Bereits qualifiziert, aber dennoch gefordert: Die deutsche Nationalmannschaft muss in der Qualifikation für die WM 2022 in Katar gegen Liechtenstein ran. Anpfiff in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg ist um 20.45 Uhr.
Für den immer noch neuen Bundestrainer Hansi Flick ist es trotz - oder gerade wegen - der haushohen Favoritenrolle der DFB-Elf eine brisante Partie. In Liechtenstein feierte der neue Coach vor wenigen Monaten sein Debüt - und sah sich nach einem mageren 2:0-Erfolg bereits einiger Enttäuschung seitens den deutschen Fans ausgesetzt.
Seitdem hat sich die Mannschaft aber stabilisiert und wusste nicht nur ergebnistechnisch, sondern auch spielerisch mehr und mehr zu überzeugen. Der Lohn: Deutschland ist mit 21 Punkten nach acht Spielen Tabellenführer der Gruppe J und bereits für die WM qualifiziert.
Dennoch: Alles andere als ein hoher Sieg gegen Liechtenstein würde der leise aufkeimenden Euphorie wieder einen herben Dämpfer versetzen. Flick hat zu diesem Zweck einen schlagkräftigen Kader für die Qualifikationsspiele nominiert - auch wenn es einen Corona-Fall gab. Wer wird heute Abend gegen das Fürstentum seine Chance erhalten?
Deutschland gegen Liechtenstein - wer darf ran für Deutschland? Goal zeigt euch, wer spielen könnte - und wer dann tatsächlich spielt!
Deutschland gegen Liechtenstein: Der Überblick zum WM-Qualifikationsspiel
Begegnung | Deutschland vs. Liechtenstein |
Wettbewerb | WM-Qualifikation |
Anpfiff | 11.11.2021, 20.45 Uhr |
Ort | Volkswagen-Arena. Wolfsburg |
Deutschland gegen Liechtenstein: Die offizielle DFB-Aufstellung
Aufstellung Deutschland:
Neuer - Baku, Kehrer, Rüdiger, Günter - Goretzka, Gündogan - Hofmann, Müller, Sane - Reus
Aufstellung Liechtenstein:
Büchel - Wolfinger, Malin, Kaufmann, Hofer, Göppel - Sele, Frommelt, Hasler - Frick - Salanovic
Deutschland gegen Liechtenstein: Die möglichen Aufstellungen beider Teams
Mögliche Aufstellung Deutschland:
Neuer - Hofmann, Kehrer, Rüdiger, Raum - Gündogan, Goretzka - Reus, Müller, Sane - Nmecha- Mögliche Aufstellung Liechtenstein: Büchel - Wolfinger, Grünenfelder, Malin, Hofer, Göppel - Sele, Frommelt, Hasler - Meier, Frick
GettyDeutschland gegen Liechtenstein: Die Personalsituation der DFB-Elf
Hansi Flick hat bei der Nominierung seines Kaders für einige kleinere Überraschungen gesorgt. Zum einen fehlt Mats Hummels im Aufgebot, den der Bundestrainer aufgrund seiner anhaltenden Knieprobleme vermutlich schonen möchte. Zum anderen rücken beispielsweise Julian Brandt und Florian Neuhaus wieder in den Kader, obgleich beide bei ihren Vereinen nicht unumstritten zur Startformation gehören.
Das größte Ausrufezeichen dürfte allerdings die Nominierung von Lukas Nmecha sein. Der Wolfsburger, der bislang für die deutsche U21 auf Torejagd ging, ist erstmals für die A-Mannschaft nominiert und sorgt dafür, dass die DFB-Elf nach längerer Zeit wieder einmal einen klassischen Mittelstürmer in ihren Reihen hat.
Timo Werner, der sonst meist im Sturmzentrum agiert, steht Flick nicht zur Verfügung. Der Angreifer vom FC Chelsea fällt aufgrund einer Muskelverletzung im Oberschenkel aus. Zudem musste Flick nach dem Corona-Fall von Niklas Süle und den abgereisten Kontaktpersonen nochmals nachnominieren - Florian Wirtz (muskuläre Probleme), Julian Draxler (muskuläre Probleme) und Nico Schlotterbeck (muskuläre Probleme).
Deutschland gegen Liechtenstein: Die Aufstellung der DFB-Elf in den letzten beiden Spielen
Die Aufstellung der letzten beiden Spieler unter Hansi Flick hätte ein guter Indikator dafür sein, wie der Coach heute Abend aufstellen wird. Doch dennoch wollen wir Euch diese kurz zeigen:
- Aufstellung Deutschland vs. Rumänien: Marc-Andre Ter Stegen (FC Barcelona) - Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Niklas Süle (Bayern München), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain) - Joshua Kimmich (Bayern München), Leon Goretzka (Bayern München) - Serge Gnabry (Bayern München), Marco Reus (Borussia Dortmund), Leroy Sane (Bayern München) - Timo Werner (FC Chelsea)
- Aufstellung Deutschland vs. Nordmazedonien: Manuel Neuer (Bayern München) - Lukas Klostermann (RB Leipzig), Niklas Süle (Bayern München), Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain), David Raum (TSG Hoffenheim) - Joshua Kimmich (Bayern München), Leon Goretzka (Bayern München) - Serge Gnabry (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Kai Havertz (FC Chelsea) - Timo Werner (FC Chelsea)
Flick setzt wie bereits sein Vorgänger Joachim Löw stark auf einen Bayern-Block als Basis für sein Team. Die Doppelsechs aus Kimmich und Goretzka ist in aller Regel gesetzt, Gündogan muss hierfür regelmäßig auf der Bank Platz nehmen. Ebenso hatte sich Niklas Süle seinen Stammplatz zurückerkämpft, Gnabry und Sane scheinen in aller Regel ebenfalls gesetzt.
