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UEFA Champions League

Jamie Vardy: Nach dem Drama wieder eine Komödie

15:30 MESZ 12.04.17
JAMIE VARDY LEICESTER
Warum läuft es bei einem Stürmer – und warum manchmal nicht? Schwer zu sagen. Und auch beim Foxes-Stürmer kann man nur spekulieren.

HINTERGRUND

Zugegeben: Jamie Vardy hatte in der vergangenen Saison die Messlatte sehr hoch gelegt. Mit 24 Saisontoren hatte der Stürmer von Leicester City entscheidenden Anteil am sensationellen Titelgewinn von Leicester City in der Premier League. Der Mann, der vor einigen Jahren noch in der achten Liga kickte, wurde zum Star der Liga und sogar zum Nationalspieler. Und er führte seinen Klub als Meister natürlich auch in die Champions League, in der Leicester am Mittwoch im Viertelfinal-Hinspiel bei Atletico Madrid antritt (ab 20.45 Uhr im LIVE-TICKER).  

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Dass es für die Foxes nahezu unmöglich werden würde, den Vorjahreserfolg zu wiederholen, war allen Beteiligten schon im Sommer klar. Doch dass in der Premier League ein Absturz in die Abstiegsregion folgen würde, kam doch etwas überraschend. Genauso wie mit dem Erfolg wurde der Name Jamie Vardy nun mit dem Misserfolg verknüpft. Denn der Angreifer war das Sinnbild für die schlechte Spielzeit, die das Team von Trainer Claudio Ranieri hinlegte: In 22 Liga-Einsätzen traf Vardy nur fünfmal. "Nur" – weil es sich um den Mann handelte, der in der Vorsaison noch bewiesen hatte, dass er für die gegnerischen Abwehrreihen mit seinen Sprints und Bewegungen nicht zu halten war.

Die Leicester-Fans zweifelten jedoch auch in der schweren Phase nicht an den Torjäger-Qualitäten des 30-Jährigen. "Die Vorlagen fehlen", lautete die Mehrheitsmeinung bei einer Umfrage – und damit wurde der Zeigefinger eher auf die Assistgeber wie Riyad Mahrez gerichtet als auf den Top-Stürmer.

Shakespeare bringt den Erfolg zurück

Ende Februar entließen die Vereinsverantwortlichen Meistertrainer Claudio Ranieri und installierten dessen Assistenten Craig Shakespeare auf dem Chefsessel. Und auf einmal spielte Vardy wieder so auf wie in der Vorsaison und traf nach Belieben. In den sechs Liga-Duellen unter Shakespeares Leitung machte er fünf Tore – und damit genauso viele wie in den 22 Partien zuvor.

Große Veränderungen nahm der neue Coach nicht vor, doch Shakespeare beendete das Drama und Leicester arbeitete sich mit fünf Siegen in Serie wieder ins Tabellenmittelfeld. Doch liegt die wiedergefundene Form Vardys wirklich am Trainerwechsel? "Wenn man an den Dingen arbeitet, die in der Vergangenheit gut funktioniert haben, erreicht man irgendwann den Punkt, dass sie wieder funktionieren", versuchte sich der Angreifer an einer Erklärung, warum er nun wieder erfolgreich ist, gut lachen hat und in seiner persönlichen Komödie die Hauptrolle spielt.

Die englische Boulevard-Presse lieferte jedoch einen angeblichen Grund für das Formhoch: Vardy hatte in seinem großen Garten auf seinem Anwesen in Melton Mowbray den Tennisplatz in einem Kunstrasenplatz umgewandelt, um dort auch in seiner Freizeit kicken zu können – und um an den Dingen zu arbeiten, damit sie wieder funktionieren.

Den endgültigen Beweis, dass er wieder der Jamie Vardy aus der Vorsaison ist, kann der Stürmer am Mittwoch auf der ganz großen internationalen Bühne antreten: Mit einem ordentlichen Auftritt bei Atletico können sich die Foxes eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in England verschaffen – und vielleicht ein knappes Jahr nach der Sensation in der Meisterschaft nun die Überraschung in der Königsklasse schaffen.