Torhüter Carlos Roa hat zugegeben, dass er seinen 1999 gescheiterten Wechsel zu Manchester United aus sportlicher Sicht im Nachhinein bereut. "Ich habe mit dem Fußball in meiner besten Karrierephase aufgehört", sagte er dem Mirror. Der Argentinier, der sich 1998 mit seinem Nationalteam bei der WM in den Fokus der Red Devils gespielt hatte, hatte ein Jahr später überraschend sein Karriereende verkündet, obwohl United seinem Klub Real Mallorca eine Millionensumme geboten hatte, um im Old Trafford die Nachfolge von Peter Schmeichel anzutreten.
Roa hatte seine religiösen Überzeugungen als Mitglied der Siebenten-Tags-Adventisten als Begründung für seine Entscheidung geliefert, denn aus seiner Sicht war es ihm nicht mehr erlaubt, samstags Fußball zu spielen. "Zu der Zeit war ich sehr mit Religion und dem Bibelstudium beschäftigt", berichtete Roa. "Für mich war es eine schwere Entscheidung, aber gleichzeitig auch eine gut durchdachte", ergänzte er.
Roa: "Auf spiritueller Ebene eine sehr gute Entscheidung"
Die Absage an United ist aus Roas Sicht dabei nur sportlich gesehen zweifelhaft. "Heute denke ich immer noch, dass das auf spiritueller Ebene eine sehr gute Entscheidung war, nur nicht auf sportlicher Ebene", meinte er. Dass er mit seinem Entschluss, seine Karriere zu beenden, anstatt in die Premier League zu gehen, für viel Unverständnis sorgte, bestätigte der Torhüter: "Die Leute werden so etwas nie verstehen. Damals haben mich alle verrückt gemacht, alle wollten etwas von mir", sagte Roa.
Im Jahr 2000 kehrte der Argentinier zu Real Mallorca zurück, das auf den bis 2002 gültigen Vertrag Roas pochte. Aktuell gehört der 50-Jährige zum Trainerteam des MLS-Klubs San Jose Earthquakes.
