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James Rodriguez muss Real Madrid verlassen


KOMMENTAR

3 aus 26. Diese Zahlen haben mit Lotto nichts zu tun. Sie beschreiben aber, wie viele seiner Einsätze James Rodriguez bei Real Madrid in dieser Saison über die volle Distanz bestritten hat. Eine mickrige Ausbeute für einen Spieler seiner Klasse. Dazu gesellen sich noch zwölf Partien, bei denen der Kolumbianer zwar im Kader der Blancos stand, jedoch überhaupt nicht zum Einsatz kam. Kein Wunder also, dass die Frohnatur aus Cucuta stinkig ist.

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So stinkig, dass sich James vor wenigen Tagen so richtig Luft machte und bei seiner Auswechslung im LaLiga-Duell mit Leganes gegen Trainer Zinedine Zidane wetterte. Dieser sei ein "Motherf*****", der ihm "nie ein ganzes Spiel" gäbe, wollen Lippenleser des Senders Deportes Cuatro aus James' Zetern erkannt haben.

James hat zwei Probleme

Der 25-Jährige steckt in einem Dilemma. Er liebt es, bei Real Madrid zu spielen. Er fühlt sich in der spanischen Hauptstadt wohl und pflegt ein glänzendes Verhältnis zu vielen seiner Mannschaftskameraden. Doch sportlich hat er Probleme. Von einem Stammplatz ist er meilenweit entfernt und es steht nicht zu erwarten, dass sich dies unter Zidane, zu dem er ein professionelles, aber kein herzliches Verhältnis pflegt, zügig ändern wird. Die Folge sind Wechselspekulationen und aller Dementis zum Trotz ist ein Abschied im Sommer eine ziemlich wahrscheinliche Variante.

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Denn James hat zwei Probleme: Zum einen ist dies das 4-3-3, das Real bis auf wenige Ausnahmen spielen lässt. Darin ist für ihn als klassischem Spielgestalter kein Platz. Wenn er also Chancen bekommt, dann meist als Rechtsaußen oder im zentralen Mittelfeld. Dort kann er zwar auch stark spielen, aber es ist eben nicht seine Leib- und Magen-Position.

Sein zweites Dilemma liegt im ersten begründet: Die sechs Plätze in Mittelfeld und Angriff sind beim Champions-League-Sieger eigentlich verteilt. In der Zentrale haben sich Casemiro, Luka Modric und Toni Kroos festgespielt. Eine Abteilung weiter vorne führt kein Weg an den Top-Stars Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema vorbei.

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Für James ist die Luft also dünn, die Aussichten, einen der genannten Spieler zu verdrängen, sind schlecht. Der Torschützenkönig der WM 2014 muss sich also große Gedanken machen. Er kommt nun ins beste Fußballeralter, will er diese Zeit wirklich als Ergänzungsspieler verbringen?

"Dies ist der Klub, bei dem ich sein will"

Noch im Februar hatte James bekräftigt, sich bei Real durchsetzen zu wollen. "Es läuft gut. Madrid ist ein riesiger Verein und hier wollte ich immer sein", so James. "Es gibt immer gute und schlechte Dinge, die passieren. Ich möchte noch lange hierbleiben. Ich trainiere immer, um mich für die Spiele anzubieten. Dies ist der Klub, bei dem ich sein will."

Der Wind könnte sich schon bald drehen. Oder vielleicht hat er bereits begonnen, sich zu drehen, wie man aus dem Fluchen über die Auswechslung gegen Leganes schlussfolgern kann. Die wichtigsten Spiele der Saison stehen nun an. Spiele, auf die James brennt. Sollte er im Clasico und dem Champions-League-Rückspiel gegen die Bayern wieder nur minimal zum Einsatz kommen, wäre das ein weiterer Fingerzeig, dass er alles andere als unersetzlich ist. Zumal der Rechtsfuß Mitte März im Kreise der Nationalelf bereits erklärte, dass er dort "freier" spielen dürfe als bei seinem Verein.

Potenzielle neue Klubs gibt es bereits. Zum Beispiel den FC Chelsea, der ein aussichtsreicher Kandidat ist. Der englische Tabellenführer verfügt nicht nur über das nötige Kleingeld, um einen kostspieligen Transfer zu tätigen, sondern praktischerweise mit Eden Hazard und Thibaut Courtois auch über zwei Spieler, an denen Real großes Interesse haben soll.

Wiedervereinigung mit Ancelotti?

Neben den Blues werden Manchester United und auch Bayern München als neue Klubs gehandelt. Beim FCB wäre die Konkurrenz für James ebenfalls riesig, allerdings könnte er hier wieder mit Carlo Ancelotti arbeiten, unter dem er eine furiose erste Saison in Madrid spielte. 80 Millionen Euro Ablöse überwies Real 2014 für den Edeltechniker nach Monaco. Am liebsten, so spanische Medienberichte, möchte der Klub diese Summe nun bei einem Verkauf wieder einstreichen. Der Marktwert ist allerdings gesunken, bei einer Ablöse zwischen 50 und 60 Millionen Euro dürfte ein Deal am Ende sicher nicht scheitern.

Vor James liegt eine schwierige Entscheidung. Er muss seinem Lieblingsverein den Rücken kehren, um endlich wieder Woche für Woche 90 Minuten abzureißen und ein noch größerer Star zu werden, als er es vor zwei Jahren, nach seiner ersten Saison im weißen Dress war, war. In Madrid ist diese Entwicklung für ihn nicht möglich.

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