GER ONLY Fredi Bobic Adi Hütter Eintracht FrankfurtImago Images / Jan Huebner

Eintracht Frankfurt, News und Gerüchte: Hütter blendet Bobic-Thema aus, Rode erklärt Spielerreaktion

Eintracht Frankfurt vor dem Bundesliga-Duell gegen den VfB Stuttgart. Alle Infos zur SGE heute gibt es hier.

Eintracht Frankfurt heute: Hütter blendet Bobic-Wirbel aus

Der Wirbel um Sportvorstand Fredi Bobic beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt hat für Trainer Adi Hütter keinen Einfluss auf das kommende Spiel. "Nein, grundsätzlich gar nicht", sagte der Österreicher vor der Partie gegen den VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr im LIVE-TICKER): "Weil es unsere Aufgabe ist, dass wir uns auf das Spiel konzentrieren. Alles andere passt da nicht." 

Bobic hatte am Dienstag in einem TV-Interview seinen Abschied zum Saisonende aus Frankfurt verkündet, der 49-Jährige wird mit Hertha BSC in Verbindung gebracht. Die Eintracht fühlte sich offensichtlich überrumpelt und verwies darauf, dass die Gespräche noch nicht abgeschlossen seien. Zudem sei verabredet worden, "absolutes Stillschweigen" zu wahren.

"Ich bin nicht hier, um Personalien innerhalb des Vereins zu diskutieren", sagte Hütter: "Wir sind alle Profis. Wir haben eine historische Chance. Der Fokus geht dahin, dass wir alles unternehmen werden, dass wir etwas Außergewöhnliches erreichen können." 

Nach der ersten Liga-Niederlage in diesem Jahr bei Werder Bremen (1:2) will Hütter mit seiner Mannschaft "eine Reaktion" zeigen. "Wir wollen bis zum Ende um die Champions-League-Plätze fighten", sagte der 51-Jährige. Gegen die Stuttgarter Mannschaft, die er "sehr interessant" findet, erwartet Hütter "möglicherweise einen offenen Schlagabtausch".

Eintracht Frankfurt - Rode gesteht: Bobic-Abgang war Thema unter den Spielern

Mittelfeldspieler Sebastian Rode hat zugegeben, dass die Querelen um den bevorstehenden Abschied von Sportvorstand Fredi Bobic nicht spurlos an den Spielern vorbeigegangen sind. "Natürlich haben wir das mitbekommen, es war auch für den einen oder anderen ein Thema in der Kabine. Ist doch klar", sagte Rode im Interview mit der Frankfurter Rundschau und verwies auf den bereits zuvor kommunizierten Abschied von Sportdirektor Bruno Hübner.

"Wenn sich erst Bruno Hübner verabschiedet und dann mit Fredi Bobic derjenige uns verlassen will, der die sportliche Richtung in den vergangenen Jahren vorgegeben hat, dann bekommt man das mit und dann wird auch bei uns darüber gesprochen", erklärte Rode, stellte aber sogleich klar, dass die Arbeit auf dem Platz nicht darunter leide. "Fredi Bobic steht schließlich nicht mit uns auf dem Feld", sagte Rode.

Eintracht Frankfurt: Erfolgsära unter Bobic droht schmutziges Ende

Die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel, die Bäume präsentierten sich in traumhaften Frühlingsfarben - doch inmitten des malerischen Ambientes im Frankfurter Stadtwald hallte das Donnerwetter im "Fall Fredi Bobic" nach. Die Frage nach der langfristigen Ausrichtung treibt die Bosse von Eintracht Frankfurt um. Der Alleingang von Sportvorstand Bobic stürzte die Verantwortlichen in ein Dilemma - eine schmutzige Scheidung der jahrelangen Erfolgsbeziehung scheint kaum noch zu verhindern.

Wenn Bobic am Samstag mit der Eintracht auf seinen Ex-Klub VfB Stuttgart und die eigene Vergangenheit trifft, geht es längst um die Zukunft. Und die Frage, wie alle Beteiligten mit möglichst wenig Schaden und gesichtswahrend aus diesem Konflikt rauskommen. Es scheint sogar fraglich, wie die beiden Parteien zumindest bis Saisonende noch vertrauensvoll zusammenarbeiten sollen.

