bin ich auch so überglücklich.

Wie sehr hat es Sie gepusht, zum ersten Mal für die U21-Nationalmannschaft nominiert zu werden?

Kehrer: Es ist ein Stück weit Bestätigung dafür, dass man einen guten Job macht und dass seine guten Leistungen anerkannt werden. Natürlich habe ich mich darüber gefreut und bin auch deshalb mit Selbstvertrauen ins Derby gegangen.

Abschließend: Müssen Sie der Mannschaft nach ihrem ersten Tor im Derby nun einen ausgeben, oder bekommen Sie einen ausgegeben?

Kehrer: (lacht) Das werden wir noch besprechen.

Folge Schalke-Reporter Robin Haack auf

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