"Ich bin auch wütend, wenn ich große Spiele verliere und spreche dann über Dinge, nur um von der Leistung meines eigenen Teams abzulenken", reagierte Tuchel auf der Pressekonferenz nach dem Spiel süffisant auf die Anschuldigungen seines Gegenübers.
Jürgen Klopp "genervt" von PSG-Stars und Neymar
Die von Klopp geäußerten Vorwürfe, dass die PSG-Spieler durch übertriebene Theatralik Schiedsrichter Szymon Marciniak aus Polen beeinflusst hätten, wollte Tuchel so nicht stehen lassen. "Ich habe es nicht als so große Sache gesehen. Wir mussten viele Fouls hinnehmen", so Tuchel.
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Klopp hatte nach der Partie vor allem über PSG-Superstar Neymar gewütet. "Dass Neymar noch stehen kann, nach allem, was auf ihn eingeprasselt ist an harten Tackles, ist ja Wahnsinn. Jeder weiß das, und trotzdem wird es toleriert", sagte Klopp bei Sky durchaus sarkastisch über die teils überzogenen Schauspieleinlagen des Offensivspielers, der insgesamt sechsmal einen Freistoß zugesprochen bekam.
Getty ImagesNicht nur Neymar fand sich vermehrt am Boden wieder: "Es war so emotional. Immer, wenn einer auf dem Boden lag, bekam man das Gefühl, dass etwas ganz Schlimmes passiert ist, als würden alle bluten", legte Klopp bei DAZN nach und meinte weiter: "Jeder weiß, was sie machen wollen, vor allem, was Neymar machen will – und dann bekommen sie 50 Freistöße."
Klopp zeigte sich "genervt" vom Verhalten der PSG-Spieler: "So etwas kann mich wirklich in den Wahnsinn treiben. In der Gesellschaft wird es oft als 'clever' akzeptiert, damit tue ich mich total schwer. Zweimal in Folge haben wir die Fairplay-Tabelle in England gewonnen und heute stehen wir da und sehen aus wie Metzger. Das sind wir aber ganz bestimmt nicht."
Thomas Tuchel kontert Klopp: "Du musst nicht foulen"
Auch diese Attacke konterte Tuchel cool: "Du musst nicht foulen, wenn du mit einem Tor zurückliegst, aber sie haben in fünf Minuten zehn Fouls begangen."
Die Leistung von Schiedsrichter Marciniak aus Polen hat bei Klopp und seinem Team insgesamt keinen guten Eindruck hinterlassen. Der deutsche Trainer kritisierte nicht nur die lange Entscheidungsfindung vor dem Elfmeter für Liverpool, sondern auch, dass Marco Verratti nicht die Rote Karte für sein Foul an Joe Gomez gesehen hatte. "Das war direkt vor mir, deshalb habe ich es genau gesehen, wie er draufspringt. Wenn man die ganzen anderen Gelben Karten sieht, kann das nicht die gleiche Farbe sein. Das geht einfach nicht", so Klopp.
Insgesamt aber wollte Klopp die Niederlage nicht auf die Schiedsrichter-Thematik zurückführen. Sein Team habe auch nicht die Leistung gebracht, die nötig gewesen wäre, um Paris zu schlagen: "Trotzdem hilft es bei der Aufholjagd nicht", sagte er über die strittigen Entscheidungen.




