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Primera Division

Emre Mor: Weiter warten auf den Durchbruch

18:26 MEZ 26.02.18
GFX EMRE MOR
Der Wechsel nach Spanien sollte die Karriere von Emre Mor nach seinem Jahr bei Borussia Dortmund voranbringen. Doch es geht für ihn nicht weiter.

HINTERGRUND

Das Zwischenfazit nach einem halben Jahr in Spanien kam Anfang Januar von Emre Mor selbst: "Nur ich selbst kann mich verbessern. Das kann mir keiner abnehmen", schrieb der Türke, der im Sommer von Borussia Dortmund zu Celta de Vigo gewechselt war, bei Twitter. Aus diesen zwei Sätzen wird die Unzufriedenheit des 20-Jährigen deutlich, der mit seinem Transfer eigentlich seine Karriere hatte durchstarten lassen wollen.

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Doch statt Durchbruch heißt es für Mor mal wieder Warten – meist auf der Bank der Galizier. Erst einmal durfte er in der Liga von Beginn an ran, meist muss er sich mit Kurzeinsätzen begnügen, er spielt im Schnitt in der Liga 20 Minuten. Es sind keine guten Zeichen für den kleinen Dribbler, der vom BVB nach einem Jahr in der Bundesliga schon wieder abgegeben wurde und der nun auch in Spanien seinen Trainer Juan Carlos Unzue bislang nicht nachhaltig überzeugen konnte.

Der Wechsel vom BVB zu Celta sollte Mor eigentlich voranbringen. Beim Bundesliga-Spitzenteam klappte es nicht mit konstant guten Leistungen, deshalb sollte es bei der Mittelfeld-Mannschaft aus Spanien einen Neuanfang mit besseren Chancen geben. Doch nach einem durchaus vielversprechenden Start, den Mor mit seinem ersten – und bislang einzigen – Liga-Tor gegen Las Palmas krönte, wurde er nach und nach zum Spieler, der nur für ein paar Minuten auf den Platz darf. Zu wenig aus der Sicht Mors und natürlich auch aus der Sicht des Klubs, der 13 Millionen Euro für ihn gezahlt hatte.

Die altbekannten Probleme treten bei Emre Mor wieder auf

Die Probleme, die es schon in Dortmund gab, zeigen sich nun auch wieder in Spanien: Beim BVB trieb Mor mit seinen kopflosen Dribblings die Mitspieler und Fans regelmäßig zur Verzweiflung. Die Entscheidungen, die er auf dem Platz traf, waren meist nicht die richtigen. Während mit Ousmane Dembele ein anderer junger Tempo-Dribbler in Dortmund mit Toren und Assists glänzte, fiel Mors Wirken im Ruhrgebiet viel zu oft in die Kategorie "brotlose Kunst".

Die Anlagen bei Mor wie seine Technik und sein Dribbling sind und bleiben hervorragend, doch an den Dingen wie der Übersicht und dem Spielverständnis, dem Blick für den Nebenmann muss er weiterhin arbeiten. Und das ist eine durchaus schwierigere Aufgabe, die bislang noch nicht zum Erfolg – sprich: Stammplatz – geführt hat.

Diese Tatsache frustriert Mor und in einem gewissen Maße auch seinen Verein. "Die Deadlines laufen nicht immer so, wie man sich das vielleicht wünscht", sagte Celtas Sportdirektor Felipe Minambres Anfang Februar und deutete damit mit Blick auf Mor ziemlich unmissverständlich an, dass ein Abschied nach nur einem halben Jahr bereits angedacht gewesen ist. "Wir wissen um seine Fähigkeiten und seine Qualität", schob Minambres versöhnlich nach, aber es geht natürlich für den Klub auch darum, beim teuren Nachwuchsstar nicht einen Marktwertverfall durch zu starke Kritik auszulösen. Die Ungeduld wird in Vigo jedoch immer größer, wenn der Star-Einkauf weiterhin zu wenig zeigt, um seine für Klub-Verhältnisse immense Ablösesumme zu rechtfertigen.

Als offensiver Flügelspieler sind Mors direkte Konkurrenten aktuell Kapitän Iago Aspas (19 Scorerpunkte in der Liga) und Pione Sisto (13 Scorerpunkte). Ein Duo, das in Sachen Produktivität den Türken weit hinter sich lässt. Der muss also auf den Lerneffekt bei sich hoffen, seine Chancen in den wenigen Minuten Einsatzzeit nutzen – oder einen weiteren Schritt zurück machen und es noch ein Niveau tiefer probieren.

Abwarten ist angesagt für Emre Mor und für die Fans und Verantwortlichen in Vigo und in der Türkei. Das Warten auf den großen Durchbruch des großen Talents geht weiter.