Ob im Sturmzentrum allerdings direkt Debütant Nmecha eingesetzt wird, ist zumindest für die Startformation fraglich. Wahrscheinlicher ist es wohl, dass beispielsweise Gnabry als falsche Neun gegen Liechtenstein beginnen wird.
Deutschland gegen Liechtenstein: Die Tabelle in Gruppe J
Platz | Mannschaft | Spiele | Torverhältnis | Differenz | Punkte |
1 | Deutschland | 8 | 23:3 | +20 | 21 |
2 | Rumänien | 8 | 11:8 | +3 | 13 |
3 | Nordmazedonien | 8 | 15:10 | +5 | 12 |
4 | Armenien | 8 | 8:11 | -3 | 12 |
5 | Island | 8 | 11:15 | -4 | 8 |
6 | Liechtenstein | 8 | 2:23 | -21 | 1 |
Deutschland gegen Liechtenstein: Der Vorbericht
(SID) Hansi Flick fühlte sich unwohl. Die unbequemen Fragen und die leidige Impfdebatte hätte der Bundestrainer am liebsten beiseite gewischt. Doch nach dem Corona-Fall Niklas Süle und der damit verbundenen Abreise vier weiterer Nationalspieler um Impf-Skeptiker Joshua Kimmich konnte auch Flick nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen.
"Das haben wir uns alle anders vorgestellt. Es war viel Hektik da", sagte Flick vor dem sportlich unbedeutenden WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) in Wolfsburg. Da gegen die Nummer 190 der Weltrangliste kurzfristig sogar acht Spieler ausfallen, war der zum Improvisieren gezwungene 56-Jährige "froh, dass wir schon für die WM qualifiziert sind".
Die sportliche Situation verkam im VW-Markenpavillon am Mittwoch aber zu einem Randaspekt. Flick betonte zwar, dass man nach "der Unruhe" beim feierlichen Abschied seines Vorgängers Joachim Löw in der mit 26.000 Zuschauern ausverkauften Arena "abliefern" müsse, doch seine Haltung zu den ungeimpften Profis in der Nationalmannschaft war von deutlich größerem Interesse.
"Wir haben keine Impflicht", stellte Flick wiederholt klar. Daher dürfe man "die Leute, die sich nicht impfen lassen, weil sie Sorge haben, nicht verurteilen". Sein Appell war aber eindeutig: "Wir sind in der Öffentlichkeit, wir haben eine riesige Verantwortung. Ich bin der Meinung, dass wir uns impfen lassen sollten." Über die Inhalte der Gespräche mit seinen Spielern wollte er keine Auskunft geben.
"Diese Dinge bleiben unter uns", sagte Flick. Seinen Standpunkt dürfte er Kimmich, Serge Gnabry, Jamal Musiala und Karim Adeyemi aber deutlich gemacht haben. Das Quartett musste auf Anordnung des Gesundheitsamtes nach dem positiven Test beim doppelt geimpften Süle in Quarantäne.
"Ich wünsche mir, dass es so etwas nicht mehr gibt, dass wir fünf Spieler nach Hause schicken müssen", sagte Flick. Zu den Ausfällen gesellte sich auch Julian Draxler. Der Rückkehrer zog sich eine Muskelverletzung zu und reiste ebenso ab wie die angeschlagenen Florian Wirtz und Nico Schlotterbeck.
"Es war immer eine Stärke von uns, dass wir nicht groß jammern", gab Flick trotz der Personalsorgen die Richtung für das Spiel gegen Liechtenstein und den Jahresabschluss drei Tage später in Armenien vor. Durch die zahlreichen Ausfälle hätten einige Spieler jetzt "die Chance, auf sich aufmerksam zu machen". Man schaue "genau hin".
Das gilt nicht nur für die nachnominierten Jonathan Tah, Kevin Volland, Maximilian Arnold und Ridle Baku, über deren "Qualität" man sich "glücklich schätzen" könne, wie Thomas Müller versicherte. Der Wolfsburger Lukas Nmecha steht bei seinem Heimspiel vor seinem Debüt im A-Team. "Nmecha hat im Training gezeigt, warum er dabei ist. Mal sehen, ob er von Anfang an spielt", sagte Flick.
Auch Müller lobte den U21-Europameister. Bei der ersten Übungseinheit habe er schon "ein paar Stürmer-Tore gemacht".Viele Treffer wünschen sich auch die Fans und Löw - auch wenn Müller nach dem mühsamen 2:0 im Hinspiel "kein Torfestival versprechen" wollte. Weltmeistercoach Löw wird vor den Nationalhymnen offiziell vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verabschiedet.
Spieler, Trainer, Betreuer und andere Weggefährten werden ihm Spalier stehen. Auf den Leinwänden soll ein emotionaler Film laufen - angeblich ohne staatstragende Klänge. "Die richtige Musik ist der Applaus von den Fans", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff Die Zuschauer sollen vom viermaligen Weltmeister sportlich verwöhnt werden.
"Ich erwarte, dass wir kompromisslos die Chancen so früh wie möglich reinmachen. Unser Ziel ist ganz klar, dass wir den Fans eine tolle Leistung zeigen und sie feiern können", so Flick, der mit dem sechsten Sieg unter seiner Regie den Startrekord seines Vorgängers übertreffen würde. Danach will er mit Löw zusammensitzen und "ein Glas Rotwein trinken". Die leidige Impfdebatte soll dann kein Thema sein.
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