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Eintracht Frankfurt in der Krise - Sportvorstand Fredi Bobic fordert alte Tugenden

Nach dem tristen Schlussakkord eines aufreibenden Frankfurter Jahres hatte Fredi Bobic ziemlichen Redebedarf - nur bei einem Thema gab sich der Eintracht-Sportvorstand wortkarg. "Eine Trainerdiskussion müssen wir gar nicht beginnen", sagte der Ex-Nationalspieler nachdrücklich. Die Verantwortung für die 1:2 (0:2)-Niederlage der Hessen bei Bundesliga-Schlusslicht SC Paderborn schob Bobic klar der Mannschaft zu.

"Es ist sehr schade, dass wir uns in den letzten Wochen vieles kaputtgemacht haben", sagte der 48-Jährige nach dem siebten Ligaspiel in Folge ohne Sieg: "Die Jungs haben oft gezeigt, dass sie es besser können. In den letzten Wochen war es ein Tick zu wenig. Wir müssen den Kampf annehmen. Das ist das, was uns immer ausgezeichnet hat."

Eintracht Frankfurt: Nur noch drei Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz

Underdog Paderborn, vor dem 17. Spieltag die schwächste Heimmannschaft der Liga, genügte eine couragierte Leistung, um durch die Tore von Abdelhamid Sabiri (9.) und Sebastian Schonlau (41.) den Rückstand auf den Relegationsplatz auf drei Punkte zu verkürzen - und die Eintracht reinzuzerren in den Existenzkampf.

DANNY DA COSTA EINTRACHT FRANKFURT ABDELHAMID SABIRI PADERBORN BUNDESLIGA 22122019Getty Images

"Wir müssen uns da raus arbeiten. Reden hilft nicht", weiß Bobic, unter dessen Führung die Hessen eine fast märchenhafte Renaissance erlebten: Pokalfinale 2017, Pokalsieg 2018, Europa-League-Halbfinale 2019.

Besonders die Auftritte auf internationalem Parkett waren aber Highlight und Belastung zugleich. 56 Pflichtspiele bestritt die Hütter-Mannschaft im ausgehenden Kalenderjahr, mehr als jeder andere Bundesligist. Die Folgen: Eine fast schon unheimliche Verletzungsmisere und ein eklatanter Kräfteverschleiß.

Seit Bayern-Erfolg: Kein Bundesligasieg mehr für die Eintracht

Immerhin: In Paderborn mobilisierte die Mannschaft noch einmal die letzten Reserven, kam durch Bas Dost (72.) heran. Zu mehr reichte es nicht mehr. "Das war auch verdient", attestierte Bobic. 

Ausgerechnet seit dem 5:1-Triumph über Serienmeister Bayern München geht nichts mehr bei der SGE. Ein Sieg, der zum Fluch wurde? "Vielleicht ist es ja menschlich", meinte Bobic auf die Frage, ob die Profis nach diesem Coup Anfang November ein wenig nachgelassen hätten: "Dann haben wir uns noch durch Rote Karten geschwächt, falsche Entscheidungen getroffen oder auch bei guten Leistungen verloren."

Trainer Hütter ist "sehr zuversichtlich", die "sehr ernste Tabellensituation" schnell zu entschärfen. Leistungsträger wie Kevin Trapp, David Abraham, Martin Hinteregger und Sebastian Rode stünden ihm bald wieder zur Verfügung, auch sei in der Rückrundenvorbereitung wieder an ein "richtiges Training mit allen Spielern" zu denken.

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Eintracht Frankfurt - Bobic über Winter-Transfers: "Halten die Augen offen"

Allerdings haben die Hessen nicht viel Zeit für den Neustart: Am 2. Januar geht es direkt nach Florida ins Trainingslager, 16 Tage später steht bereits der Rückrundenauftakt bei der TSG Hoffenheim auf dem Programm. Vielleicht mischt dann ja auch der eine oder andere Neue mit. "Wir müssen uns nicht auf Teufel komm raus verstärken", sagte Bobic, fügte aber an: "Wir halten die Augen offen."

Frankfurter Medien spekulieren längst über eine Rückkehr von Ante Rebic, einem Drittel der "Büffelherde", die in der Vorsaison für Furore gesorgt hatte. Auch Luka Jovic bei Real Madrid und Sebastien Haller bei West Ham United haben fernab der Main-Metropole noch nicht das große Glück gefunden.

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