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Karl-Heinz Rummenigge kritisiert Zuschauer-Maßnahmen: Fußball werden "Steine in den Weg gelegt"

09:40 MEZ 04.11.20
GER ONLY Karl-Heinz Rummenigge Bayern 2020
Der Fußball wird Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge mitunter zu kritisch gesehen. Die aktuelle Corona-Situation macht ihm derweil Sorgen.

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, hat sich entschieden dagegen gewehrt, dass dem Fußball während der Corona-Pandemie angeblich eine Sonderrolle zukomme. Außerdem ärgerte er sich darüber, dass die Münchner keine Möglichkeit hatten, ihr Coronakonzept zu testen.

"Immer wieder heißt es, der Fußball genieße eine Sonderrolle. Davon kann aber überhaupt keine Rede sein. Derzeit habe ich eher manchmal das Gefühl, dass dem Fußball Steine in den Weg gelegt werden, die teilweise nicht nachvollziehbar sind", erklärte er im Interview mit der Sport Bild.

FC Bayern - Karl-Heinz Rummenigge: "Der Fußball hatte nie eine Sonderrolle"

"Der Fußball hatte nie eine Sonderrolle, er hat sie auch nie verlangt - nur halte ich es auch nicht für fair, dass er für "Signalpolitik" benutzt wird, sagte Rummenigge weiter. Es sei nicht in Ordnung, beim Fußball immer wieder Konflikte hineinzuinterpretieren. BVB-Vorstandsboss Hans-Joachim Watzke pflichtete ihm bei: "Der Fußball hat keinen Bonus, noch nicht einmal im Ansatz."

Während der BVB sowie weitere Klubs unter Einhaltung von Hygienekonzepten ihre Stadien in den vergangenen teilweise mit bis zu 20 Prozent der Zuschauer füllen durften, war dies dem FC Bayern nicht erlaubt: "Damit wurde uns die Gelegenheit genommen, unser Top-Hygienekonzept zu präsentieren. Unser Konzept ist insgesamt sehr gut, und wir hätten gerne die Chance, das auch einmal in der Allianz Arena unter Beweis zu stellen."

"Trotz schlüssiger Konzepte", wie Watzke betonte, dürfe nur bis zu einem Inzidenzwert von 35 mit Zuschauern gespielt werden, "darüber nicht mehr. Dazu müssen wir jetzt auch stehen." Der BVB-Boss äußerte Verständnis für die Kritik von Rummenigge: "Es zehrt an den Nerven, wenn du siehst, dass das, was du in 15 Jahren wirtschaftlich aufgebaut hast, in einem Jahr plötzlich verschwindet."

BVB - Hans-Joachim Watzke: Ohne Geisterspiele "können wir einpacken"

Damit wolle Watzke die derzeitige Situation aber nicht verharmlosen: "Die Lage hat sich deutlich verschärft. Bei der Diskussion um den Fußball geht es aber nicht nur um Zahlen, Risiken oder Konzepte, sondern auch um Signale. Ich höre von vielen aus der Politik: 'Ihr habt ein tolles Konzept, ihr setzt es top um, aber ihr sendet auch Signale nach außen.'" Es würde vielerorts heißen: "Alle müssten Einschränkungen hinnehmen, nur der Fußball spiele einfach weiter."

Am wichtigsten sei es laut Watzke aus Sicht der Vereine momentan, weiter Geisterspiele durchführen zu können, denn: "Sonst könnten wir wirklich wirtschaftlich einpacken. Von Geisterspielen geht aus meiner Sicht nun wirklich keine Gefahr für die Bevölkerung aus." Sollten diese verboten werden, "würden wir uns mit aller Macht wehren. Dann würden auch noch die TV-Gelder wegbrechen, dann ginge es jedem Klub an die Substanz."

Rummenigge bangt neben den Finanzen auch um die Fußballkultur: "Je länger wir auf Fußball mit Zuschauern verzichten müssen, desto länger wird es dauern, diese Atmosphäre und Emotionen wiederherzustellen."