Berater von BVB-Stürmer Alexander Isak: "Er glaubt weiterhin, dass Dortmund der richtige Ort für ihn ist"

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Seit seinem BVB-Transfer im Januar 2017 hat Alexander Isak praktisch keine Einsatzchancen. Sein Berater spricht nun über die aktuelle Situation.


EXKLUSIV
Die Zeit bei Borussia Dortmund, so viel lässt sich längst sagen, steht für Alexander Isak bislang unter keinem guten Stern. Das begann schon bei seinem Wechsel für 8,6 Millionen Euro von AIK Solna zum BVB im Januar 2017, als Trainer Thomas Tuchel nach der Verkündung des Deals freimütig äußerte: "Ich kannte den Spieler nicht. Es ist alles sehr schnell entschieden worden. Der Informationsfluss war sehr kurzfristig."

Das war letztlich nur der Auftakt zur Schlammschlacht zwischen den Vereinsoberen und Tuchel, der in dieser Winter-Transferperiode eigentlich Oliver Torres von Atletico Madrid nach Dortmund lotsen wollte und sich in der Folge mit Chefscout Sven Mislintat überwarf.

BVB: Alexander Isak kam als Backup für Pierre-Emerick Aubameyang

Isak war dennoch da und man fragte sich schon, wie dieser junge Bursche jemals an Tormaschine Pierre-Emerick Aubameyang vorbeikommen sollte. Doch der Transfer von Isak war natürlich ein perspektivischer. Da stimmte dann auch Tuchel zu: "Es passt perfekt. Das ist ein Transfer, der dem Verein eine unglaublich langfristige Planungssicherheit bietet. Das macht für den BVB zu 100 Prozent Sinn."

Und für Isak auch, wie dessen Berater Moses Ssewankambo im Gespräch mit Goal und SPOX zurückblickt: "Die Wahl, sich zwischen mehreren Klubs für Dortmund zu entscheiden, kam von Alexander und seinem Umfeld - auf der Basis mehrerer Gespräche mit dem BVB und der Information, dass der Verein sehr gut mit jungen Spielern arbeitet und ihnen eine Chance gibt. Trainer Tuchel wusste von allem Bescheid."

GERMANY ONLY Alexander Isak Thomas Tuchel

Da sich Aubameyang aber nicht verletzte und Isak auch erst einmal im neuen Land ankommen musste, standen für den Schweden am Ende der Rückrunde nur vier Pflichtspielminuten bei den Profis zu Buche - beim Pokalspiel in Lotte.

Peter Bosz verhalf Alexander Isak zum BVB-Startelfdebüt

Neue Saison, neues Glück also? Nicht ganz. Tuchel-Nachfolger Peter Bosz ließ Isak immerhin in Magdeburg beim DFB-Pokal-Duell erstmals von Beginn an ran. Der Stürmer dankte es ihm prompt mit seinem ersten und bislang einzigen Treffer für den BVB sowie einem Assist.

Erst als Aubameyang, bereits unter Bosz-Nachfolger Peter Stöger, wegen disziplinarischer Maßnahmen kurzfristig aus dem Aufgebot flog, durfte Isak im ersten Spiel des Jahres 2018 gegen Wolfsburg sein Startelfdebüt in der Bundesliga feiern - und wurde nach solider Leistung nach 68 Minuten ausgewechselt.

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Wann immer Isak letztlich spielte, merkte man ihm die fehlende Spielpraxis an. Technisch ist der 19-Jährige beschlagen und einen Torinstinkt hat er auch, doch ihm ging gegen die meist physisch stärkeren Gegenspieler die Robustheit ab. "Er musste sich erst an den Männerfußball gewöhnen. Wenn dir so ein Ochse wie Papa Sokratis gegenübersteht, tut das schon einmal weh. Das muss er erst einmal lernen", sagte Ex-Borusse Nuri Sahin bereits im Vorjahr über Isak.

