Neymar PSG Paris Saint-Germain 2018-19Getty Images

French Connection: Rai, Ronaldinho, Neymar - PSG steht auf Brasilianer

In einer Stadt, in der einige der bekanntesten Kunstwerke der Welt in einigen der bekanntesten und spektakulärsten Gebäuden der Welt ausgestellt sind, ist es wenig überraschend, dass die Einwohner auch in anderen Bereichen des Lebens auf das Außergewöhnliche stehen.

Das gilt in Paris auch und vor allem für den Fußball - und das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund, warum die Fans von Paris Saint-Germain eine ganz besondere Beziehung zu den wohl größten Attraktionen des Fußballs haben: den Superstars aus Brasilien.

Im Laufe der Jahre haben 33 Spieler aus dem südamerikanischen Land das berühmte rot-weiß-blaue PSG-Trikot getragen. Wenn Trainer Thomas Tuchel am Samstag seine Startelf im Pokalfinale gegen Rennes auf den Rasen schickt, dürften in ihr mehr Brasilianer als Franzosen stehen.

Und aktuell spielt auch Brasiliens Superstar für PSG - Neymar. Der mit einer Ablösesumme in Höhe von 222 Millionen Euro teuerste Spieler der Welt ist rechtzeitig zum Finale wieder fit geworden. Bereits am vergangenen Wochenende spielte er eine Halbzeit lang gegen Monaco mit und gegen Rennes dürfte er wieder in der Anfangself stehen.

Der 27-Jährige verkörpert dabei genau das, was die Fans in der Stadt der Liebe mögen: Er macht spektakuläre Aktionen, hat ein riesiges Selbstbewusstsein und zeigt in seinem Spiel fast schon künstlerische Qualitäten. Er ist der Mann, der mit seinen Auftritten die anspruchsvollen Anhänger ins Stadion lockt.

Seine Landsleute Thiago Silva, Marquinhos und Dani Alves werden aller Voraussicht nach ebenfalls gegen Rennes von Beginn an mit dabei sein - wenn es ihre Blessuren zulassen.

French Connection Brazil

Dass es gleich mehrere Brasilianer im PSG-Kader gibt, ist nichts Neues. Die Pariser Fans wurden bereits in den Neunziger Jahren von Geraldao, Ricardo Gomes und Valdo begeistert, die 1991 zusammen aus Portugal kamen. Und auch sie hatten schon einen Vorgänger: Joel Camargo war 1971 der erste Brasilianer, der für PSG spielte. Die Ankunft des Trios war jedoch der Beginn einer neuen Ära in Paris.

Die besondere Beziehung mit den Brasilianern begann, als Rai 1993 aus Sao Paulo nach Frankreich kam. Der Mittelfeldspieler, der nach Paris wechselte, weil er auf Land und Leute neugierig war, wurde zur Klub-Legende während seiner fünf Jahre. In diesen Zeitraum fiel auch sein WM-Triumph mit der Selecao 1994 in den USA.

Der nächste Top-Star war Ronaldinho, der 2001 zu PSG wechselte. Das Talent von Gremio galt als nächster Weltstar - und sein spektakulärer Spielstil war wie geschaffen für die Pariser Fans. Seine Party-Eskapaden bereiteten Trainer Luis Fernandez allerdings gleichzeitig große Sorgen.

"Ich habe kein Problem mit ihm. Ronaldinho hat ein Problem mit sich. Er lebt nicht wie ein Sportler auf Top-Niveau", kritisierte Fernandez den Brasilianer.

Aber auch wenn Ronaldinho sein Potenzial in Paris nicht voll ausschöpfte, begeisterte er die Zuschauer mit seiner herausragenden Technik und verdiente sich mit seinen Auftritten einen Transfer nach Barcelona, wo er 2005 den Ballon d'Or gewann. In Spanien wurde er schließlich zu einem der besten Spieler seiner Ära.

Nach Ronaldinhos Abgang dauerte es bis zum Einstieg des Sponsors QSI im Jahr 2011, ehe die Top-Talente aus Brasilien wieder den Weg nach Paris fanden.

Thiago Silva PSG Monaco Ligue 1 15042018.jpgGetty

Bei dieser Entwicklung war Maxwell der Schlüsseltransfer für PSG. Der Freund von Zlatan Ibrahimovic wurde zum Schlüsselspieler des Kaders, denn er überzeugte nicht nur mit viel Erfahrung als Linksverteidiger, sondern er schaffte es auch, seinen brasilianischen Landsleuten die Eingewöhnung im Team und in der Stadt zu erleichtern.

Thiago Silva ist seit seinem Wechsel vom AC Milan im Jahr 2012 ein enorm wichtiger Faktor bei PSG. Der routinierte Innenverteidiger ist auf dem besten Weg, die 300-Spiele-Marke bei den Parisern zu knacken, wenn er, wie im Vertrag festgehalten, bis 2020 beim Klub bleibt.

Nicht weit hinter ihm liegt Marquinhos, der sich zu einem der verlässlichsten Innenverteidiger Europas entwickelt hat. Inzwischen kann er außerdem im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Auch er hat die Möglichkeit, eine echte PSG-Legende zu werden.

Im Rampenlicht steht aktuell bei den Parisern aber natürlich Neymar. In seinen 54 Auftritten für die Pariser sind ihm 48 Treffer gelungen. Und die Fans hoffen darauf, dass er diesen Wert am Wochenende noch einmal verbessert.

Es wäre das erste Mal, dass Neymar fit ist, wenn PSG einen Titel feiert. Es könnte also ein ganz besonderer Abend für einen ganz besonderen Brasilianer werden.

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