Sandro Wagner Bayern Munich Hoffenheim Bundesliga 01272018Getty Images

Bayerns Sandro Wagner im Interview: "Kann sein, dass das beste Stück dabei war"


INTERVIEW

Bestens aufgelegt spazierte Sandro Wagner am späten Samstagnachmittag als letzter Spieler des FC Bayern München durch die Interviewzone der Allianz Arena. Der Neuzugang hatte beim 5:2-Sieg im Bundesligaspiel gegen Ex-Klub 1899 Hoffenheim kurz nach seiner Einwechslung seinen ersten Treffer für den deutschen Rekordmeister erzielt.

Wie er das gemacht hat, verriet Wagner anschließend im launigen Gespräch. 

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Sandro, Glückwunsch zum Sieg.

Sandro Wagner: Ihnen auch, danke.

Wie war es für Sie?

Wagner: Es war ein sehr schöner Nachmittag. Ich konnte der Mannschaft dabei helfen, dass wir ein schönes Spiel gemacht und die Partie gedreht haben. Ich habe ein Tor gemacht bei inzwischen drei Kurzeinsätzen mit rund 30 Minuten Einsatzzeit. Es ist natürlich gut für einen Stürmer, gleich zu treffen, auch fürs Selbstvertrauen. Es war toll, endlich zuhause bei meinem Verein das erste Tor zu machen. 

Wenn Joachim Löw sagt ‚Nutz' Deine Chancen, wenn Du spielst‘, haben Sie heute alles richtig gemacht.

Wagner: Wenn er das sagt, habe ich heute Nachmittag alles richtig gemacht.

Das sagt er doch, oder?

Wagner: Ich weiß es nicht, hatten Sie Kontakt zu ihm?

Leider nicht.

Wagner: Ich leider auch nicht. Ich warte schon den ganzen Tag, habe aber noch nichts gehört. Aber klar ist es für einen Stürmer schon gut, wenn man trifft und der Konkurrent nicht trifft.

Löw hat das tatsächlich so gesagt bei der Auslosung zur Nations League. Da kann man sich also schon auf die Schulter klopfen.

Wagner: (klopft sich auf die Schulter) Ich bin Realist und habe heute ein Tor gemacht, das nicht so schwer war. Außerdem habe ich nur ein paar Minuten gespielt. Ich könnte mich jetzt hier für Euch feiern, aber das mache ich an anderer Stelle mal. Jetzt muss ich sagen: Tor gemacht, aber wir hätten sowieso gewonnen. Klar freut es mich, die Meinung von Jogi Löw ist mir auch wichtig. Aber es ist auch meine Aufgabe, Tore zu machen. Ich freue mich, wenn das so gut klappt und hoffe, dass es auch in den kommenden Wochen und Monaten so gut klappt.

Wie haben Sie das Tor eigentlich erzielt?

Wagner: (deutet auf die Hüftgegend) Das war eine Mischung aus diesem Bereich. Ich möchte da jetzt nicht näher drauf eingehen. Es kann sein, dass das beste Stück auch noch dabei war, aber da bin ich mir nicht mehr sicher. Es ging einfach so schnell. Es war sehr angenehm.

War Ihr schnelles Tor nach der Einwechslung eine Bestätigung, dass Sie beim FC Bayern mehr Torchancen bekommen, auch wenn Sie weniger spielen.

Wagner: Es war meine erste richtige Torchance in einem Pflichtspiel. Klar bekommt man hier mehr Chancen als woanders, weil die Qualität einfach eine andere ist als bei jedem anderen Bundesligisten. Das wusste ich ja auch. Ich habe die Stellenbeschreibung gut gelesen und war mir bewusst, dass ich hier auch mit wenigen Minuten meine Chancen bekomme und Tore machen kann. Ob ich sie dann nutze, liegt an mir. Heute hat es gut geklappt.

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Ist es ein neues Gefühl, in einer Mannschaft zu stehen, bei der man weiß, dass sie auch nach einem 0:2-Rückstand noch gewinnen kann?

Wagner: Neu vielleicht nicht, aber es ist schon beeindruckend. Ich saß auf der Bank und habe geschaut, ob da jemand nervös war. Aber da war keiner nervös, weil sich alle dachten, dass wir das Ding noch drehen. Da muss ich sagen: Respekt. Das ist halt der FC Bayern. Allein vom Gefühl her: Die liegen 0:2 hinten und machen einfach weiter. Das ist schon beeindruckend.

Sie haben vergangene Woche gesagt, dass es gegen Hoffenheim kein so besonderes Spiel ist.

Wagner: Und ich bin immer noch der Meinung. Es war besonders, mein erstes Tor für Bayern zu machen, aber nicht gegen Hoffenheim zu spielen. Ich bin Profi genug, wie jeder andere hier auch. Du musst in jedem Spiel Deine Leistung bringen. Das ist eine Floskel, aber Fakt.

Es gibt Profis, die gegen den Ex-Verein auf den Jubel verzichten.

Wagner: Ich jubele gegen jede Mannschaft, egal ob ich da ein Jahr war, ob meine Mama oder mein Papa die trainiert. Das ist mir wurscht. Ich mache ein Tor und dann freue ich mich.

Es ist ja eigentlich auch Quatsch. Man trifft ja eine bewusste Entscheidung, wenn man den Verein wechselt.

Wagner: Das muss jeder für sich entscheiden. Manche haben da eine andere Einstellung. Da bin ich ja sehr tolerant, aber ich jubele gegen jeden.

Hat der Trainer Ihnen schon gesagt, dass Sie demnächst auch mal von Beginn an spielen?

Wagner: Hat er mir gesagt, ja.

Wann nehmen Sie Glückwünsche zur Meisterschaft an?

Wagner: Habe ich ja letzte Woche schon angenommen. Da waren Sie aber nicht da. Dann nehme ich Ihre Glückwünsche heute auch nochmal an.

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