Wiedergutmachung oder Fehlstart? Nach dem 1:3 am vergangenen Dienstag bei Lazio Rom ist Borussia Dortmund (BVB) im ersten Champions-League-Heimspiel der neuen Saison gegen Zenit St. Petersburg in Zugzwang (Anstoß: 21 Uhr).
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Dabei hoffen die Schwarz-Gelben darauf, dass sie an die Leistung aus dem Revierderby anknüpfen können. Mit 3:0 (nach Treffern von Manuel Akanji, Erling Haaland und Mats Hummels) hatte Dortmund den Erzrivalen FC Schalke 04 am Samstagabend souverän nach Gelsenkirchen zurückgeschickt.
Während der BVB nach fünf Spieltagen aktuell mit zwölf Punkten auf Tabellenplatz drei rangiert, belegt der Gegner aus St. Petersburg in der Premjer Liga ebenfalls Rang drei. Allerdings: In der russischen Beletage wurden bereits zwölf Spieltage absolviert.
Wie sieht die Personalsituation bei den beiden Klubs aus, wer hat Aussichten auf einen Platz in der Startelf, wer fällt definitiv aus?
BVB (Borussia Dortmund) vs. Zenit St. Petersburg: Die Aufstellung zum Champions-League-Spiel heute - alle Informationen rund um die beiden Teams gibt es hier in diesem Artikel.
BVB (Borussia Dortmund) vs. Zenit St. Petersburg: Die offizielle Aufstellung zum Champions-League-Spiel heute
| Aufstellung BVB (Borussia Dortmund) | Aufstellung Zenit St. Petersburg |
|---|---|
|
Bürki - Meunier, Akanji, Hummels, Guerreiro - Witsel, Dahoud - Sancho, Reus, Reyna - Haaland |
Kerschakow - Karawajew, Lovren, Rakitskij, Douglas Santos - Wendel, Barrios, Erokhin - Kusjajew, Dzyuba, Driussi |
| Trainer: Lucien Favre |
Trainer: Sergei Bogdanowitsch Semak |
BVB (Borussia Dortmund) vs. Zenit St. Petersburg: Die Personalsituation beim BVB
Beim BVB beherrschte in der jüngeren Vergangenheit vor allem die Torwartfrage die Berichterstattung. Beim Revierderby hatte Favre Marvin Hitz zurück auf die Bank beordert und Roman Bürki, eigentlich etatmäßige Nummer eins, zwischen die Pfosten gestellt.
Auch gegen Zenit wird mit einem Bürki-Einsatz gerechnet. Außerdem scheint Favre von seinem Spielsystem mit Dreierkette abzurücken, nachdem die Schwarz-Gelben gegen Schalke erfolgreich mit einer Viererkette agiert hatten.
Vorne kann der BVB-Übungsleiter nach monatelanger Pause wieder auf Thorgan Hazard bauen. Der Belgier hat seinen Muskelfaserriss überstanden und feierte bereits gegen Schalke sein Comeback.
Nicht dabei sein wird hingegen Emre Can. Der Nationalspieler wurde in der vergangenen Woche positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne.
Nicht mit dabei sind neben Can die Akteure Marcel Schmelzer (Reha nach OP), Nico Schulz (Muskelfaserriss) und Dan-Axel Zagadou (Außenbandriss).
BVB (Borussia Dortmund) vs. Zenit St. Petersburg: Die mögliche BVB-Aufstellung
Aufstellung BVB: Bürki - Meunier, Akanji, Hummels, Guerreiro - Bellingham, Witsel - Sancho, Reus, Hazard - Haaland
Imago Images / RevierfotoQuelle: Imago Images / RevierfotoBVB (Borussia Dortmund) vs. Zenit St. Petersburg: Die Personalsituation bei Zenit
Bei Zenit St. Petersburg läuft es aktuell nicht unbedingt rund. Wie der BVB mussten auch die Russen im ersten Gruppenspiel eine Niederlage hinnehmen. Gegen den FC Brügge setzte es eine überraschende 1:2-Heimpleite. Seit zwölf Europapokal-Spielen wartet Zenit mittlerweile auf einen Sieg.
Anders als die Borussen aus Dortmund vermochte es die Mannschaft von Trainer Semak jedoch nicht, Selbstvertrauen am vergangenen Wochende zu tanken. Die Generalprobe ging mit einem 1:2 gegen Rubin Kasan daneben.
Im Signal-Iduna Park muss Semak auf seine wertvollsten Spieler Malcom und Azmoun verzichten. Kein Grund für BVB-Trainer Favre, die Gäste zu unterschätzen. "Es sind zwei sehr gute Spieler, aber sie haben auch andere Spieler, die sehr gut sind", sagte er bei der Pressekonferenz im Vorfeld der Begegnung und schob nach: "Es ist eine interessante Mannschaft. Sie haben einen großen Kader."
Dabei dürfte vor allem Angreifer und Kapitän Dzyuba in den Fokus der Hausherren gerückt sein. Favre sagte mit Blick auf den russischen WM-Helden von 2018: "Dzyuba ist gefährlich, er ist sehr groß und kräftig sowie geschickt vor dem Tor."
