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Ligue 1

French Connection: Nicolas Pepe, von ganz Europa gejagt

17:55 MESZ 25.10.18
Nicolas Pepe Lille 2018-19
Der 23-Jährige von der Elfenbeinküste ist einer der wichtigsten Spieler Europas in dieser Saison. Und deshalb steht er bei Top-Klubs auf dem Zettel.

Jeder, der es in den Statistiken mit Barcelona-Star Lionel Messi oder Paris Saint-Germains Mega-Talent Kylian Mbappe aufnehmen kann, muss etwas ganz Besonderes können.

Lille-Stürmer Nicolas Pepe befindet sich in illustrer Gesellschaft, wenn es darum geht, vor dem Tor entscheidend zu sein. Mit sieben Toren und vier Vorlagen war er bislang an elf der 19 LOSC-Treffer der Saison in der Ligue 1 beteiligt - und nur die beiden Superstars Messi und Mbappe können in dieser Hinsicht noch bessere Zahlen präsentieren.

Es sieht sehr danach aus, als sollte dem 23-Jährigen in der aktuellen Spielzeit der Durchbruch gelingen, nachdem er im Sommer 2017 von Angers ins Stade Pierre-Mauroy gewechselt war.

Und so wie es derzeit läuft, dürfte der Nationalspieler von der Elfenbeinküste nicht lange in Nord-Frankreich auflaufen, denn schon sind einige der größten Klubs Europas angeblich an ihm dran, von Arsenal über Bayern München bis hin zum FC Barcelona.

Sein Teamkollege Jose Fonte, Europameister mit Portugal und ein echter Routinier mit mehr als 150 Premier-League-Spielen für Southampton, ist vom Interesse der ganz Großen an Pepe nicht überrascht und meint, dass der Stürmer alles das besitzt, was man braucht, um es nach ganz oben zu schaffen.

"Er kann bis aufs Top-Niveau kommen", sagte der Innenverteidiger RMC. "Er kann für Real Madrid, für Barcelona, für jedes Team spielen", fügte er hinzu.

"Aber er muss weiter lernbegierig bleiben, mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben, weiter hart arbeiten und sich jeden Tag weiterentwickeln. Nur so kann er das höchste Level erreichen und halten. Aber es ist allen klar, dass er das Talent dazu hat", sagte Fonte.

Pepe musste sich die Anerkennung in Lille erst erarbeiten, denn die erste Saison nach seinem Wechsel verlief für ihn nicht nach Plan. Trainer Marcelo Bielsa stellte ihn in Ermangelung besserer Alternativen als Mittelstürmer auf, doch danach zeigte Pepe, dass er auf dem Flügel am besten aufgehoben ist. Dort kann er direkter auf die Gegenspieler zugehen und dabei seine beeindruckende Geschwindigkeit nutzen.

Seine Qualitäten haben dafür gesorgt, dass er jetzt schon mit Arsenal-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang verglichen wird, der ebenfalls kurzzeitig für Lille auflief, aber vor allem unter der Führung des jetzigen Lille-Trainers Christophe Galtier bei Saint-Etienne glänzte. Dort wurde aus ihm der Spieler, der er jetzt ist.

Pepe scheint nun eine ähnliche Entwicklung durchzumachen. Ihm gefällt es in Nord-Frankreich, sodass er im Sommer einen Wechsel nach Lyon ausschlug.

"Ich bin hier noch nicht fertig mit dem, was ich begonnen habe, obwohl OL normalerweise ein Klub ist, dem man nicht absagt", erklärte er L’Equipe im September. "Ich habe einen genauen Karriereplan", ergänzte er. 

"Was die Effektivität angeht, mache ich gerade einen großen Schritt nach vorne. Ich bin schon auf einem guten Level, aber ich kann mich noch verbessern", sagte Pepe.

Galtier wird nun versuchen, die Schwächen im Offensivspiel von Pepe zu beheben, genau wie er es auch bei Aubameyang gemacht hat. Doch gleichzeitig werkelt er auch an den Defensivqualitäten des Angreifers, wie Fonte berichtete.

"Er muss sich in manchen Teilbereichen noch verbessern, wie zum Beispiel bei der Abwehrarbeit und beim taktischen Verständnis. Auf dem Weg nach vorne ist er schon sehr stark, aber es gibt auch noch die Defensive", meinte der Innenverteidiger.

"Wir arbeiten zusammen mit Nicolas und Trainer Galtier, damit er in der Defensive die richtige Position einnimmt. Wenn er sich richtig platziert, erleichtert das das Umschalten in die Offensive. Das sind die kleinen Sachen, die ihn nach ganz oben bringen können. Und genau dort muss er eigentlich in zwei oder drei Jahren sein", meinte Fonte. 

Sein Trainer ist ebenfalls zuversichtlich, dass Pepe der Sprung auf das Top-Niveau gelingt.

"Er wird sehr gut geführt von seiner Familie und verhält sich sehr professionell", sagte Galtier. "Er hat sich mit Sportdirektor Luis Campos unterhalten, der in der Vergangenheit mit Weltklassespielern gearbeitet hat", berichtete der Lille-Trainer.

Natürlich ist eine Formkrise auch für Pepe immer möglich, doch bislang zeigt sie sich noch nicht auf dem Platz - weder für den Angreifer persönlich noch für Lille als Team, denn die Mannschaft startet in der Ligue 1 bislang durch und ist Tabellenzweiter.

Wenn LOSC genauso weitermacht, spielt der Klub in der kommenden Saison in der Champions League - und genau dort gehört Nicolas Pepe eigentlich hin, um sich dort Woche für Woche mit den Größen wie Messi und Mbappe zu messen.