Toni KroosGetty

"120 Millionen plus Pogba": Toni Kroos, der Boss beim Weltmeister

Toni Kroos ist der unangefochtene Boss im Mittelfeld der deutschen Weltmeister . Für seinen kleinen Bruder ist Toni Kroos der Größte, dafür braucht es keine neumodischen Statistiken. "Er ist der weltweit beste Spieler auf seiner Position", sagt Felix Kroos , davon ist er felsenfest überzeugt. Und wer es mit dem "Kroos-Meister" ( n-tv ), dem "Meister der Mitte" ( 11Freunde ), mal nicht so gut meint, der bekommt eben einen drüber.

Er habe gelesen, "dass Juventus Turin Paul Pogba nur an Real Madrid verkaufen würde, wenn sie dafür 120 Millionen Euro plus Toni Kroos bekommen", berichtete Felix, selbst Zweitliga-Profi bei Union Berlin, in seiner Kolumne für die Kreiszeitung Syke . Welch ein Quatsch: "Juventus müsste 120 Millionen Euro zahlen und Pogba noch oben drauf legen, um Toni zu bekommen!"

Denn: Toni Kroos, das hat sich längst auch außerhalb der eigenen Familie herumgesprochen, ist überragend. Joachim Löw hat das selbstverständlich erkannt, er machte den 26-Jährigen zu seinem Boss auf dem Feld.

Weit über dem Durchschnitt

Ilkay Gündogan ist verletzt, das ist bitter. Bastian Schweinsteiger ist nicht fit, sehr ärgerlich. Sami Khedira läuft auch nicht rund, es könnte besser sein. Aber solange Toni Kroos da ist, solange er fit ist und die Fäden zieht, gewinnt der Weltmeister auch so. Seinen Stellenwert kennen auch die Fans, die Kroos in einer weltweiten Internet-Umfrage zum "Man of the match" des ersten deutschen EM-Spiels gegen die Ukraine (2:0) wählten.

Von seinem Wert zeugen auch die Daten des neuen Statistik-Anbieters Impect. Dessen Team konzentriert sich, vereinfacht gesagt, auf "Überspielungen" von Gegnern, also darauf, wie viele Gegenspieler ein Profi pro Partie aus dem Spiel nimmt. Ein normaler defensiver Mittelfeldspieler kommt auf 28 pro Spiel, für Toni Kroos werden im Durchschnitt 85 gezählt. Gegen die Ukraine kam der 26-Jährige auf 112 aus dem Spiel genommene Gegner. Das sind mehr, als das gesamte nordirische Team beim 0:1 im EM-Gruppenspiel gegen Polen verzeichnete.

Dies ist letztlich aber nur die Bestätigung dafür, was Miroslav Klose mal in eine einfache Formel fasste: "Der Toni bringt den Ball dahin, wo er hin muss."

Bei Real unverzichtbar

Der große Durchbruch gelang dem einstigen Supertalent beim 7:1 im WM-Halbfinale 2014 gegen Brasilien, als Kroos selbst aus einer überragenden deutschen Mannschaft noch herausstach. Bei der Wahl zum Weltfußballer wurde der "Sechser" zwischen all den Torjägern und Zauberern immerhin Neunter. Bayern München ließ ihn damals trotzdem ziehen.

Bei Real Madrid hat sich Toni Kroos auch laut Löw vor allem als Persönlichkeit weiterentwickelt. Bei den Königlichen war er fast vom ersten Tag an der Kopf des Spiels. "Wir lieben ihn. Toni ist genau der Spieler, der uns noch gefehlt hat. Er ist perfekt für Real", schwärmt Trainer Zinedine Zidane. Im Champions-League-Finale gegen Atlético wechselte er ihn beim Stande von 1:0 trotzdem aus und riskierte prompt den Sieg. Doch nun weiß auch Zidane: Den Boss wechselt man nicht aus.

Werbung
0