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Europa League: ManUnited bezwingt Ajax und Mourinho ist doch noch special

Am Ende war es genau ein Spiel, das darüber entscheid, ob Jose Mourinhos erste Saison bei Manchester United mit dem Etikett "Erfolg" versehen werden kann. Oder ob man sich fragen muss: Was ist an The Special One eigentlich noch besonders? Gut für Mourinho, dass diese Frage zunächst nicht gestellt wird. Grund dafür ist das 2:0 gegen Ajax Amsterdam im Endspiel um die Europa League . United holte damit nicht nur einen Titel, der dem erfolgsverwöhnten Klub in seiner Sammlung tatsächlich noch fehlte, sondern, und das ist eigentlich noch wichtiger, löste über diesen Umweg das Ticket für die Champions League in der kommenden Saison.

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United ist also dort, wo der Klub (nach eigenem Selbstverständnis) hingehört – im Konzert der ganz Großen. Die lästigen Spiele am Donnerstagabend haben ein Ende. Die Qualifikation für die Königsklasse war vor der Saison das Minimalziel und in der Premier League wurde es mit Rang sechs krachend verpasst. Das kümmert aber jetzt kaum noch jemanden, der es mit den Red Devils hält.

Mourinhos Plan stoppte Ajax Amsterdams Rasselbande

Als es in der Liga immer durchwachsener lief und ein enttäuschendes Remis an das nächste enttäuschende Remis gereiht wurde, entschloss sich Mourinho irgendwann dazu, voll auf die Karte Europa League zu setzen. Der Erfolg gibt dem Portugiesen am Ende Recht. Außerdem, und das muss man auch festhalten: United ließ sich voll auf den Wettbewerb ein. Andere große Klubs tun das mit schöner Regelmäßigkeit nicht und scheiden meistens früh und oft peinlich aus.

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So pragmatisch, wie Mourinho schließlich in der Premier League seine Stars geschont hatte, so pragmatisch ging er auch das Endspiel in der Friends Arena von Solna an. Der pfeilschnellen Rasselbande von Ajax überließ der Favorit gerne die Kugel, zog sich in die eigene Hälfte zurück und bot so kaum Räume für die schnellen Amsterdamer Angreifer um Amin Younes, Kasper Dolberg und Bertrand Traore. Das Konzept ging auf, die Niederländer konnten ihren Ballbesitz in der ersten Halbzeit in keine einzige echte Torchance ummünzen.

United wählte dagegen häufig das Mittel des langen Balls und hatte in Marouane Fellaini und Paul Pogba zwei gute Abnehmer, die viele Kopfballduelle für sich entschieden. Der bärenstarke Pogba besorgte auch den Treffer zum 1:0, als er aus 17 Metern abzog und Ajax-Verteidiger Davinson Sanchez unglücklich abfälschte.

Kurz nach der Halbzeit war die Partie praktisch entschieden, als Ex-BVB-Star Henrikh Mkhitaryan nach einem Smalling-Kopball akrobatisch im Fallen für das 2:0 sorgte. Ajax fehlten die Mittel, um diesen Rückstand gegen das Bollwerk von der Insel noch aufzuholen.

Zlatan Ibrahimovic feiert auf Krücken

Nach Pogba hatte mit Mkhitaryan also der zweite spektakuläre Neuzugang des Sommers einen Treffer beigesteuert. Eine nette Randnotiz für die Verantwortlichen Manchesters, die für ihre Einkaufspolitik (nicht zu Unrecht) in den letzten Jahren viel Kritik einstecken mussten. Und der verletzte Zlatan Ibrahimovic, ebenfalls vor der Saison mit viel Getöse verpflichtet, bekam auch noch seinen Auftritt, als er in seiner Heimat humpelnd jeden Mitspieler und Gegner abklatschte und später auch den Pokal in die Höhe reckte.

Henrikh Mkhitaryan Paul Pogba Manchester United Europa League FinalGetty ImagesHenrikh Mkhitaryan (l.) und Paul Pogba - Torschützen unter sich

ManUnited darf also den zweiten Titel dieser Saison feiern. Es ist kein großes Double, aber League Cup und Europa League in einer Spielzeit zu gewinnen – das muss man auch erstmal schaffen. Und wer kann schon von sich sagen, in einer durchwachsenen Saison am Ende zwei Trophäen abgestaubt zu haben?

Für Jose Mourinho, der bei der Siegerehrung seine Medaille küsste und immer wieder die Arme nach oben streckte, war es in Solna übrigens das 14. große Endspiel seiner Laufbahn - und er fuhr dabei den zwölften Sieg ein. Eine außergewöhnliche Bilanz , die auf jeden Fall dafür spricht, dass Mourinho immer noch ein bisschen special ist.

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