Zu verhärtet wirken die Fronten. "Wir haben verabredet, entsprechende Gespräche über einen Verbleib oder einen vorzeitigen Wechsel zu führen und darüber im Sinne des sportlichen Erfolgs der Eintracht absolutes Stillschweigen zu wahren", teilte Aufsichtsratschef Philip Holzer mit.

Fredi Bobic Eintracht FrankfurtGetty Images

Doch diese Absprachen interessierten Bobic offenbar überhaupt nicht. Wie eine Selbstverständlichkeit verkündete er in der ARD-Sendung "Sportschau Thema" seinen Abgang. "Ich brauche gar nicht groß rumeiern. Es ist klar, dass ich 2021, jetzt im Sommer, den Verein verlassen werde", sagte der 49-Jährige entschlossen. Und setzte damit die Eintracht immens unter Druck.

Sowohl für mögliche Ablöseverhandlungen - bis zu fünf Millionen Euro sind im Gespräch -, als auch für die Nachfolgersuche. Statt im stillen Kämmerlein muss die nämlich nun unter dem Brennglas der Öffentlichkeit stattfinden. Der ehemalige SGE-Kapitän Christoph Spycher, derzeit Sportchef der Young Boys Bern, wird ebenso gehandelt wie HSV-Sportvorstand Jonas Boldt, dem ein gutes Verhältnis zu Eintracht-Marketingvorstand Axel Hellmann nachgesagt wird.

Dass Bobic die Hertha als nächstes Ziel auserkoren hat, ist ein offenes Geheimnis - auch wenn er sich diesbezüglich offiziell bedeckt hält. "Ich will auf das Thema gar nicht mehr eingehen, denn leider kommen immer wieder zu viele Indiskretionen an die Öffentlichkeit", betonte der 49-Jährige.

Kurios dabei: Derartige Indiskretionen hatte Bobic selbst im Jahr 2018 rund um den Abgang von Trainer Niko Kovac angeprangert. Die Vorgehensweise halte er "für extrem bedenklich und respektlos", zürnte er damals Richtung Bayern München nach Bekanntwerden von Informationen. Das sei "ärgerlich und unprofessionell". Nun hat sich sein vermeintlich neuer Klub wohl Ähnliches geleistet.

Und für die Eintracht zur Unzeit. Mitten im Königsklassen-Rennen kommt Unruhe in den Verein, außerdem hat mit Sportdirektor Bruno Hübner erst kürzlich ein weiterer Baumeister des Erfolgs seinen Abgang zum Saisonende angekündigt.

Die derzeitigen Turbulenzen seien "nicht dem geschuldet, dass ich niemandem Bescheid gegeben hätte", verteidigte sich Bobic. Schließlich habe er schon 2020 seinen Abgang angekündigt.

Dennoch sind die Vereinsverantwortlichen mehr als irritiert über sein Vorgehen. Und so könnte der Manager neben seinen Erfolgen auch verbrannte Erde hinterlassen.

Eintracht Frankfurt: Bobic sieht Existenzgefährdungen bei Klubs

Sportvorstand Fredi Bobic vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt sieht einige Profivereine nach einem Jahr Coronakrise akut existenzgefährdet.

"Für die neue Saison muss es in der Bundesliga möglich sein, Dauerkarten zu verkaufen", sagte der 49-Jährige in der ARD-Sendung Sportschau Thema: "Sollte das nicht so sein, wird es einige in die Knie zwingen."

Allerdings zeigte sich Bobic optimistisch, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer nach der Pandemie in die Stadien strömen wie vorher. "Ich bin mir sicher, die Leute werden zurückkommen. Weil ich auch Bock habe, wieder ins Kino, Theater oder Konzert zu gehen. Auf diese Sachen hat doch jeder wieder Lust", sagte er. Es werde höchstens "am Anfang etwas komisch sein".

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