Arne Friedrich Hertha BSC 2020Getty Images

Arne Friedrich: Für Hertha BSC war es wegen der Windhorst-Millionen auf dem Transfermarkt "wie in einer Märchenwelt"

Sportdirektor Arne Friedrich von Bundesligist Hertha BSC hat erklärt, dass es in der abgelaufenen Transferperiode für die Berliner trotz der Millionen von Investor Lars Windhorst nicht einfach war. Eben weil die finanzielle Situation der Alten Dame in der Coronapandemie besser sei als die vieler Mitbewerber, habe er sich beim Bemühen um neue Spieler mit Problemen konfrontiert gesehen.

Friedrich sprach von "verrückten Zeiten" und schilderte in einer Medienrunde: "Als wir auf die Suche nach neuen Spielern gingen, wussten alle von unserem Investor. Das war teilweise wie in einer Märchenwelt. Es ging dann in die Gespräche und die aufgerufenen Preise waren verrückt." Andere Vereine hätten bei einem Hertha-Interesse plötzlich für die Spieler teilweise "das Doppelte ihres Marktwerts" aufgerufen, klagte der ehemalige Profi.

Hertha BSC: Anrne Friedrich schwärmt von Matteo Guendouzi

Am Ende zeigte sich Friedrich, der im Sommer vom Performance Manager zum Sportchef befördert worden war, aber zufrieden. Man habe den anvisierten Schnitt gemacht und sich von älteren Spielern wie Vedad Ibisevic und Per Skjelbred getrennt. Im Gegenzug seien zahlreiche junge Spieler gekommen.

Einer dieser jungen Spieler ist Matteo Guendouzi (21). Der Mittelfeldmann kam auf Leihbasis für eine Spielzeit vom FC Arsenal. Friedrich ist begeistert von dem Franzosen und verriet, dass er sich vor dem Deal mit Gunners-Nachwuchschef Per Mertesacker austauschte: "Wir kennen uns aus der Nationalmannschaft und pflegen ein sehr ehrliches Verhältnis. Er hat mir gesagt, dass das ein Spieler von hoher Qualität ist und das hat sich bisher auch so bestätigt."

Trotz, oder vielleicht wegen, der Blutauffrischung im Sommer läuft es bei der Hertha sportlich noch nicht rund in dieser Saison. Rang 13 belegt die Elf von Bruno Labbadia aktuell in der Bundesliga und hinkt damit den eigenen Ansprüchen weit hinterher.

Arne Friedrich Hertha BSC 2020Getty Images
Bild: Getty Images

Friedrich macht dies vor allem an mangelnder Konstanz fest. So sei es noch nicht gelungen, gute Phase wie in den Spiele gegen die Top-Teams FC Bayern und RB Leipzig über ein komplettes Spiel abzurufen.

Arne Friedrich hofft auf Hertha-Sieg im Derby gegen Union Berlin

Der 41-Jährige hofft, dass dies am Freitag im mit Spannung erwarteten Derby gegen Union (20.30 Uhr live auf DAZN und im LIVE-TICKER) gelingt. Die Eisernen sind seit Wochen in starker Verfassung. Friedrich zollte dem sechsten Tabellenplatz des Gegners Respekt, sagt aber auch: "Es liegt an uns. Wir haben die besser Mannschaft und die besseren Spieler. Wir müssen es nur zeigen."

Sorge, dass sich Investor Lars Windhorst bei anhaltendem Misserfolg zurückziehen könnte, hat Friedrich derweil nicht. Er "bezweifle" das, auch wenn Windhost die Hertha lieber in anderen Tabellenregionen sähe.

Langfristig sei es das Ziel, Hertha BSC international bekannt zu machen: "Expansion ist sehr wichtig. (…) Jeder auf der Welt kennt Berlin, aber nicht jeder kennt unseren Verein. Wir müssen alle daran arbeiten, dass wir den Klub in der Welt bekannt machen."

Friedrich betonte, das Projekt des Hauptstadtklubs sei nicht auf kurzfristigen Erfolg ausgelegt.

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