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Ligue 1

French Connection: Golovin beweist sich endlich bei Monaco

12:56 MEZ 07.02.19
Aleksandar Golovin Monaco 2018-19
Nach einem schwachen Start in der Ligue 1 dreht der junge Russe nun endlich in Frankreichs höchster Liga auf.

Es schien so, als ob Monaco im vergangenen Sommer-Transferfenster ein echter Coup gelungen wäre, als der Klub Aleksandr Golovin von ZSKA Moskau verpflichtete.

Der 22-Jährige wechselte für 30 Millionen Euro Ablöse in die Ligue 1; das Team aus dem Fürstentum hatte sich gegen Klubs wie Real Madrid im Rennen um die Unterschrift des Russen durchgesetzt. Golovin hatte für Russland bei der WM geglänzt und sollte einer der Stars der Saison in Frankreichs höchster Spielklasse werden.

Im September bezeichnete ihn Trainer Leonardo Jardim noch als "den wichtigsten Neuzugang" des Vereins.

Aber die überraschende Krise der Monegassen sorgte dafür, dass sich auch der Top-Transfer mehr als schwertat.

Verletzungen halfen Golovin bei der Eingewöhnung nicht weiter: Eine Knöchelblessur verdammte ihn bis Ende September zum Zuschauen - und als er auf den Platz zurückkehrte, war das Selbstvertrauen des Teams völlig verschwunden.

Golovin kämpfte mit sich selbst und fiel eigentlich nur durch eine seltsame Rote Karte im Duell mit Lyon auf, als er zehn Sekunden nach der Pause vom Platz flog und für vier Spiele gesperrt wurde.

Die Mannschaft hat sich nach dem Absturz allem Anschein nach nun wieder gefangen und auch der Russe zeigt jetzt die Leistungen, die im Sommer dafür gesorgt hatten, dass gleich mehrere Top-Klubs an ihm dran waren.

In seinen letzten beiden Spielen hat er zwei Tore erzielt: Sein Treffer gegen Toulouse am Samstag, als er einen Konter perfekt abschloss, war sein erster in der Ligue 1. Beim Jubel über das Tor konnte man ihm die Erleichterung ansehen - als ob eine zentnerschwere Last von seinen Schultern gefallen wäre.

Vielleicht haben auch die Winter-Neuzugänge Cesc Fabregas und Gelson Martins dazu beigetragen, dass Golovin nun besser spielt, denn schließlich kann die Last in der Monaco-Offensive nun auf mehrere Schultern verteilt werden.

Dmitry Sychev, Ex-Marseille-Spieler, schreibt die ansteigende Form bei Golovin aber der Rückkehr von Trainer Leonardo Jardim zu, der den Klub zunächst im Oktober verlassen hatte.

"Ich denke, dass der Trainerwechsel Einfluss gehabt hat", sagte Sychev Itar TASS. “Mit dem neuen Trainer dreht er jetzt wieder auf. Er hat darüber hinaus seine Eingewöhnung in der neuen Liga abgeschlossen, ist nach seinen Verletzungen wieder fit und in toller Form. Das hilft ihm dabei, sein Spiel zu spielen und Tore zu machen", fügte er hinzu.

"Die Ligue 1 ist vom Niveau her keine einfache Liga. Es ist schwer, dort technisch stark, schnell und kreativ wie Golovin zu sein. Für ihn kann die Liga aber das Sprungbrett zu einem noch größeren Team sein", zeigte sich Sychev überzeugt.

Golovins Ex-Trainer Thierry Henry hatte schnell gemerkt, dass mit dem 25-fachen Nationalspieler etwas nicht stimmt - und er machte klar, dass er sich in die Lage des Russen hineinversetzen konnte.

"Er hat nach der WM zu schnell wieder angefangen, ohne einen Urlaub", sagte Henry Mitte Januar, nur eine Woche vor seiner Entlassung. "Danach hat er dann trotz einer Knöchelverletzung gespielt. Er konnte nicht mal schießen deswegen", ergänzte Henry.

"Ich habe selbst erlebt, wie schwer es ist, sich in einem neuen Land einzuleben - besonders, wenn es für die Mannschaft nicht läuft. Dann wird auf einen gezeigt: 'Teurer Transfer! Was macht der überhaupt? Er schießt keine Tore und liefert keine Vorlagen'", sagte Henry.

Golovin, der unter Henry noch jede Woche auf einer anderen Position spielen musste, hofft, dass diese Rotation für ihn nun vorbei ist. Sein Umfeld baut darauf, dass er sich nun in großen Schritten weiterentwickelt, da er jetzt auch die neue Sprache gemeistert hat.

Franck Passi, Co-Trainer von Henry, hatte den schwachen Start des Russen auch mitbekommen - und wagte trotzdem eine kühne Prognose.

"Wenn er erstmal ein Tor macht, dann hat er einen Lauf", merkte der Ex-Coach von Marseille an.

Und bislang sieht es wirklich danach aus. Nach seinem ersten Treffer im Coupe de la Ligue gegen Guingamp ließ Golovin sofort sein Tor-Debüt in der Ligue 1 am letzten Wochenende folgen. Sein drittes Tor in Serie hat er sich nun für das Auswärtsspiel in Montpellier am kommenden Wochenende vorgenommen.

"Wenn Monaco einige Spiele gewinnt und sich in der Tabelle etwas Luft verschafft, bin ich mir sicher, dass er noch viel mehr für das Team leisten kann", sagte Passi.

Unter der Führung von Jardim sollte für Golovin die Position im Monaco-Team nun wieder klarer sein - und das dürfte ihm bei seiner persönlichen Wiederauferstehung helfen. In Zukunft wird er aller Voraussicht nach dann die Rolle ausfüllen können, die für ihn schon seit dem Sommer vorgesehen war.