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Wie Manchester United dreimal die Chance verpasste, James Rodriguez zu verpflichten


HINTERGRUND

James Rodriguez und Manchester United – aller guten Dinge sind eben nicht immer drei! Der ehemalige Bundesligaprofi war während seiner Laufbahn häufig als Neuzugang beim englischen Top-Klub im Gespräch. Dreimal wurde es dabei wirklich konkret, ohne dass am Ende tatsächlich ein Transfer herauskam.

Goal erklärt, wie James in drei unterschiedlichen Phasen seiner Laufbahn im Old Trafford hätte anheuern können – ein Transfer aber jeweils aus unterschiedlichen Gründen nicht zustandekam.

Manchester United und James: Darum klappte es 2010 nicht

Früh, lange bevor er ein Star war, tauchte James erstmals auf dem Radar des englischen Rekordmeisters auf. Manchesters Talentsucher in Argentinien war begeistert von dem begabten Teenager, der im Jahr 2010 noch für Banfield spielte und übermittelte das auch an seine Chefs im Vereinigten Königreich. Marcelo Teixeira, der von 2008 bis 2011 für United in Südamerika arbeitete, erinnerte sich im Telegraph: "Uniteds Argentinien-Scout Jose Mayorga war ein großer Fan von James."

Mayorga habe den Namen des Spielgestalters "immer" in seine Berichte eingefügt, stieß damit aber bei den Verantwortlichen auf der Insel auf taube Ohren, so Teixeira: "Die Einschätzung des Klubs lautete, dass James' Spielstil nicht in die Premier League passte."

James Rodriguez Banfield Internacional 28042010Getty Images
Quelle: Getty Images

Statt United schlug 2010 ein anderer europäischer Verein zu: Der FC Porto holte den damals 18-Jährigen für knapp 7,5 Millionen Euro in die Primeira Liga.

Manchester United und James: Darum klappte es 2012 nicht

2012 war Sir Alex Ferguson noch der starke Mann bei den Red Devils und der Startrainer war auf der Suche nach einem neuen Strippenzieher für das offensive Mittelfeld. Im Wettbieten um Lilles Eden Hazard zog United den Kürzeren und so wurde eine Alternative gesucht. Wieder wurde eine Verpflichtung von James' diskutiert. Dieser hatte sich in Porto prächtig entwickelt und gezeigt, dass er auch in Europa dem Spiel seinen Stempel aufdrücken konnte. Manchesters Bosse entschieden sich, konkrete Verhandlungen aufzunehmen.

James bestätigte dies in Rio Ferdinands YouTube-Show The Locker Room und erklärte auch, wieso er in jenem Sommer nicht zu United wollte: "Es gab damals Gespräche. Mein Berater (Jorge Mendes, Anm. d. Red.) pflegt gute Kontakte zu dem Verein. Ich hatte immer davon geträumt, für einen großen Klub zu spielen und United habe ich immer bewundert. Ich wäre auch gerne dorthin gewechselt, aber es kam nicht dazu."

"Mein Gedanke war, dass ich lieber zunächst zu einem Klub gehen sollte, der eine Nummer kleiner ist", so James. Er blieb noch eine Saison in Porto und wechselte schließlich 2013 für 45 Millionen Euro nach Monaco. "Ich ging ein Jahr vor der Weltmeisterschaft nach Frankreich. Ich wollte zur WM, dort stark aufspielen, Tore erzielen und dann zu einem Spitzenklub wechseln."

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James' Plan ging voll auf. Bei der Endrunde in Brasilien gehörte er zu den stärksten Spielern, wurde ins All-Star-Team berufen und gewann mit sechs Treffern den Goldenen Schuh des besten Torjägers.

Das rief Real Madrid auf den Plan und der spanische Edelklub verpflichtete ihn im Sommer 2014 für 75 Millionen Euro Ablöse.

Manchester United und James: Darum klappte es 2019 nicht

Vor rund 15 Monaten bot sich United die (vorerst) letzte Chance, James zu holen. Der Kolumbianer war gerade von einer zweijährigen Leihe zum FC Bayern in die spanische Hauptstadt zurückgekehrt und spielte unter dem neuen, alten Trainer Zinedine Zidane keine große Rolle in den Planungen. Stattdessen wollten die Blancos unbedingt dessen Landsmann Paul Pogba aus Manchester loseisen.

James Rodríguez Manchester UnitedGoal
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Also wurde United nach Informationen von Goal und SPOX ein Tauschgeschäft angeboten. James plus eine Ablöse gegen Pogba. Uniteds Verantwortliche aber hatten kein Interesse und lehnten ab.

United wäre einzig bereit gewesen, Pogba abzugeben, falls Real eine extrem hohe Ablöse gezahlt hätte. Außerdem war James gerade 29 Jahre alt geworden und United-Coach Ole Gunnar Solskjaer wollte sein Mittelfeld mit jüngeren Kräften verstärken. Wenige Monate später verpflichtete ManUnited schließlich Bruno Fernandes von Sporting aus Lissabon.

James dagegen folgte nach einem miserablen Jahr in Madrid seinem einstigen Förderer Carlo Ancelotti in die Premier League. Beim FC Everton legte der 30-Jährige einen tollen Start hin und kreuzte vor wenigen Tagen erneut Uniteds Weg – diesmal aber als Gegner auf dem Rasen.

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