In Testspielen gegen unterklassige Teams blitzte Isaks Können dagegen viel eher auf, im Sommer 2017 gelangen ihm beim 5:2-Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt beispielsweise gleich vier Tore. "Er hat sich seit seinem Wechsel weiterentwickelt, aber aufgrund von vier unterschiedlichen Trainern innerhalb von eineinhalb Jahren nicht so, wie er es hätte tun können," bilanziert Berater Ssewankambo.

Verater: Alexander Isak wollte den BVB im Sommer nicht verlassen

Mit Lucien Favre stand im Sommer Trainer Nummer vier auf der Matte und auch er scheint keine Verwendung für den Schweden zu sehen. Favre setzte Isak in den Vorbereitungspartien kaum ein, auch bei größeren Spielformen im Training durfte er nur zusehen.

"Er ist noch extrem jung. Er hat viel Talent, das ist klar. Aber das Alter ist nicht einfach, da gibt es viele Höhen und Tiefen", sagte Favre. Für den Schweizer dominieren offenbar gerade die Tiefen, denn unter ihm durfte Isak bislang noch keine Sekunde ran. Ein Wechsel im Sommer stand dennoch nicht zur Diskussion, wie Ssewankambo sagt: "Das hat nie unsere Aufmerksamkeit genossen."

Alexander Isak Dortmund

Derzeit läuft Isak in der zweiten Mannschaft des BVB auf, die in der viertklassigen Regionalliga West spielt. Fünf Tore und zwei Vorlagen gelangen ihm dort in zehn Partien und vor allem: Isak spielt endlich regelmäßig.

"Ich weiß, was ich kann. Es ist nicht das Niveau, auf dem ich mich sehe. Es ist wie es ist zwischen mir und dem Trainer. Aber ich kann mich dennoch nicht beschweren. Ich denke, meine Form ist gut. Ich habe gut trainiert, aber nicht so viel Spielpraxis auf hohem Niveau erhalten. Es gibt keinen Grund für mich, zurückzuschauen oder darüber nachzudenken. Ich bin hiergeblieben und muss kämpfen", sagte Isak kürzlich in einem Interview mit der schwedischen Zeitung Aftonbladet.

Alexander Isak wird im Januar wohl beim BVB bleiben

Berater Ssewankambo versichert jedoch, dass die "Entscheidung, in der zweiten Mannschaft zu spielen, wie alle Entscheidungen zusammen mit dem Klub getroffen wurde, damit er sich noch weiter entwickeln kann". Spielpraxis wollte man Isak auch in der Youth League bieten. In Brügge hätte er erstmals für das U19-Team auflaufen sollen, doch noch am Flughafen in Dortmund erfuhr Isak, dass die UEFA seine Spielberechtigung zurückzog. Der Grund: Isak spielt als 1999er Jahrgang noch nicht die notwendigen zwei Jahre beim BVB.

Wie geht es in dieser Gemengelage nun weiter für Isak, dessen Vertrag noch bis 2022 läuft? Zuletzt kursierten Gerüchte, Isaks Ausbildungsverein AIK Solna spekuliere auf eine Leihe. Auch ein Wechsel nach Spanien geisterte schon umher. Fest steht: Die Regionalliga kann für Isak nicht die Lösung sein.

"Wenn er im Januar wechseln sollte, wird das zusammen mit dem Verein diskutiert und geplant - wahrscheinlich wird er aber nicht wechseln", sagt Ssewankambo. Der Berater weiter: "Es gab nie ein ernsthaftes Gespräch mit dem neuen Trainer, der bekannt dafür ist, sehr gut für junge Spieler zu sein. Das heißt aber nicht, dass es nicht noch passieren wird. Alexander Isak glaubt weiterhin, dass Dortmund der richtige Ort für ihn ist. Er ist erst 19, es liegt noch viel Zeit vor ihm."

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