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BVB-Keeper Roman Bürki im Mixed-Zone-Interview: "Wir hatten keine Lösungen nach vorne"

09:50 MESZ 24.08.19
Roman Bürki Borussia Dortmund
Roman Bürki und sein BVB gewannen auch das zweite Spiel der neuen Saison. Dennoch war beim 3:1 in Köln nicht alles einwandfrei, wie er anmerkte.


INTERVIEW

Mit einem Doppelwechsel von Lucien Favre hat sich die Spielweise von Borussia Dortmund beim 3:1-Sieg beim 1. FC Köln Komplett geändert. Der Schweizer Trainer brachte mit Julian Brandt und Achraf Hakimi die Wende ins Spiel, weil beide Akteure sofort in die Partie fanden und ihrem Team die nötige Geschwindigkeit gaben. Die hatte zuvor gefehlt, die Dortmunder spielten eine Stunde lang fast Standfußball.

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Torhüter Roman Bürki, der nach überstandener Verletzung zum ersten Mal in dieser Saison zum Einsatz kam, sprach unmittelbar im Anschluss an die Begegnung über die Warnung vor einem aggressiven Gegner, die Mentalität seiner Mitspieler und seinen Fauxpas, der fast zu einem Treffer für die Hausherren geführt hätte.

Herr Bürki, es war ein harter Kampf für den BVB. Hatten Sie mit so einem couragierten Auftritt der Kölner gerechnet?

Roman Bürki: Wir wussten, dass es so kommen konnte, der Trainer hatte uns vor dem Spiel gewarnt. In der ersten Halbzeit hatten wir hart zu beißen, sie haben sehr physisch gespielt und das sehr gut gemacht. Sie haben auch mit Tempo gespielt und das haben wir gemerkt, wir hatten keine Lösungen nach vorne.

Hat Dortmund zu langsam gespielt?

Bürki: Ja, in manchen Phasen auf jeden Fall. Wir haben zwar gut Fußball gespielt, aber nicht zielstrebig genug und wir konnten uns nicht durchsetzen. In der Halbzeit hat der Trainer aber auch gesagt, dass sie dieses Tempo wahrscheinlich nicht über 90 Minuten halten werden. So war es auch und wir haben geduldig weitergespielt. Wir haben versucht, mit einer Dreierkette das Spiel aufzubauen und so war es stabiler.

Wie hat sich der Systemwechsel auf das 4-1-4-1 ausgewirkt?

Bürki: Ich muss sagen, dass die Spieler, die reingekommen sind, es wirklich sehr gut gemacht haben. Ich glaube, dass wir allgemein betrachtet am Ende Charakter bewiesen haben. Einmal mehr. Das ist das Schönste heute.

Ist diese Breite im Kader das große Faustpfand der Mannschaft?

Bürki: Ich glaube, dass genau das auch die Absicht der Verantwortlichen war. So können wir Leute von der Bank bringen, die enorme Qualität haben. Achraf Hakimi hat Speed und körperliche Präsenz. Julian Brandts fußballerische Qualität ist top. Genau das haben wir gebraucht. Jetzt haben wir das und ich hoffe, dass wir das Maximale rausholen.

Der BVB hat in der Vorsaison fünfmal nach Rückstand gewonnen, nun schon zum zweiten Mal im zweiten Spiel. Haben Sie während der Partie sowas auch im Kopf, denken Sie daran und gibt Ihnen das auch die nötige Ruhe?

Bürki: Man hofft natürlich nie, dass man in Rückstand gerät. Wenn es aber so ist, dann haben wir schon im Unterbewusstsein, dass wir ruhig bleiben müssen. Wir werden unsere Chancen bekommen, das hat der Trainer uns in der Halbzeit gesagt. So war es dann ja auch. Man darf nicht den Kopf verlieren und lange Bälle schlagen. Wir müssen bei unserem Fußball bleiben und das haben wir gemacht.

Bei Ihnen persönlich gab es eine Situation, die beinahe nach hinten losgegangen wäre. Was ist da schief gelaufen?

Bürki: Ich wollte den ersten Ball wegschlagen, aber Mats Hummels ist noch durchgelaufen und deswegen war das nicht möglich. Dann hatte ich einen schlechten ersten Kontakt gehabt und der Ball lag direkt frontal vor mir. Ich hätte noch zurückgehen müssen, um den Ball wegzuschlagen. Das war nicht optimal, aber ich bin froh, dass nichts passiert ist.

Hatte Ihre kleine Unsicherheit damit zu tun, dass Ihnen nach der Verletzung noch etwas der Rhythmus fehlt?

Bürki: Es ist klar, dass ich nach drei Wochen erst wieder Rhythmus bekommen muss. Ich bin froh, da ich heute im Tor stehen durfte. Marwin Hitz hat das top gemacht. Ich versuche immer, mich reinzukämpfen und ruhig zu bleiben, falls etwas nicht gelingt - und so der Mannschaft zu helfen.

War es ein schwieriges Spiel für Sie persönlich, weil Sie fast gar nichts zu tun hatten?

Bürki: Das ist manchmal so. Bei Marwin Hitz ist es gegen Augsburg ähnlich gewesen. Du hast keine Chance, um dich richtig auszuzeichnen. Ich konnte einen Kopfball halten, aber da wurde dann Abseits gepfiffen. Die Möglichkeiten, um wirklich etwas zu zeigen, blieben aus.

Der BVB wirkte in der ersten Halbzeit beeindruckt vom Gegentor und der Spielweise des Gegners. Oder?

Bürki: Es hat angefangen, als ich den Ball meiner Meinung nach nicht berührt habe. Er geht dann ins Aus und es gibt Eckball. Manuel Akanji hatte dann auch zwei Pässe, die nicht sauber waren. Das sind Phasen, wo man dranbleiben muss. Es ist egal, was alle anderen denken. Du musst ruhig bleiben und versuchen, wieder konzentriert zu spielen. Zugelassen haben wir nicht viel. Aber ich bin froh, dass wir drei schöne Tore gemacht haben.

Wie haben Sie die Atmosphäre im Stadion wahrgenommen?

Bürki: Es war enorm laut, eine super Stimmung. Ich glaube schon, dass es die Kölner Spieler beeinflusst hat, wie aggressiv und körperlich sie waren und wie gut sie in den Zweikämpfen agiert haben. Sie haben uns das Leben sehr schwer gemacht. Es war aber klar, dass sie das nicht über 90 Minuten halten können.

Ist bei Union Berlin in der kommenden Woche eine ähnliche Partie zu erwarten?

Bürki: Darauf müssen wir vorbereitet sein. Union hat uns das Leben im Pokal schon mal schwer gemacht. Ich hoffe, dass wir wie heute einen Sieg mitnehmen werden.