Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic: Wie läuft es für die Frankfurter Büffel bei ihren neuen Klubs?

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Die Büffelherde war einmal: Jovic, Haller und Rebic suchen ihr Glück mittlerweile im Ausland. Wie haben sich die drei bislang geschlagen?

HINTERGRUND

Nach einer überragenden Saison verließ die Büffelherde von Eintracht Frankfurt im Sommer geschlossen den Verein. Luka Jovic wechselte für 60 Millionen Euro zu Real Madrid, Sebastien Haller für 40 Millionen Euro zu West Ham United und Ante Rebic leihweise zum AC Milan. Wie läuft es für sie bei ihren neuen Klubs? 

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Luka Jovic (21 Jahre, für 60 Millionen Euro zu Real Madrid) 

"Ich weiß, dass ich meinem ersten Tor sehr nahe bin", schrieb Luka Jovic nach dem 2:0-Sieg gegen CA Osasuna am vorletzten Wochenende bei Instagram. In diesem Spiel war er nur einen oder höchstens vielleicht zwei Zentimeter davon entfernt - der Ball war sogar schon im Tor, doch die sogenannten kalibrierten Linien sagten danach: Nein! Und so muss Jovic weiterhin warten. Schon bei der U21-EM im Juni war er torlos geblieben und ist mit der serbischen U21-Nationalmannschaft bereits in der Gruppenphase punktlos gescheitert. 

Bei Real kam ihm zunächst eigentlich zu Gute, dass zum Saisonstart einige Offensivspieler verletzt fehlten - doch diese Chance nutzte er nicht. Bis auf zwei Ausnahmen kam Jovic bisher in jedem Pflichtspiel zum Einsatz, zweimal stand er sogar in der Startelf - ein Scorerpunkt gelang ihm jedoch noch keiner. So wie sein Selbstvertrauen in der vergangenen Saison von Spiel zu Spiel zu steigen schien, scheint es aktuell zu sinken. 

"Ein Fußballer von Real Madrid zu sein, ist das Schönste", sagte er nach seinem Wechsel, "und zugleich das Schwerste der Welt." Aktuell ist es für Jovic eher zweiteres. Und nun kommen nach und nach die vormals verletzten Offensivspieler zurück und in Form. Einfacher wird es für Jovic nicht.

Luka Jovic Real Madrid 2019-20

Sebastien Haller (25 Jahre, für 40 Millionen Euro zu West Ham United) 

Es scheint fast so, als sei Sebastien Haller für die Premier League geschaffen worden. Seine Kombination aus Physis und Technik passt perfekt in diese Liga. Für 40 Millionen Euro als Rekordeinkauf zu West Ham United gekommen, etablierte er sich direkt als Stammspieler. "Brillant" hätte er sich gar eingefügt, lobte neulich Kapitän Mark Noble. 

Bis auf eine Ausnahme spielte Haller jede einzelne Premier-League-Partie durch, jeweils als Solospitze in einem 4-1-4-1-System. Drei Tore und einen Assist verzeichnete er, besonders spektakulär war ein Fallrückziehertor gegen den FC Watford. Hallers Wichtigkeit für die Mannschaft geht aber schon jetzt über diese Zahlen hinaus. "Manche Stürmer arbeiten nicht besonders viel, wenn sie den Ball nicht haben", sagte Trainer Manuel Pellegrini. "Seb aber kämpft immer und beschäftigt die Innenverteidiger. Er ist ein kompletter Spieler." 

Hervorragend klappt auch schon das Zusammenspiel mit den beiden Flügelstürmern Felipe Anderson und Andrij Jarmolenko. Der ehemalige Dortmunder erzielte in der Premier League ebenfalls schon drei Treffer. Seit dem 1. Spieltag ist West Ham ungeschlagen und rangiert aktuell überraschend auf dem Europa-League-Startplatz fünf. 

Sebastian Haller West Ham 2019-20

Ante Rebic (26 Jahre, leihweise zum AC Milan) 

Wirklich viel verbindet Ante Rebic und den AC Milan bisher noch nicht, immerhin aber eine Sperre für europäische Wettbewerbe. Während Milan wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play aktuell an keinem Europapokal teilnehmen darf, wurde Rebic wegen seines Platzverweises bei Frankfurts Europa-League-Playoff-Rückspiel gegen Racing Straßburg für fünf Europapokalspiele gesperrt.

Gedanken über das Ende der Sperre brauchen sich beide Parteien aktuell aber ohnehin nicht machen - Milan rangiert auf Tabellenplatz 16, nur einen Punkt vor der Abstiegszone. Große Schuld daran hat Rebic jedoch keine, denn er durfte bisher kaum spielen. Gesetzt sind in der Offensive Krzysztof Piatek, Suso und Rafael Leao. 

Ante Rebic AC Mailand

Rebic wurde zunächst dreimal eingewechselt, bei der 1:3-Niederlage am Sonntag gegen den AC Florenz saß er dann 90 Minuten lang auf der Bank. Ein Scorerpunkt gelang ihm bisher noch keiner, dafür holte er sich bereits zwei Gelbe Karten ab. Am meisten Aufsehen erregte Rebic bisher, als er bei seinem Debüt Schienbeinschoner mit Frankfurt-Logo trug. 

Warum er dann überhaupt wechselte? "In dem Moment, als ich vom Interesse der Rossoneri hörte, habe ich meinen Vater angerufen. Er meinte sofort, dass ich zusagen soll", erklärte Rebic. Ganz gewechselt hat er aber noch gar nicht: Rebic ist lediglich bis 2021 ausgeliehen - und zwar ohne Kaufoption. "Das war in der Kürze der Zeit nicht mehr verhandelbar", erklärte Frankfurts Finanzvorstand Oliver Frankenbach. Rebics Vertrag in Frankfurt läuft noch bis 2022.

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