Oliver Kahn FC Bayern Bundesliga 2019-20Getty Images

FC-Bayern-Vorstand Oliver Kahn über Bundesliga-Playoffs und 50+1-Regelung: "Sollte keine Denkverbote geben"

Bayern Münchens Vorstand Oliver Kahn hat sich im Interview mit dem  kicker  (Montagsausgabe) zur fehlenden Spannung in der Bundesliga geäußert. Dabei schließt der 51-Jährige drastische Änderungen nicht aus. Europäischen Topklubs will Kahn in finanzieller Hinsicht genauer auf die Finger schauen, gerade im Hinblick auf die Corona-Pandemie. Und er äußerte sich zu einem möglichen Bundestrainer Hansi Flick.

Seit 2013 haben die Bayern jede Saison die deutsche Meisterschaft feiern können, nach dem Remis von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag sieht es auch in diesem Jahr wieder gut aus: Derzeit hat der Rekordmeister vier Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger.

Im  kicker  konnte sich Kahn, der mit den Bayern als Spieler insgesamt acht Meistertitel feierte, auch drastische Änderungen vorstellen, um den nationalen Wettbewerb spannender zu machen. Darunter auch Playoffs im Kampf um die Meisterschaft und eine "Anpassung der 50+1-Regelung", um mittels Investoren die finanziellen Möglichkeiten der Konkurrenz zu erhöhen. Kahn: "Da sollte es auch in der Bundesliga keine Denkverbote geben."

Kahn: Auch Bayern "nicht im Fußball-Schlaraffenland"

Die finanziellen Möglichkeiten der Bayern hätten unter der Corona-Pandemie ebenfalls enorm gelitten, sagte der dreimalige Welttorhüter: In dieser Saison hält es sich noch in Grenzen", erklärte er, "in der kommenden Saison werden wir die Schleifspuren der Corona-Krise zu spüren bekommen."

Oliver Kahn FC Bayern Bundesliga 2019-20Getty Images Bild: Getty

Einen Verlust von 100 Millionen Euro hatte Präsident Herbert Hainer schon im vergangenen Herbst befürchtet, und die Rückkehr der Zuschauer in die Stadien ist weiterhin nicht in Sicht.

Dementsprechend müssten auch die Bayern "in Zukunft genau kalkulieren", betonte Kahn: Sein Klub lebe "nicht mehr in einem Fußball-Schlaraffenland, wo Milch und Honig unbegrenzt fließen."

Kahn für "softere Beschränkungen der Gehälter"

International pochte Kahn darauf, "dass die Financial-Fairplay-Regelungen strikt angewendet und sogar noch stringenter gemacht werden". Nur so könne der Fußball gesunden. Besonders die Spielergehälter dürften nicht noch weiter steigen, etwa nach der anstehenden Champions-League-Reform 2024. Kahns favorisierte Lösung sind dabei "softere Beschränkungen der Gehälter".

Was Sextuple-Trainer Hansi Flick, dessen Name immer wieder in Zusammenhang mit einer Nachfolge Joachim Löws als Bundestrainer genannt wird, gab sich Kahn "entspannt", auch wenn Flick ein klares Dementi bislang immer vermieden hatte: Der 56-Jährige habe "bei uns einen Vertrag bis 2023".

Werbung
0