Moussa Doumbia Reims 2018Getty Images

French Connection: Moussa Doumbia dreht in der Ligue 1 auf

Die Saison in der Ligue 1 war erst einige Minuten alt, als Moussa Doumbia schon seinen ersten Arbeitsnachweis für den Aufsteiger Reims ablieferte.

Der erste Sommerneuzugang des Klubs aus der Champagne nahm einen langen Diagonalball auf, zog von links nach innen und dann ab - und traf gegen Nizza genau in den Winkel. Damit erzielte er den entscheidenden Treffer beim beeindruckenden 1:0-Auswärtssieg für seine Mannschaft.

Seitdem zeigen Reims und Doumbia, dass sie sich in der Ligue 1 richtig wohl fühlen. Der Aufsteiger rangiert im Tabellenmittelfeld mit 25 Punkten aus 18 Partien und hat sogar die Europapokalplätze im Auge. Wenn das Team seine gute Form hält, dürfte ein Angriff auf die obere Tabellenhälfte sogar möglich sein.

Vor allem die Defensive ist bislang oft gelobt worden, doch auch in der Offensive hat der Liga-Neuling etwas zu bieten - und das ist Moussa Doumbia. Der Nationalspieler Malis hinterlässt bisher einen überaus positiven Eindruck.

Moussa DoumbiaGetty

Der Offensivspieler hat für einen 24-Jährigen schon reichlich Erfahrung gesammelt. Nach seinen Profi-Anfängen in seinem Heimatland bei Real Bamako ging er zu FK Rostov nach Russland.

"Ich hatte dort vier tolle Jahre, aber ich brauchte Zeit, um mich dort einzugewöhnen", gab er zu. "Meine beste Saison war die zweite. Ich musste mich in der neuen Umgebung erst zurechtfinden", ergänzte er.

Doumbia ist in der Offensive vielseitig einsetzbar: Normalerweise darf er auf den Flügeln ran, aber er kann auch als Zehner agieren. Bei Rostov war er in der Saison 2015/16 einer der Leistungsträger, als der Klub als Zweiter hinter dem Meister ZSKA Moskau einen Champions-League-Platz erreichte. Doumbia steuerte zu diesem Erfolg drei Tore bei.

Er durfte sich dann in der Königsklasse in den Duellen gegen Bayern München, Atletico Madrid und die PSV Eindhoven beweisen, doch als er glaubte, seinen Stammplatz endgültig sicher zu haben, ereilte ihn viel Pech.

"Nach den Spielen in der Champions League wurde es komplizierter für mich. Ich habe mich an der Schulter verletzt und dann meinen Platz verloren", sagte er.

Nach einer Ausleihe zu Arsenal Tula kehrte er zu Rostov zurück, doch im Kampf um die Stammplätze hatte er dort das Nachsehen. Im Sommer durfte er den Klub dann ablösefrei verlassen. Bevor er sich Reims anschloss, informierte er sich bei seinen Landsleuten Hamari Traore und Youssouf Kone über seinen möglichen neuen Arbeitgeber.

"Ich wollte wissen, wofür der Klub steht, ob er zu mir passt und ob die Gegebenheiten gut waren", erzählte er.

Doumbia glaubte und glaubt, dass der Stil, der in der Ligue 1 gespielt wird, gut zu ihm passt - und deshalb möchte er sich in den kommenden Jahren dort weiterentwickeln. In Reims unterschrieb er schließlich einen bis 2022 gültigen Vertrag.

"In Russland haben wir viel verteidigt. Taktisch gesehen war der Fußball dort stark, wir hatten nicht viel Platz", sagte er. "Aber die französische Liga ist technisch gesehen interessanter. Die Spieler sind besser und es gibt mehr Platz", ergänzte er.

Moussa Doumbia Reims 2018Getty Images

Mit seinem Tempo und seiner mutigen Spielweise hat es nicht lange gedauert, bis Doumbia auch in Frankreich den Experten aufgefallen ist. Seine starke erste Saisonhälfte in der Ligue 1 ist umso bemerkenswerter, als dass er vor seinem Wechsel zu Reims acht Monate lang kein einziges Pflichtspiel bestritten hatte.

Natürlich gibt es aber auch noch Aspekte in seinem Spiel, die er verbessern muss. Dazu zählt auch seine Torquote, die er gerne in den kommenden Monaten steigern möchte.

Nach seinem schnellen Tor gegen Nizza musste Doumbia bis zum 15. Dezember auf den folgenden Treffer warten: Am Wochenende gelang ihm beim 2:1 gegen Straßburg ein tolles Tor in der sechsten Minute.

Dank dieses Treffers belegte Doumbia im Ligue 1 Performance Index den ersten Platz als bester Spieler des Wochenendes, womit sein Potenzial noch einmal nachdrücklich unterstrichen wurde.

Wenn Doumbia in Zukunft weiterhin regelmäßig seine Einsatzzeiten bei Reims erhält, wird er sich weiter positiv entwickeln und die Leistung vom Wochenende kein Ausreißer nach oben bleiben.

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