BKA warnt vor Terrorgefahr: "Symbolträchtige" Ziele bei der EM

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Das Bundeskriminalamt macht für die EM in Frankreich offenbar akute Terrorgefahr aus. Auch Teams explizit seien dabei gefährdet.

Die Terrorgefahr während der Europameisterschaft in Frankreich bleibt unverändert hoch und belastet den Fußball. Zwar gebe es derzeit "keine aktuelle Terrorwarnung" oder konkrete Hinweise, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) dem SID mit, dennoch wisse die Behörde, "dass regelmäßig Anhänger des islamistischen Terrors zu Anschlägen innerhalb Europas aufgerufen werden". Die EURO (10. Juni bis 10. Juli) ist dabei offensichtlich ein attraktives Ziel.

Das geht aus einem internen BKA-Papier hervor, von dem die Bild-Zeitung berichtet. "Ein erfolgreicher Anschlag auf Mannschaften von 'Kreuzfahrernationen', zu denen Deutschland ebenfalls gezählt wird, hätte dabei besondere Symbolwirkung", zitiert das Blatt aus dem BKA-Dokument mit dem Titel "Gefährdungslage zur UEFA-Fußball-Europameisterschaft 2016". Es geht um Teams aus christlich geprägten westlichen Staaten.

Frankreich stehe aufgrund seiner Kolonialgeschichte und seines militärischen Engagements unter anderem im Kampf gegen die Terrormiliz IS besonders im Visier "islamistisch motivierter Täter". Mögliche weitere Anschlagsziele seien auch "symbolträchtige und 'weiche' Ziele mit einer großen medialen Aufmerksamkeit und entsprechend hohen zu erwartenden Opferzahlen".

Als mögliche Täter würden laut des Berichts Terror-Kleinstgruppen und "irrational handelnde, fanatisierte Einzeltäter" infrage kommen. Ein Gruppe von Attentätern hatte die Welt während des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland in der Nacht des schwarzen 13. November 2015 geschockt. 130 Menschen wurden brutal ermordet und Hunderte weitere teils schwer verletzt. Wenige Tage darauf wurde die Begegnung zwischen dem Weltmeister und den Niederlanden in Hannover aus Angst vor einem Anschlag abgesagt.

Bedrohungslage "weiterhin hoch"

"Natürlich ist die Bedrohungslage durch den IS-Terror weiterhin hoch. Dass sportliche Großereignisse im Blickpunkt stehen, ist nach dem vergangenen November keine Überraschung", sagte eine BKA-Sprecherin dem SID: "Derzeit liegen uns keine Erkenntnisse vor, die auf eine konkrete Gefährdung der Fußball-Europameisterschaft schließen lassen. Es gibt keine aktuelle Terrorwarnung."

Am Wochenende hatte bereits der Europol-Direktor Rob Wainwright vor möglichen Terroranschlägen bei der EM gewarnt. Frankreich wird den verhängten Ausnahmezustand wohl sogar bis nach der Tour de France (2. bis 24. Juli) verlängern, während es Turniers werden Tausende Polizeikräfte im Einsatz sein.

"Ich blicke mit großer Sorge auf die anstehende Fußball-Europameisterschaft", sagte Wainwright im Interview mit der Tageszeitung Die Welt: "Sie ist ein attraktives Ziel für Terroristen."

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Besondere Herausforderung für Polizei

Ziele wie Cafes, Restaurants oder einen Konzertsaal zu attackieren, sei erschreckend einfach. "Für die Polizei stellt so etwas eine besondere Herausforderung dar", sagte Wainwright. Der Brite fordert, dass sich die europäischen Polizeikräfte angesichts der militärischen Attacken mit Kriegswaffen besser schützen müssen.

"Wir müssen der Brutalität dieser Anschläge ins Auge sehen", sagte Wainwright: "Gefordert sind Polizeieinheiten, die auf derartige Anschlagsszenarien und Geiselnahmen wie etwa im Bataclán-Konzertsaal in Paris reagieren können. In Deutschland ist da schon einiges getan worden, in Großbritannien und Frankreich ebenfalls." Der Europol-Direktor Wainwright setzt sich zudem für eine europaweite Datei mit den Namen islamistischer Gefährder ein.

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