FC Bayern München - Als sie 16 waren: Dieses Ereignis nimmt Joshua Kimmich Serge Gnabry noch immer übel

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HINTERGRUND 

Da lagen sie nun, im Mittelkreis des Estadio da Luz, Arm in Arm, den Blick gen Lissaboner Himmel gerichtet und versuchten zu realisieren, was ihnen nur wenige Augenblicke zuvor gelungen ist. Soeben hatten sich die 25-jährigen Joshua Kimmich und Serge Gnabry im Champions-League-Finale mit dem FC Bayern München gegen PSG zu den Königen Europas gekrönt. 

Es war der Höhepunkt zahlreicher Erfolge, die sie zusammen beim deutschen Rekordmeister feiern durften und ein Bild, das symbolisch für ihre Beziehung steht. Denn die Nationalspieler verbindet weitaus mehr als nur gemeinsame Erlebnisse auf dem Platz. 

Den Grundstein für ihre späteren Erfolgsgeschichten legten Kimmich und Gnabry in der Jugend des VfB Stuttgart, spielten zwischen ihrem 12. und 16. Lebensjahr zusammen und wurden 2011 mit den Schwaben deutscher B-Jugendmeister. Dort reifte auch eine innige Freundschaft zwischen dem Strippenzieher im Mittelfeld und dem Flügelflitzer, die bis heute anhält. 

Quelle: imago images / Poolfoto

"Wir sind uns sehr nahe. Beim FC Bayern ist er mein bester Freund", sagte Gnabry vergangenes Jahr dem GQ-Magazin über seine heutige Verbindung zu seinem Teamkollegen, die im Fußballbusiness von Seltenheit geprägt ist. "Man hat viele Kumpels, mit denen man sich gut versteht, während man zusammenspielt. Aber richtige Freunde hat man nicht viele", erklärte Kimmich in einer im Juni erschienenen ZDF-Dokumentation. In ihrem Fall sei es eine "wichtige Basis, zu wissen, dass du vielleicht einen Freund fürs Leben gefunden hast."

Doch ihre Beziehung wurde bereits früh auf die Probe gestellt - durch ein Ereignis, das bis heute noch für Diskussionsstoff zwischen den beiden Stars sorgt.

FC Bayern - Kimmich über Gnabry-Wechsel: "Du hast uns den Rücken gekehrt"

2011 war das, als der damals 16-jährige Gnabry nur wenige Wochen nach dem Triumph mit der Stuttgarter U17 die Cannstatter verließ und sein Glück in England beim FC Arsenal suchte. Das hat Kimmich bis zum heutigen Tage nicht vergessen.

"Du hast uns damals den Rücken gekehrt", flachste er in der ZDF-Doku während eines gemeinsamen Brettspiels mit Freund Gnabry. "Ich musste. Und Du bist auch gegangen", entgegnete der Offensivspieler mit Blick auf die fehlende Perspektive und spielte dabei auf Kimmichs Wechsel zu RB Leipzig an, der nur zwei Jahre später folgte.

DIe Wege der beiden trennten sich vorerst, der einst so enge Draht drohte zu verschwinden. "Wir hatten verschiedene Freundeskreise", erinnert sich Kimmich. Der Kontakt wurde weniger, ihre Wege kreuzten sich lediglich auf Länderspielreisen oder als Gegner in der Bundesliga. Bis vor zwei Jahren.

Serge Gnabry (oben, 4.v.l.) und Joshua Kimmich (unten, 6.v.l.) in der U14 des VfB Stuttgart 2008. (Bild: imago images / Sportfoto Rudel)

Kimmich und Gnabry wieder vereint: "Werden uns nicht mehr aus den Augen verlieren"

Ihre Karrierewege haben die beiden Jugendfreunde 2018 in der bayrischen Landeshauptstadt beim FC Bayern wieder zusammengeführt.

Wie ihre zukünftigen Schritte verlaufen, steht in den Sternen. Auf eine ähnliche Bewährungsprobe wie einst in Stuttgart wollen die Triple-Sieger die Freundschaft allerdings nicht mehr stellen.

"Man weiß nie, wo die beiden Wege hinführen werden. Aber wir sind jetzt auf so einem Level, wo wir uns nie aus den Augen verlieren werden - auch privat", betonte Kimmich.