KOMMENTAR
Es sind noch genau 19 Tage, bis das Transferfenster schließt. 19 Tage, die für die Fans des FC Liverpool quälend lang werden. Es geht um die Frage, ob ihr Liebling Philippe Coutinho den Klub verlässt und damit den Hoffnungen auf eine erfolgreiche Saison ganz früh einen Dämpfer verpasst. Der FC Barcelona will den Mittelfeldstar unbedingt verpflichten, aber den Reds sollte klar sein: Verkaufen sie nun das Herzstück ihrer Offensive, verabschieden sie sich von den ganz hohen Ambitionen und zementieren ihren mittlerweile erlangten Ruf, ein Ausbildungsklub auf hohem Niveau zu sein.
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Coutinho ist nicht irgendein Spieler. Er ist einer, der den Unterschied machen kann. Über ihn läuft das Spiel der Reds. Klappt das von Trainer Jürgen Klopp angestrebte überfallartige Umschaltspiel nach Ballgewinn nicht, zieht der 25-Jährige die Fäden. Coutinho ist clever, stark im Passspiel und torgefährlich. Ohne ihn, da muss man kein Prophet sein, hätte Pool gegen Kontrahenten, die sich am eigenen Sechzehner einigeln und keine Räume anbieten, noch größere Probleme.
Klopp will Coutinho unbedingt in Liverpool halten
Das weiß auch Liverpool. Und das ist auch einer der Gründe dafür, dass der Ex-Rekordmeister um seinen Top-Star kämpft. Zwei Angebote in horrender Höhe wurden sofort zurück in Richtung Barcelona geschickt. Versehen mit dem freundlichen Hinweis, der Spieler werde nicht abgegeben. Oder, wie Jürgen Klopp es am Donnerstag bei Sky ausdrückte: "Liverpool ist kein Verein, der verkaufen muss. Aus finanzieller Sicht gibt es daher keine Schmerzgrenze."
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Bedeutet so viel wie: Solange Coutinho nicht mit aller Macht auf einen Wechsel drängt, wird Liverpool auch bei Angeboten jenseits der 100 Millionen Euro Ablöse nicht schwach werden. Nun ist der schüchterne Edeltechniker nicht der Typ, der Stunk macht und von dem man erwartet, dass er einen Transfer auf Teufel komm raus durchdrücken wird. Reds-Legende Steven Gerrard sprach unter der Woche gar davon, Coutinho müsse gegen seinen Klub "in den Krieg ziehen", damit es zum Deal kommt.
Man muss aber auch verstehen, dass die Verlockung für ihn enorm ist. In Barcelona winken Titel und es winken einige der besten Offensivspieler der Welt als Nebenmänner. Es winkt noch mehr Geld und noch mehr Prestige. Coutinho kommt in das beste Fußballeralter. Etwa in dem Alter waren auch Javier Mascherano und Luis Suarez, als sie sich vor einigen Jahren entschieden, Liverpool den Rücken zu kehren und dafür in Barcelona anzuheuern. Man kann nicht sagen, dass ihre Entscheidung schlecht für ihre weitere Entwicklung gewesen ist.

Der Trainer und sein Schlüsselspieler: Philippe Coutinho (l.) mit Jürgen Klopp
Nach Goal -Informationen lässt sich Coutinho im Training nichts anmerken. Berichte, nach denen er in der Vorbereitung auf den Auftakt der Premier League gegen den FC Watford (13.30 Uhr im LIVETICKER ) lustlos gewirkt habe, entsprechen nicht der Wahrheit. Aber er grübelt und er wird Barca zumindest signalisiert haben, dass er einem Engagement in Katalonien nicht ganz abgeneigt gegenüber steht. Andernfalls könnte sich der spanische Vizemeister seine Offerten gleich sparen.
Coutinhos Abgang nach Barcelona wäre ein ganz schlechtes Signal
Solange Coutinho die Füße still hält, müssen die Pool-Bosse standhaft bleiben. Sie müssen zeigen, dass der Erfolg an erster Stelle steht und dass sie gewillt sind, für große Ziele auch Spieler zu halten, die von noch größeren Klubs begehrt werden. Ein Abgang Coutinhos wäre sportlich ein immenser Verlust und ein schlechtes Signal an die eigenen Fans, die mit der laufenden Transferperiode ohnehin nur bedingt zufrieden sind.
In spätestens 19 langen Tagen werden wir wissen, welchen Weg Liverpool eingeschlagen hat.




