Nach der genommenen Hürde gegen Nigeria: Die DFB-Frauen atmen durch

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Kapitänin Alexandra Popp reißt ihr Team mit ins WM-Viertelfinale. Dort soll für die DFB-Frauen noch längst nicht Schluss sein.

HINTERGRUND

Bei Musik und Alpenpanorama luden die deutschen Fußballerinnen am Hotelpool ihre Akkus auf - dann hieß es für Alexandra Popp und Co.: Zurück zum Anfang! Am Startort seiner "Tour de France" in Rennes darf der zweimalige Weltmeister kurz verschnaufen. Denn nach dem souveränen WM-Viertelfinaleinzug stellte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg einen freien Tag in Aussicht.

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"Ich bin froh, dass wir jetzt durchatmen können", gab die abgekämpfte Kapitänin Popp zu. Die Jubilarin hatte ihr Team beim 3:0 (2:0) gegen Nigeria in ihrem 100. Länderspiel nicht nur als Torschützin mitgerissen. Als Spielerin des Spiels ausgezeichnet sorgte die Angreiferin auch noch im Teambus mit Mallorca-Hits für Partystimmung. Ihr Fazit: "Ich würde sagen, es war ein perfekter Tag."

Im Viertelfinale wartet Kanada oder Schweden

Keine 24 Stunden später ging es per Bus vom Grand Hotel Uriage-les-Bains zum Flughafen Lyon und per Flug AF 5473 in die Hauptstadt der Bretagne. Dort zog der Olympiasieger am späten Abend wieder ins Golf-Resort "Domaine de Cice-Blossac" ein, wo vor fast drei Wochen das WM-Abenteuer mit dem Ziel Olympia-Qualifikation begonnen hatte. Nächste Etappe: Das Viertelfinale am Samstag (18.30 Uhr bei DAZN und im LIVE-TICKER) gegen Kanada oder Schweden.

Germany Nigeria Women's World Cup

Nach vier Siegen mit 9:0 Toren fühlt sich die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gerüstet. Torhüterin Almuth Schult sah einen "Schritt in die richtige Richtung. Es ist ja schön, wenn man sich im Turnier entwickelt als Turniermannschaft. So kann es weitergehen".

Voss-Tecklenburg, die nach dem Spiel eine Glückwunsch-SMS der Bundeskanzlerin erhalten hatte, bescheinigte ihrem Team einen "unwahrscheinlichen Charakter". Zudem steht Dzsenifer Marozsan nach ihrem Zehenbruch im Auftaktspiel gegen China (1:0) vor dem Comeback, wie die Chefin verriet.

Der Videobeweis sorgt bei den DFB-Frauen für Fragezeichen

Da es ohne die Spielmacherin fußballerisch weiter "nicht so glanzvoll" lief, hob "MVT" immer wieder die Standards als "Waffe" hervor: Popp traf nach einem Eckball (20.) wie so oft per Kopf, Sara Däbritz per Foulelfmeter (27.), nur der Endstand durch Lea Schüller (82.) fiel nach erfolgreichem Pressing aus dem Spiel heraus.

Neben Marozsan-Ersatz Lina Magull setzte die omnipräsente Popp die Ausrufezeichen. "Ich habe langsam keine Worte mehr für Poppi", sagte das Küken Lena Oberdorf beinahe ehrfürchtig. "Eine überragende Spielerin. Sie kann vorne spielen, sie kann hinten spielen, sie gewinnt jedes Kopfballduell und beißt auf die Zähne, wenn sie einen Schlag abbekommt."

Germany Women World Cup 22062019

Auch von den langwierigen Unterbrechungen durch den Video-Assistenten nach dem 1:0 und vor dem 2:0 ließ sich das DFB-Team nicht aus der Ruhe bringen. "Das ist schon ein großes Fragezeichen, weil man als Spielerin nicht weiß, was wird denn jetzt warum geprüft", sagte Popp.

Gwinn: "Am Samstag wird der Rasen brennen"

Die Wolfsburgerin freute sich auf ihren 101. Einsatz im DFB-Trikot, egal gegen wen es geht: "Ich habe immer gute Erfahrungen mit Schweden gemacht, aber ich bin gespannt auf dieses Achtelfinale am Montag, weil ich beide Teams auf Augenhöhe sehe." Gegen die Schwedinnen hatte die DFB-Auswahl das Olympia-Finale 2016 in Rio gewonnen, jüngste endete auch ein Länderspiel Anfang April in Stockholm 2:1.

Dass bei fast einer Woche Pause die WM-Anspannung verloren gehen könnte, glaubt man im deutschen Lager nicht. "Es ist schön, dass wir Zeit zur Regeneration haben", sagte Youngster Giulia Gwinn: "Dann wird am Samstag wieder der Rasen brennen."

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