Borussia Dortmund: Die Trennung von Peter Bosz war unausweichlich

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Peter Bosz ist nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund. Die Entscheidung war unausweichlich, letztlich war der Niederländer auch zu stur.


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Es war schon vor dem peinlichen Auftritt von Borussia Dortmund bei der 1:2-Niederlage gegen Werder Bremen ein Hit im Internet: Die letzten Gegner in der Bundesliga als Trainer des BVB waren sowohl für Jürgen Klopp als auch für Thomas Tuchel die Bremer. Nun kann sich auch Peter Bosz dort einreihen. Denn der Niederländer ist nicht mehr Trainer des BVB, das gab der Verein am Sonntagmittag auf einer Pressekonferenz bekannt. Der gerade erst in Köln entlassene Peter Stöger übernimmt. Und Bosz? Der ist der erste Coach der Schwarz-Gelben seit Jürgen Röber im März 2007, der während einer laufenden Saison gefeuert wird. Sportlich war es in der aktuellen Lage die einzige Möglichkeit.

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Die Partie gegen Werder Bremen war aus Dortmunder Sicht ein einziger sportlicher Offenbarungseid. In den ersten 45 Minuten verweigerten die Spieler nahezu komplett ihre Arbeit. Nicht ein Torschuss gelang. In einem Heimspiel. Blamabel. Ebenfalls blamabel: Nur eines der vergangenen 14 Spiele gewann der BVB - im DFB-Pokal gegen den Drittligisten 1. FC Magdeburg.

Bosz wirkte schon nach dem Bremen-Spiel am Samstagnachmittag, als wüsste er, was auf ihn zukommen würde. Bedächtig wie immer schlenderte er durch die Mixed Zone, aber seine Ausstrahlung verriet: Das dürfte das letzte Mal für ihn als Dortmund-Trainer in den Katakomben des Stadions gewesen sein. Da spielte es auch keine Rolle, dass er ins WDR-Mikrofon sagte, er gehe davon aus, am Dienstag in Mainz noch auf der Bank zu sitzen.

Bosz startete hervorragend mit dem BVB

Dass die Verantwortlichen um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc nun die Reißleine gezogen haben, kam in Anbetracht der Abwärtsspirale der vergangenen Monate nicht mehr überraschend. Watzke kündigte vor einigen Wochen an, dass das Verfehlen der Champions-League-Qualifikation eine "rote Linie" sei, die nicht überschritten werden dürfe.

Bosz Bartra Dortmund Freiburg 09092017

Dabei dachten Ende September noch alle, dass Bosz ein wahrer Glücksfall für den BVB sei. 19 von 21 möglichen Punkten holte der Niederländer mit seiner Mannschaft. Die Fans träumten von der Deutschen Meisterschaft. Seine Gegner in der Bundesliga spielte der BVB an die Wand. Was danach geschah, ist eigentlich nicht zu erklären. Der BVB brach vollkommen ein, die Mannschaft wirkte verunsichert, jeder Gegner der letzten Wochen überlegen.

Die Krise hat sicherlich viele Gründe, nur einer davon ist der Trainer. Aber der trägt nun einmal die sportliche Verantwortung, dazu zählt selbstredend auch die Taktik. Zu lange hielt Bosz stur an seinem 4-3-3-System fest, zu unflexibel zeigt er sich während der Spiele. Auch seine personellen Entscheidungen waren nicht selten diskutabel.

Auch die Mannschaft in der Pflicht

Marcel Schmelzer nahm Bosz dennoch am Samstagabend in Schutz. "Der ist die ärmste Sau", sagte der 29-Jährige. "Wir Spieler bekommen es nicht hin. Wir sind verantwortlich für die Lage. Der Trainer findet die richtigen Worte - aber wir müssen es endlich einmal wieder hinbekommen, das nicht nur über ein paar Minuten umzusetzen. Ich habe einen Riesenhals." Nur wenig später saß er zusammen mit seinen Kollegen aus dem Mannschaftsrat, unter anderem Nuri Sahin und Marco Reus, in der Geschäftsstelle mit den Verantwortlichen zusammen. Dort wurde die sportliche Situation intensiv diskutiert. Mit dem klaren Ergebnis: Für Bosz ist Schluss.

Es mag ja sein, dass Bosz menschlich zum BVB passte, die Fans seine ruhige, besonnene und sympathische Art mochten. Doch mit der Zeit schlichen sich immer mehr Probleme ein, die das Projekt Bosz scheitern ließen. Deshalb ist die Trennung zum aktuellen Zeitpunkt die einzig richtige Entscheidung. 

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