News Spiele
Meinung

Schiri-Schubser im Clasico: Ronaldos Verhalten ist nicht zu entschuldigen

11:30 MESZ 14.08.17
2017-08-14 Ronaldo
Nach seinem Schubser gegen den Referee könnte Cristiano Ronaldo lange gesperrt werden. Das ist richtig, seine Aktion ist ein No-Go. Ein Kommentar.

KOMMENTAR

Cristiano Ronaldo war im Hinspiel der Supercopa beides: Held und gleichzeitig Bösewicht. Obwohl der portugiesische Superstar das Spiel beim Anpfiff von außen verfolgen musste, dominierte er nach dem Abpfiff doch die Schlagzeilen. Erst erzielte er ein Traumtor, dann musste er aufgrund einer kuriosen Entscheidung vom Platz, um jetzt eine lange Sperre fürchten zu müssen.

Das Spiel zwischen Barca und Real verpasst? Die ganze Partie im Re-Live gibt es bei DAZN!

Für Barcelona war es das erste Pflichtspiel der Saison, das erste unter dem neuen Trainer Valverde und das erste in der Post-Neymar-Ära.

Mega-Pfeifkonzert für Cristiano Ronaldo

Die Umstände des Abgangs von Neymar haben ihn zu einem unbeliebten Spieler bei den Fans im Camp Nou gemacht, aber Ronaldo ist und bleibt der Erzfeind Nummer eins im weiten Rund des FC Barcelona. Schon als er in der zweiten Halbzeit begann, sich aufzuwärmen, wurde das mit ohrenbetäubenden Buh-Rufen und einem Pfeifkonzert, das seinesgleichen sucht, "begrüßt".

Ihren Höhepunkt erreichten die Anfeindungen dann bei seiner Einwechslung für Karim Benzema. Zu diesem Zeitpunkt lag Madrid mit 1:0 in Führung, aber wenig später konnte Lionel Messi per Elfmeter ausgleichen.

Schon die Entscheidung für den Strafstoß war von großen Diskussionen begleitet. War es in der Entstehung nun ein Foul an Luis Suarez oder nicht? War es vielleicht sogar eine Schwalbe? Wer dachte, mehr Drama ginge an diesem Abend nicht, der wurde kurz darauf eines Besseren belehrt.

Auch Barcas Luis Suarez hatte ein Tete-a-Tete mit dem Schiedsrichter

In der 80. Minute brachte Ronaldo das Camp Nou zum Schweigen. Eine geniale Aktion des Portugiesen. Traumtor. Sein Jubel brachte die Fans dann noch weiter gegen ihn auf. Wie Lionel Messi im Clasico vor wenigen Monaten im Santiago Bernabeu zog CR7 sein Trikot aus, streckte es den aufgebrachten Zuschauern entgegen und posierte noch ganz nebenbei mit seinem durchtrainierten blanken Oberkörper. Gelbe Karte.

Keine zwei Minuten später endete dann der Arbeitstag des Portugiesen. Nachdem der Schiedsrichter einen Sturz des viermaligen Weltfußballers als Schwalbe gewertet hat, wurde er mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. Damit waren nicht alle einverstanden, Real-Kapitän Sergio Ramos fand danach klare Worte. Auch Zidane äußerte sich dazu.

Die Aktion von CR7 gegen den Referee ist nicht zu entschuldigen

Klar, die Entscheidung war hart, aber die anschließende Reaktion von Ronaldo ist nicht zu entschuldigen. Unzufrieden mit der Entscheidung des Referees schubste er den Unparteiischen von hinten weg. Die Aktion wurde von Ricardo de Burgos Bengoetxea im Spielberichtsbogen vermerkt.

Ob die Entscheidung des Schiedsrichters nun richtig war oder nicht, diese Reaktion ist schlicht und ergreifend nicht hinzunehmen. Für Ronaldo könnte die Aktion eine lange Sperre nach sich ziehen. Eine ähnliche Aktion hat dem italienischen Stürmer Paolo Di Canio vor fast 20 Jahren, 1998, in einem Premier-League-Spiel eine Sperre von elf Spielen eingebracht.

Der Moment, in dem Ronaldo den Unparteiischen von hinten schubste

Die Entscheidung liegt nun beim spanischen Verband. Aber nochmal: Solch eine Aktion von einem Spieler und Profi seiner Klasse ist komplett inakzeptabel.

Dass Marco Asensio den 3:1-Sieg Reals durch ein echtes Traumtor perfekt machte und Barca die Gewissheit hat, vor einer echt schweren Saison zu stehen, geriet fast zur Nebensache.

Barca braucht nun dringend einen Ersatz für Neymar – und am besten auch fürs Mittelfeld. Denn einmal mehr wurde deutlich, dass Andres Iniesta, der mittlerweile 33 Jahre alt ist, die 90 Minuten nicht mehr voll gehen kann.

Für Real liegt die Situation um Ronaldo wie ein Schatten über dem Sieg. Der muss jetzt auf die endgültige Entscheidung warten – am Mittwoch im Rückspiel fehlt er aber definitiv!