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Die Regionalliga-Meisterschaft, die die Blauen am Samstag mit dem 3:0 (2:0) beim FC Pipinsried am vorletzten Spieltag einfuhren, soll auf dem Weg zurück nur Zwischenstation sein. Ein Jahr nach dem Absturz der einst stolzen Löwen von der 2. Liga in die Viertklassigkeit wartet in der Aufstiegsrelegation am 24./27. Mai ein Duell der Ex-Bundesligisten mit Süd/Südwest-Meister 1. FC Saarbrücken. Das Rückspiel findet in München statt.
Mölders: "Jetzt wollen wir alles"
Doch selbst im Aufstiegsfall herrscht Unklarheit darüber, wie hoch der Etat sein wird. Die jüngste Aufsichtsratssitzung brachte in dieser Frage keine Ergebnisse. In welchem Umfang Investor Hasan Ismaik die Mannschaft unterstützt, ist offen.
"Jetzt wollen wir alles. Jetzt wollen wir in die 3. Liga", sagte Mölders, der mit 19 Saisontreffern großen Anteil an der ersten Meisterschaft seit der in der Bayernliga 1993 hat. Doch in der Relegation, meinte Bierofka, "sind wir nur Außenseiter, man muss nur die Budgets vergleichen".
Bierofka, der nach dem Absturz aus die eigene U21 und einige wenige Profis wie Mölders ein neues Team baute, gilt als Vater des Erfolgs. Ismaik dankte dem "Gesicht dieser Mannschaft" in einem Facebook-Post "ganz besonders". Der Aufstieg "wäre das Sahnehäubchen seiner selbstlosen Arbeit", schrieb er zu einem Foto, das ihn an der Seite seines Bruders Yahya sowie der Aufsichtsräte Peter Cassalette und Saki Stimoniaris über den Dächern Münchens zeigt, alle im Aufstiegsshirt.
Das schwarze "Meisterlöwen"-Hemd trugen auch die Spieler in Pipinsried, wo die Party vom heimischen FC generalstabsmäßig vorbereitet worden war. Dort lag der Zuschauerschnitt zuvor bei 409 - um dem Ansturm mehrere Tausend Sechziger zum "Spiel des Lebens" Herr zu werden, musste zunächst ein Bauer überzeugt werden: Er ließ zu, dass auf einem Acker an der Nordostseite des Stadions an der Reichertshauser Straße ein "Löwenhügel" entstand - mit Holz-Wellenbrechern und Bergen von Rindenmulch.
Platzsturm der 1860-Fans
Auch sonst fehlte es im Dachauer Hinterland an nichts: 8000 Semmeln, 120 Sicherheitsleute, 32 Dixie-Klos, 14 Verpflegungsstände. Weil sich DFB-Vize Rainer Koch angekündigt hatte, gab es sogar einen sechs mal drei Meter großen VIP-Container, und die Rockband "Shout" spielte AC/DC.
Daniel Wein (23.), Nico Karger (45.+1) und Mölders (88.) machten die Feier mit ihren Toren perfekt, nach dem Schlusspfiff stürmten die Löwen-Fans den Platz. Bierofka gab zwei Tage frei, kündigte für Dienstag allerdings einen "saftigen Waldlauf" an. Mölders werde gar "Straftraining" absolvieren müssen. Der Stürmer hatte es gewagt, ihn mit Bier zu übergießen.


