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DFB-Kadercheck: Fünf Kandidaten für den Reus-Platz

Da waren's nur noch 23! Der Bundestrainer hat gesiebt, fertig ist der Kader für die Mission EM -Titel. Vier Spieler mussten sich aus dem vorläufigen DFB -Kader verabschieden. Während die Nichtberücksichtigungen von Julian Brandt und Sebastian Rudy nicht wirklich überraschend kamen, so ist die Karim Bellarabis durchaus bemerkenswert. Und dass Marco Reus erneut verletzungsbedingt ein großes Turnier verpasst, ist ein echter Paukenschlag.

Wie stark ist das Aufgebot des Halbfinalisten von 2012? Welche Variationsmöglichkeiten gibt es und wo wurde auf Kante genäht?

Schaffen die Jungs mit dem Adler auf der Brust nach dem WM-Titel in Brasilien den nächsten großen Wurf? Goal macht den Kadercheck.
TOR
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Der einzige Mannschaftsteil, in dem von vornherein keine Überraschungen drin waren. Drei Keeper hatte Löw nominiert, alle drei reisen nach Frankreich. Die Rollenverteilung ist dabei klar: Welttorhüter Manuel Neuer ist die unangefochtene Nummer eins. Seine Kronprinzen Bernd Leno und Marc-Andre ter Stegen, die zuletzt nicht wirklich Eigenwerbung betrieben, sind die Vertreter. Eine Abstufung in Nummer zwei und Nummer drei gibt es dabei nicht, wie Bundestorwarttrainer Andreas Köpke schon vor einigen Tagen erklärte.

Für Neuer ist es das vierte große Turnier, seinen Ruf als bester Torwart der Welt hat er in den letzten Jahren zementiert. Er ist nicht nur dank seiner Klasse und seines perfekt zu Löws Philosophie passenden Stils so wichtig für die deutsche Mannschaft, sondern auch als Führungsspieler. Es bleibt dabei, zwischen den Pfosten ist die DFB-Elf hervorragend aufgestellt.

ABWEHR
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Erwartungsgemäß ist Mats Hummels trotz hartnäckiger Wadenprobleme dabei. Die Frage ist, wann der Innenverteidiger in den Turnierverlauf eingreifen kann. Ist er fit, gehört ihm der Stammplatz an der Seite von Abwehrchef Jerome Boateng. Die Alternativen heißen Antonio Rüdiger, Shkodran Mustafi sowie Benedikt Höwedes und sind international erprobte Defensivkräfte. Setzt Löw auf eine Dreierkette, kabbeln sie sich um einen Platz dort.

Rüdiger und Höwedes sind allerdings auch heiße Kandidaten für den Platz auf der rechten Abwehrseite. Hier hat sich Löw noch nicht festgelegt, ein gelernter Rechtsverteidiger steht nicht im Kader. Auch die Mittelfeldspieler Emre Can und Joshua Kimmich wären denkbar.

Anders die Situation auf links. Hier hat sich Löw frühzeitig auf Jonas Hector festgelegt, echte Alternativen gibt es nicht.

Eine Notlösung mit gar vier Innenverteidigern in der Abwehrkette, wie sie in Brasilien teilweise erfolgreich praktiziert wurde, ist erneut möglich, wenn auch nicht wahrscheinlich.

MITTELFELD
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Neben dem Tor das Prunkstück der Löw-Elf. Dem Bundestrainer bieten sich unzählige Möglichkeiten, weil die nominierten Spieler ungemein flexibel sind. Wahrscheinlich ist zum Auftakt eine Zentrale mit den Weltmeistern Sami Khedira und Toni Kroos. Als Spielgestalter davor ist Arsenal-Star Mesut Özil erste Wahl und über rechts kommt Thomas Müller.

Dann muss allerdings umgedacht werden. Denn durch den verletzungsbedingten Ausfall von Marco Reus, der gewiss ein Startelfkandidat gewesen wäre, tut sich eine Lücke auf der linken Seite auf. Und wer sie ausfüllt, ist völlig offen. Leroy Sane, Lukas Podolski, Andre Schürrle und Julian Draxler sind allesamt Kandidaten. Dazu kommt noch Mario Götze, der in Brasilien das Turnier als Linksaußen begann. Diese fünf möglichen Reus-Vertreter, die auch andere Positionen in der Offensive bekleiden können, haben unterschiedliche Stärken, die der Bundestrainer je nach Gegner und Situation einsetzen kann. Daher ist es auch verständlich, dass Leverkusens Julian Brandt nicht mit dabei ist.

Interessant wird es dann auf den Sechser- beziehungsweise Achterpositionen. Joachim Löw hat sich entschieden, Kapitän Bastian Schweinsteiger mit nach Frankreich zu nehmen. Trotz dessen Fitnessproblemen und der fehlenden Spielpraxis. Den United-Star zu bringen, wäre zweifellos ein hohes Risiko. Idealerweise kann Schweinsteiger in der Gruppenphase Einsatzminuten sammeln und dann zu einem Startelfanwärter werden.

Nominell ist das Zentrum aber auch ohne Schweinsteiger gut besetzt: Emre Can hat in Liverpools Mittelfeld eine gute Saison hinter sich und die Nominierung Joshua Kimmichs ist angesichts dessen Entwicklung und Vielseitigkeit ein kluger Schachzug. Julian Weigl hat in Dortmund eine famose Spielzeit hingelegt, niemandem müsste bange sein, sollte er ins kalte Wasser geworfen werden.

ANGRIFF
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Strafraumstürmer oder Falsche Neun? Für beide Varianten hat die DFB-Elf starke Lösungen in ihren Reihen. Süper-Lig-Torschützenkönig Mario Gomez strotzt vor Selbstvertrauen und ist fit wie selten in den vergangenen Jahren. Mario Götze ist die wuselige Alternative.

Da auch Thomas Müller problemlos in der Spitze auflaufen kann, ist es nachvollziehbar, dass kein weiterer Angreifer nominiert wurde. Zumal mit Lukas Podolski ein weiterer gelernter Stürmer mit an Bord ist und sich sonst auch keiner wirklich aufdrängte.

FAZIT

Jogi Löws Kader gehört zur Creme de la Creme dieser EM-Endrunde. Ähnlich hochkarätig besetzte Mannschaften gibt es kaum. Der Weltmeister zählt daher auch wieder zu den Top-Favoriten.

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Bei allen Stärken im Tor und in der Abteilung Attacke gibt es aber auch Bereiche, die noch Anlass zur Sorge gegen. An vorderster Front die beiden Außenpositionen in der Defensive. Hier muss zudem ein Fragezeichen hinter Jonas Hectors Leistungsfähigkeit gesetzt werden. Er verfügt über keinerlei Erfahrung bei großen Turnieren oder im Europapokal.

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Und dann ist da die Fitness von Leistungsträgern wie Hummels oder Schweinsteiger. Löw ist hier ins Risiko gegangen. Ob es belohnt wird, muss die Zeit zeigen - und die ist knapp bemessen bis zum Turnierstart.

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