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Chima Okoroji spielte zehn Jahre beim FC Bayern München - und heute immer noch in Deutschland

15:45 MEZ 01.12.22
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Chima Okoroji spielt über viele Jahre hinweg beim FC Bayern. In der A-Jugend läuft der Engländer gegen viele namhafte Vereine auf.

Welcher Engländer spielte schon einmal beim FC Bayern München? Auf diese Frage antworten sicherlich die meisten mit Owen Hargreaves. Von 2000 bis 2007 stand der Mittelfeldspieler beim FC Bayern unter Vertrag. 2001 war er ein wichtiger Teil der Mannschaft, die die Champions League und den Weltpokal gewann. Zudem wurde Hargreaves sechsmal Deutscher Meister, bevor er zu Manchester United ging.

Es gibt da aber noch einen anderen Engländer, der beim FC Bayern spielte - sogar noch länger als Hargreaves. Die Rede ist von Chima Okoroji. Der heute 25-Jährige wäre wohl nur den größten Bayern-Insidern bei der Beantwortung der zu Beginn gestellten Frage in den Sinn gekommen. Okoroji spielte nämlich nie in der Bundesliga-Mannschaft, sondern "nur" in der Jugend, von 2004 bis 2014.

Okoroji wurde am 19. April 1997 als Sohn einer englischen Mutter und eines nigerianischen Vaters in München geboren. "Meine Mutter kommt aus Liverpool. Sie lernte meinen Vater kennen, als sie im Urlaub war. Mein Vater wollte nicht nach England gehen, weil er Probleme mit der Arbeit hatte. Also beschlossen sie, in Deutschland zu bleiben", erklärte Okoroji dem Portal Planet Football, warum München der Mittelpunkt der internationalen Familie war.

Seine Leidenschaft zum Fußball erblühte schon in ganz jungen Jahren. Nach den ersten Anfängen beim TSV Grünwald gab es eine besondere Anfrage. "Als ich siebeneinhalb Jahre alt war, kamen sie und fragten mich, ob ich für Bayern München spielen wolle. Ich habe einfach ja gesagt, weil es ein so großer Verein ist", sagte Okoroji.

Beim großen FC Bayern durchlief er folglich alle Jugendmannschaften. In der B-Jugend war er Stammspieler, nach einem halben Jahr stieg er gleich in die A-Jugend auf. Mit dieser erlebte er Spiele, die ihm im Gedächtnis geblieben sind. Vier Partien in der Youth League, unter anderem gegen die AS Rom und Manchester City: "Das war großartig, weil wir vorher noch nie gegen solche Mannschaften gespielt hatten."

Okoroji: Keine Chance gegen Lahm und Alaba

Okoroji war, und ist es heute immer noch, Linksverteidiger. Auf dieser Position war das Bundesliga-Team des FC Bayern zu der Zeit, als sich Okoroji Gedanken um seine sportliche Zukunft machen musste, mit Philipp Lahm und David Alaba hervorragend besetzt. Der Weg in die Bundesliga bei den Bayern war für ihn nicht zu schaffen. "Das Problem war, dass es nicht so einfach war, in die erste Mannschaft zu kommen, also habe ich mir gesagt, dass ich zu einer anderen Mannschaft gehen muss. Aber es war eine tolle Erfahrung und sie haben mir viel gegeben", blickte Okoroji auf seine Zeit in München zurück.

Er suchte sein Glück ganz in der Nähe, beim FC Augsburg. Nach dem Aufstieg mit der zweiten Mannschaft des FCA in die Regionalliga wechselte Okoroji im Sommer 2017 weiter zum SC Freiburg. Nach einer Saison in der zweiten Mannschaft rückte er in den Profikader auf, gab im Oktober 2018 sein Bundesligadebüt, als er bei Hertha BSC eingewechselt wurde.

Okoroji seit 2021 beim SV Sandhausen

Richtig durchsetzen konnte er sich beiden Breisgauern aber nicht, weshalb ihn diese an die Zweitligisten Jahn Regensburg und SC Paderborn verliehen. 2021 nahm ihn dann der Zweitligist SV Sandhausen unter Vertrag. Dort bringt er es in dieser Saison bisher auf neun Einsätze.

Der erhoffte Durchbruch in der Bundesliga ist Okoroji bisher nicht gelungen, dafür hat er in der 2. Bundesliga bei all seinen bisherigen Stationen Eindruck hinterlassen. Bei weiterhin konstanten Leistungen kann sich der Liverpool-Fan womöglich noch einen Traum erfüllen: einen Wechsel zu einem Team in England.