Faszienrolle, Hartschaumrolle, BLACKROLL - es gibt viele Namen für das gleiche Produkt. Trotzdem sollte den meisten klar sein, worum es sich handelt - doch was genau das bringt und wie man es anwendet, das wissen dann doch die wenigsten. GOAL bringt mal wieder Licht ins Dunkle!
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Mit dem Namen BLACKROLL verhält es sich wie mit Nutella, Tempo oder Zewa: Blackroll ist nicht etwa der offizielle englischsprachige Begriff für die Rolle, der wäre nämlich Foam Roller. Nein, die Blackroll AG ist eigenständiges Unternehmen, welches den gleichen Namen wie das beliebte Produkt trägt. Dabei ist "Blackroll" in der Gesellschaft so populär, dass es mittlerweile der viel häufiger benutzte Begriff ist als "Faszienrolle" - auch, wenn es nicht durch das gleichnamige Unternehmen produziert wird.
Viele meinen, dass man nie genug am eigenen Körper arbeiten kann - da hilft auch eine Blackroll bei. Besonders Fußballer und Fußballerinnen benutzen die Faszienrolle gerne und häufig, aber wieso eigentlich? GOAL erklärt Sinn und Unsinn rund um die beliebte Rolle.
Faszienrolle: Was genau ist die Blackroll eigentlich?
Wir machen kurz einen geschichtlichen Ausflug: Moshe Feldenkreis, renommierter Anatomie- und Neurologie-Wissenschaftler sowie Judolehrer, ist besonders durch die von ihm entwickelte Feldenkrais-Methode berühmt geworden, bei welcher man die Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers trainiert und so Schmerzen reduziert.
Dabei benutzte Feldenkrais erstmals eine Rolle, die der Vorreiter der heutigen BLACKROLL ist: Eine Faszienrolle aus Holz. 1963 gewann die Rolle an Popularität, als sie auf der Erfindermesse in Nürnberg ausgestellt wurde.
Machen wir wieder den Sprung in die Gegenwart: Fast 60 Jahre später ist die Faszienrolle aus dem Alltag vieler Leistungssportler:innen nicht mehr wegzudenken. Zu Holz gegriffen wird heute allerdings nur noch sehr selten, viel angesagter sind dagegen Polyethylen, Polyurethan (beides Kunststoff) oder Kork.
Den Namen Blackroll gibt es rein aus designtechnischer Sicht: Der Hersteller hält die meisten Produkte im schwarzen (auf Englisch black) Ton. Aussagekräftiger ist da der Name Faszienrolle: Faszien sind nämlich Bereiche am Körper, welche für das Rezipieren von Schmerz zuständig sind. Faszien werden oft mit dem Bindegewebe gleichgesetzt.
Blackroll richtig anwenden: So setzen Sportler die Faszienrolle ein
Eine Faszienrolle kommt dabei nicht in einer einheitlichen Größe daher: Je nach Material und Zweck kann sie mal größer oder kleiner, mal dicker oder dünner sein.
Dabei kann das Material und das Modell der Rolle eine wortwörtlich wichtige Rolle spielen: Strukturiertere Oberflächen können beispielsweise das Massieren durch menschliche Hände nachahmen. Auch der Härtegrad ist hierbei nicht zu unterschätzen.
Mit der Blackroll wird meistens Druck auf bestimmte Körperregionen und Muskeln ausgeübt. So legt man sich beispielsweise mit dem Rücken kontrolliert auf die quer liegende Rolle und bewegt sich langsam auf- und abwärts. Meistens dauert das 30 Sekunden bis hin zu einer Minute.
Blackroll für eine bessere Gesundheit: Dafür ist die Faszienrolle gut
Den ganzen Aufwand macht man natürlich nicht nur zum Spaß, das Ganze hat auch einen tieferen Sinn: Die Faszienrolle hat nämlich vier Hauptbereiche, in welcher sie Auswirkungen haben soll(te):
- Wahrnehmung von Schmerz: Hiermit kann man seinen eigenen Körper durchchecken. Jeder Mensch ist anders und hat an anderen Stellen Schmerzen, mit einer Faszienrolle und kontrolliertem Druck kann man so herausfinden, wo etwas nicht stimmt.
- Aufwärmen: Mit einer Faszienrolle können einzelne Muskelbereiche schneller aufgewärmt und aktiviert werden, welche sonst erst nach längeren Bewegungen zu einem gleichen Ergebnis gekommen wären.
- Herunterkommen / Cool-down: Nach dem Sport kann man die Faszienrolle benutzen, um den Kreislauf kontrolliert herunterzufahren. So kann sich der Körper besser auf das Ende der Belastung vorbereiten und dem Muskelkater vorbeugen.
- Schmerzbekämpfung: Massieren der Fasziengewebe kann den Schmerz signifikant verringern und die Flexibilität erheblich steigern.
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Problematisch an der Blackroll: Die falsche Anwendung. Auch wenn das Gerät klein und unscheinbar daherkommen mag, kann es viel Unheil anrichten - genau wie große Trainingsanlagen im Fitnessstudio oder der grätschende Gegenspieler auf dem Fußballplatz.
Da Faszien sehr dünn und sehr sensibel sind, können große Schäden entstehen - gerade, wenn das Rollen zu intensiv ist. Dagegen kann klassisches Dehnen von Vorteil sein, auch, weil hier mehr Muskelgruppen auf einmal in Anspruch genommen werden.
Kosten: So teuer ist eine Faszienrolle heutzutage
Klein, dünn, dick, groß, Kunststoff, Kork, bunt, schwarz, geriffelt, mit bestimmtem Muster... es gibt wirklich zahlreiche Ausführungen der Blackroll und aller anderen Faszienrollen. Dabei variiert natürlich auch der Preis - dazu kommen schließlich noch die unterschiedlichen Marken.
Dabei kann man oft ein Paket an Produkten kaufen, die alle ihre Daseinsberechtigung haben: Sei es Faszienrolle in unterschiedlichen Größen, um für alle Muskelgruppen etwas parat zu haben, oder Faszienbälle, die eine punktgerichtetere Wirkung haben - allerdings steigt natürlich auch der Preis.
BLACKROLL selber bietet die klassische Blackroll für 29.90 Euro an, das Paket bestehend aus vier Elementen gibt es für 59.99 Euro zu kaufen. Dabei gibt es noch zahlreiche andere Anbieter (Liebscher & Bracht, Bodymate, Navaris, ZenOne...), die sich im Rahmen von 15 bis 50 Euro pro Rolle befinden. Günstiger wird es vielleicht noch als Second-Hand-Product, hier empfiehlt sich ein Blick auf Ebay-Kleinanzeigen.
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