BVB (Borussia Dortmund) vs. Zenit St. Petersburg: Die mögliche Zenit-Aufstellung
Aufstellung St. Petersburg: Kerschakow - Karawajew, Lovren, Rakitskij, Douglas Santos - Barrios, Osdojew - Kusjajew, Mostowoj, Driussi - Dzyuba
Getty ImagesQuelle: Getty ImagesBVB (Borussia Dortmund) vs. Zenit St. Petersburg: Die Aufstellung
Aufstellung Borussia Dortmund: Bürki - Meunier, Akanji, Hummels, Guerreiro - Witsel, Dahoud - Sancho, Reus, Reyna - Haaland
Aufstellung Zenit St. Petersburg: Kerschakow - Karawajew, Lovren, Rakitskij, Douglas Santos - Wendel, Barrios, Erokhin - Kusjajew, Dzyuba, Driussi
BVB (Borussia Dortmund) vs. Zenit St. Petersburg: Die Aufstellung in den letzten drei Spielen
Der BVB spielte in den letzten drei Begegnungen gegen Schalke 04, den SC Freiburg (4:0) und Lazio Rom (1:3) in der UEFA Champions League. Hier sind die Aufstellungen:
- BVB vs. Schalke, die Aufstellung: Bürki - Meunier, Hummels, Akanji, Guerreiro - Dahoud, Delaney - Sancho, Brandt, Reyna - Haaland
- BVB vs. Freiburg, die Aufstellung: Hitz - Can, Hummels, Akanji - Meunier, Bellingham, Witsel, Guerreiro - Reus, Haaland, Reyna
- BVB vs Lazio, die Aufstellung: Hitz - Piszczek, Hummels, Delaney - Meunier, Bellingham, Witsel, Guerreiro - Sancho, Haaland, Reus
BVB (Borussia Dortmund) vs. Zenit St. Petersburg: Ausrutschen verboten! BVB braucht im Nervenspiel "eine große Leistung"
Borussia Dortmund steht unter Siegzwang. Der Champions-League-Fehlstart bei Lazio Rom lässt keinen weiteren Ausrutscher zu.
Dortmund (SID): Ausrutschen strengstens verboten - im Nervenspiel gegen Zenit St. Petersburg steht Borussia Dortmund nach seinem Champions-League-Fehlstart unter Siegzwang. "Zenit hat sehr gute Einzelspieler. Aber das interessiert mich nicht. Wir müssen gewinnen!", forderte Sportdirektor Michael Zorc energisch. Stürmerstar Erling Haaland geht voller Kampfeslust voran: "Es wird fantastisch, nach dieser bitteren Niederlage in Rom zurückzuschlagen."
Vor dem ersten Gruppen-Heimspiel am Mittwochabend (21.00 Uhr/Sky) gegen den russischen Meister geistert ein Horrorszenario umher: Das Aus wäre finanziell besonders in Zeiten fehlender Zuschauereinnahmen ein schwerer Schlag. "Das Weiterkommen ist komplett unser Ziel und auch unsere Verantwortung", betonte Zorc. "Wir dürfen uns keinen Ausrutscher mehr erlauben."
imago images / LaPresseQuelle: imago images / LaPresseDie Gruppe F mit Lazio Rom, St. Petersburg und dem FC Brügge wurde allgemein als machbar bis leicht eingeschätzt, andere Vereine traf es deutlich schlimmer. Doch das 1:3 in Rom hat Zweifel geweckt. Zum zweiten Mal nach dem Ligaspiel beim FC Augsburg (0:2) wurde der BVB in dieser jungen Saison körperlich und emotional abgekocht. "Es gibt viele Möglichkeiten zu punkten. Ich habe gar keine Angst, dass wir nicht weiterkommen", sagte Thomas Delaney dennoch.
Die chancenlosen Schalker waren beim 3:0 in ihrer Harmlosigkeit am Samstagabend kein Gradmesser. "Das war nicht brillant, aber gute Arbeit. Für dieses Spiel okay. Wir müssen aber noch eine Schippe drauflegen", forderte Zorc. Immerhin erstickte der Derbysieg eine drohende Diskussion über Trainer Lucien Favre, der sich erstaunlicherweise weiter nicht auf eine Nummer eins im Tor festlegt.
Wer im Multimillionenspiel Königsklasse bestehen will und ernsthafte Ambitionen anmeldet, muss Zenit schlagen. "Sie sind sehr gefährlich. Wir brauchen eine große Leistung und müssen sehr, sehr clever sein", warnte Favre zwar. Aber St. Petersburg hat zum Auftakt überraschend gegen Brügge verloren (1:2), ist seit zwölf Europacupspielen ohne Sieg und hat die Generalprobe gegen Rubin Kasan (1:2) in den Sand gesetzt.
Wenig spricht also gegen den ersten Sieg und weitere Wiedergutmachung - wären da nicht die Nerven und der Druck. "Wir müssen unbedingt Geld verdienen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zuletzt im Aktuellen Sportstudio des ZDF. Schließlich kostet den BVB mit seinem riesigen Stadion jedes Geisterspiel eine Millionensumme.
Zur Unzeit flammt in Dortmund zudem eine Diskussion über Marco Reus auf. Nach scharfer Kritik des Sky-Experten Dietmar Hamann, der lieber den Abwehr-Anführer Mats Hummels als Kapitän sähe, fühlte sich Watzke zu einer Reaktion gezwungen. "Marco ist ein guter Kapitän", sagte der Klub-Boss der Bild-Zeitung.
Dass der 31-Jährige "nach dieser langen Verletzungspause Zeit benötigt, seine Leistung zu stabilisieren, ist ja wohl einleuchtend", sagte Watzke: "Wir wissen jedenfalls, was wir an ihm haben." Zuletzt allerdings war Reus dem Anspruch, die vielen Talente zu führen, nicht gerecht geworden. In Rom gingen die jungen Wilden des BVB mit unter, sie zahlten Lehrgeld.


