Helder Costa FC ValenciaGetty Images

Auf den Spuren von Alfredo di Stefano: Helder Costa schreibt mit Debüttor für Angola Geschichte


HINTERGRUND

Eigentlich gab es für Helder Costa nie etwas anderes als Portugal. Der Offensivspieler, der am 12. Januar 1994 in der angolanischen Hauptstadt Luanda das Licht der Welt erblickte, kam bereits in jungen Jahren auf die iberische Halbinsel und schloss sich als Zehnjähriger Benfica Lissabon an. Beim Traditionsklub durchlief Costa sämtliche Juniorenmannschaften, und auch in den Auswahlteams Portugals war der 27-Jährige Dauergast. Von der U16 bis zur U21 nahm der Außenbahnspieler jede Station mit.

Am 14. Oktober 2018 war Costa dann ganz oben angekommen. Unter Fernando Santos gab er im Testspiel gegen Schottland sein Debüt für die A-Nationalmannschaft - und traf sofort. Doch damit war seine internationale Karriere im Trikot des Europameisters von 2016 auch schon vorbei.

Landsmann lockte Costa nach Angola

Dazu trug auch ein ungewöhnlicher Transfer bei, denn Costa wechselte im darauffolgenden Sommer von den Wolverhampton Wanderers zu Leeds United - und damit in die zweite englische Liga. Zwar hatte er mit zehn Torbeteiligungen seinen Anteil am lange herbeigesehnten Aufstieg, doch für Santos war Costa kein Kandidat mehr.

Also entschied sich Costa, künftig für sein Geburtsland aufzulaufen. Wegweisend für diese Entscheidung war auch Angolas Nationaltrainer Pedro Goncalves, selbst Portugiese. Erstmals nominierte er Costa im März 2021 für die Qualifikationsspiele für den Afrika-Cup, sein Debüt feierte er schließlich am 12. November in der WM-Qualifikation gegen Ägypten. Und dort gelang ihm erneut beim Debüt gleich ein Treffer, womit er sich in die Geschichtsbücher eintrug.

Denn für zwei Nationen jeweils beim ersten Länderspieleinsatz direkt ein Tor zu erzielen, das war zuvor nur zwei anderen Spielern gelungen. Real Madrids Vereinsikone Alfredo di Stefano traf bei seinem ersten Einsatz für Argentinien 1947 sowie zehn Jahre später auch bei seinem Debüt für Spanien. Ebenfalls 1957 gelang Jose Altafini ein perfekter Einstand für Brasilien, vier Jahre danach war ihm auch im ersten Einsatz für Italien direkt ein Tor vergönnt.

Nationenwechsel unter Umständen möglich

Der Nationenwechsel von Costa war übrigens von den Regeln gedeckt. Sofern ein Spieler nicht in einem offiziellen Pflichtspiel für ein Land aufläuft, ist ihm der Wechsel zu einer anderen Nation gestattet. Sein einziges Spiel für Portugal gegen Schottland war kein offizielles Pflichtspiel. Wenige Tage zuvor beim Nations-League-Spiel gegen Polen war er nicht zum Einsatz gekommen.

Seit dieser Saison läuft Costa auf Klubebene leihweise für den FC Valencia auf, am letzten Tag der Transferperiode war er zum früheren spanischen Aushängeschild gewechselt. Nach neun Ligaeinsätzen wartet er allerdings noch auf ein Tor. Mit dem WM-Ticket für Katar im kommenden Jahr wurde es mit Angola übrigens nichts. In der zweiten Runde der afrikanischen Qualifikation war Schuss, damit bleibt es für Angola vorerst bei einer WM-Teilnahme - 2006 in Deutschland.

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