Barcelona hat MSN, aber Real Madrid noch viel mehr

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SERGIO CAMACHO
Mit dem famosen Trio im Angriff hat Barca in jedem Spiel gute Karten. Doch um Titel zu gewinnen, braucht man Qualität in der Tiefe - wie Real Madrid.

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Fußball ist ein Mannschaftssport. Es gab eine Zeit, in der elf Spieler für die großen Titel ausreichten, aber das ist heute nicht mehr der Fall. Real Madrid hat dank des breiten Kaders eine unglaubliche Stärke entwickelt und so die große Chance, als erste Mannschaft den Champions-League-Titel zu verteidigen.

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Die Stammformation des FC Barcelona ist wohl die Beste in Spanien. Mit Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar in Galaform, wie beim 4:1-Sieg gegen Villarreal, sind die Blaugrana kaum zu stoppen. Auch ohne den Brasilianer überzeugten die Mannen von Luis Enrique im Clasico beim spektakulären 3:2-Sieg im Bernabeu.

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Nach Messis Siegtor konnte man von Piques Lippen "wir sind unendlichmal besser (als Real Madrid, Anm. d. Red.)" ablesen. Und obwohl das eine klare Übertreibung ist, scheint Barcas Stammelf doch stärker zu sein.

Dies ist wohl ein Grund dafür, dass die Katalanen in dieser Saison die ein oder andere überragende Show im heimischen Camp Nou dargeboten haben - wie zum Beispiel das 6:1-Comeback gegen Paris Saint-Germain in der Champions League.

Doch die Spielzeit neigt sich ihrem Ende zu und für Barca kommen wohl keine neuen Highlights hinzu. Auf der anderen Seite hat Real Madrid gute Chancen auf den Meistertitel in LaLiga und den erneuten Triumph in der Champions League. Damit wären die Königlichen die erste Mannschaft, die ihren Titel verteidigen kann.

Real-Kader als Erfolgsgeheimnis

Ein Grund dafür ist die enorme Breite des Kaders. Den Beweis dafür gab es am Samstag, als Trainer Zinedine Zidane zu Beginn auf Karim Benzema, Luka Modric, Isco und Toni Kroos verzichtete. Cristiano Ronaldo war erst gar nicht im Kader für die Begegnung gegen Granada. Trotzdem siegten die Blancos klar und deutlich mit 4:0.

Bleibt man realistisch, so war nichts anderes zu erwarten, denn der Gegner aus Granada steht bereits als Absteiger fest und verlor die letzten vier Begegnungen vor dem Spiel gegen Real.

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Nichtsdestotrotz ist Madrids Dominanz überragend und nach James' Doppelpack innerhalb von elf Minuten war das Spiel schon fast durch. Der Kolumbianer konnte nun fünf Tore in seinen letzten vier Einsätzen erzielen. Außerdem verzeichnet er mit elf Toren und zwölf Vorlagen die meisten Torbeteiligungen aller Mittelfeldspieler aus LaLiga.

2014 kam er für 80 Millionen Euro vom AS Monaco und etablierte sich als großartiger Typ, den Zidane gerne in der Hinterhand behält. Genauso wie Real-Eigengewächs Alvaro Morata, der in Granada für das dritte und vierte Tor der Madrilenen sorgte.

Gianluigi Buffon meinte erst in der vergangenen Woche, dass Morata wohl der beste Spieler bei Juventus werden hätte können, wenn er denn geblieben wäre.

Dasselbe könnte man wohl auch noch über viele andere Ersatzspieler der Königlichen behaupten. Morata ist mit großer Wahrscheinlichkeit der beste Back-Up-Stürmer der Welt und James einer der versiertesten Spielmacher überhaupt. Auch mit Isco, der bereits des Öfteren mit Barcelona in Verbindung gebracht wurde, und Marco Asensio gibt es weitere aufregende Hoffnungen für die Zukunft. Lucas Vazquez und Mateo Kovacic könnten hier ebenso genannt werden - Spieler, die bei fast allen Mannschaften zur Stammelf gehören würden.

Es ist eine unglaubliche Vielfalt an Talenten, mit denen Barcelonas Bank nicht konkurrieren kann. Dies könnte der Vorteil der Madrilenen im Kampf um den Titel in LaLiga und auch für den Titel in der Champions League sein. Über eine lange Saison hinweg ist ein breiter Kader goldwert.

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