Die Ligue 1 hat sich einen Ruf als Ausbildungsliga für junge, talentierte Spieler erarbeitet. Deshalb war es wenig überraschend, dass Pep Guardiola, Trainer von Manchester City, einen seiner technisch hochbegabten Youngster auf Leihbasis nach Frankreich geschickt hat, damit der sich dort weiterentwickelt und vielleicht eines Tages in der Premier League für Furore sorgen kann.
Manu Garcia kommt in dieser Saison leihweise für Toulouse zum Einsatz. Sein neuer Klub hofft darauf, von den Fähigkeiten des Spaniers profitieren zu können und gibt ihm gleichzeitig die Möglichkeit, sein Spiel noch weiter zu verfeinern.
In der Ligue 1 hat der 20-Jährige nun schon mit seiner Ballbehandlung und seinen Passfähigkeiten für Aufsehen gesorgt. City hat ihn aber vor allem nach Frankreich geschickt, damit er physisch stärker wird und seine Defensivarbeit verbessert.
Für Garcia ging es bislang auf der Karriereleiter langsam, aber stetig bergauf. Er hat bereits eine Ausleihe hinter sich: Beim niederländischen Klub NAC Breda verbrachte er anderthalb Jahre, in denen er das Team aus der zweiten Liga zurück in die Eredivisie führte.
GettyGarcia spielte derart stark in Holland, dass angeblich Valencia, Sevilla und Villarreal ihn sofort haben wollten. Doch um seine Karriere weiter voranzutreiben, entschied er sich für einen Wechsel nach Frankreich, wo er weiter aufgebaut werden sollte.
"Technisch gesehen ist er ein Spieler auf sehr hohem Niveau", sagte Toulouse-Trainer Alain Casanova über den ehemaligen U19-Nationalspieler Spaniens. "Er spielt gute Pässe, egal, ob kurz oder lang, und seine Ballannahme ist von hoher Qualität", fügte er hinzu.
Der in Oviedo geborene Garcia hat in dieser Saison bereits gezeigt, dass er seine Gegenspieler bereits mit seiner Annahme ins Leere laufen lassen kann. Bei Toulouse wird er sowohl als Spielmacher als auch als Sechser eingesetzt. Bei NAC Breda lief er noch als reiner Achter auf, erst in der Ligue 1 hat sein Verein sein Talent als Zehner erkannt, damit er seine Qualitäten im Angriffsdrittel besser ausspielen kann.
Toulouse war in den vergangenen Jahren eine Mannschaft, die traditionell auf Abwehrarbeit setzte. Doch seit dem Sommer findet ein Wandel statt, das Team entdeckt langsam auch die Offensive und spielt attraktiveren Fußball. Garcia ist der Schlüssel bei dieser Entwicklung, auch wenn Trainer Casanova klar ist, dass sich der Spanier noch weiterentwickeln muss.
"Er hat Riesenpotenzial, aber er hat es noch nicht voll ausgeschöpft. Es gibt noch Dinge, die verbessert werden müssen", erklärte der Coach.
GoalDiese Schwächen sind die Abwehrarbeit und das Dagegenhalten, wenn das Spiel physisch fordernd wird. Trainer Casanova hat das genau erkannt und bringt ihn aus diesem Grund lieber als Spielmacher.
"Er ist am Ball sehr gut, aber er muss auch ohne Ball ein sehr guter Spieler werden", ergänzte der Übungsleiter. "Er muss sich dabei verbessern, dagegenzuhalten, auch mal den Ball zurückzuerobern und schneller wieder auf Abwehr umzuschalten", sagte Casanova.
Und genau diese Fähigkeiten muss er in der Ligue 1 nun zeigen, wo er Woche für Woche gefordert wird.
Seine Entwicklung soll aber nicht nur die Defensive betreffen. Garcia hat einen guten Abschluss, doch in 60 Ligaspielen gelangen ihm in seiner Karriere bislang nur drei Treffer. Für Toulouse konnte er bislang noch keinen Versuch aufs Tor verzeichnen.
Auch diese Fähigkeit möchte Casanova mit dem Spanier verbessern, der will, dass Garcia entschlossener vor dem gegnerischen Tor wird.
Manu Garcia hat bereits viele Qualitäten in seinem Spiel, die ihn zu einem Top-Star machen könnten. Aber wenn er sich später auch bei City durchsetzen möchte, muss alles bei seinen Auftritten stimmen. Erst einmal geht es für ihn darum, sich in Frankreich zu beweisen. Die aktuelle Saison wird für seine Karriere wohl entscheidend sein - und Toulouse ist zuversichtlich, dass sie für Klub und Spieler ein voller Erfolg wird.


