Die Vertragsverlängerung mit Dayot Upamecano ist seit kurzem endlich perfekt, die Verhandlungen wirken aber noch nach. Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte seinem Unmut über das Management des Franzosen bereits während des Pokers mit deutlichen Worten Luft gemacht, nun legte er in einem Interview mit der Bild-Zeitung nach.
IMAGO / Eibner"Werden verstärkt 'Nein' sagen": FC Bayerns Uli Hoeneß kündigt veränderten Umgang mit Beratern an
(C)Getty ImagesBayerns Uli Hoeneß: "Werden es uns nicht mehr gefallen lassen"
"Herbert Hainer, Max Eberl, Jan Dreesen, Karl-Heinz Rummenigge und ich sind uns einig: Wir werden dieses ganze Berater-Thema zur Diskussion stellen! Und wir werden es uns nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft", kündigte Hoeneß an. Der 74-Jährige übte grundsätzliche Kritik an der Berater-Zunft. "Ihr Beitrag steht zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung, die aufgerufen und am Ende auch oft gezahlt wird. Sie verdienen viel zu viel Geld für das, was sie leisten – bei einigen geht es nicht über drei Mittagessen mit uns hinaus", sagte Hoeneß - der damit auch nebenbei verriet, wie sehr er offenbar noch immer ins Tagesgeschehen involviert ist. Hoeneß ging neben seiner Generalkritik noch genauer auf den Upamecano-Poker ein: "Im Fall Upamecano wollten die Berater entweder den Preis bei uns hoch- oder ihn zu einem anderen Klub treiben, und als Dankeschön sollen wir ihnen Handgeld zahlen. Das ist ein Widerspruch in sich, den wir so nicht länger hinnehmen sollten."
Getty ImagesHoeneß will mit bestimmten Beratern nicht mehr zusammenarbeiten
Die Bayern hatten nach zähen Verhandlungen schließlich ihr Angebot zurückgezogen – und Upamecano damit zum Umdenken bewegt. Hoeneß betonte, damit habe der FC Bayern alles richtig gemacht, und kündigte für die Zukunft noch weitreichendere Schritte an: "Wir werden verstärkt 'Nein' sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen. Man kann auch dem Spieler einmal sagen: 'Wenn dein Berater weiter so unverschämt verhandelt, werden wir mit ihm nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen'. So weit muss das gehen."
Hoeneß führte weiter aus: "Dieses Wort 'Nein' wird in Zukunft häufiger fallen. Da sind wir uns im Verein einig. Wir werden vielleicht auch den ein oder anderen Berater – wenn er sich unfair verhält – auf eine Liste nehmen und ihm sagen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden. Das wäre der nächste Schritt."
Bayerns Uli Hoeneß lobt den Diaz-Berater
Ein Lob vom Bayern-Boss gab es hingegen für den Berater von Sommer-Neuzugang Luis Diaz. Hoeneß erklärte: "Er hat für seinen Klienten alles investiert und mit Liverpool dennoch immer fair gesprochen. So einen Mann bezahlen wir gern."
Über Spielerberater hat sich der Bayern-Patron bereits in der Vergangenheit des Öfteren kritisch geäußert. So nannte er etwa Pini Zahavi, der unter anderen David Alaba und später auch Leroy Sane vertrat, einen "geldgierigen Piranha".
Die nächsten Spiele des FC Bayern München:
- 21.02., 15.30 Uhr: Eintracht Frankfurt (H)
- 28.02., 18.30 Uhr: Borussia Dortmund (A)
- 06.03., 20.30 Uhr: Borussia Mönchengladbach (H)
- 14.03., 15.30 Uhr: Bayer Leverkusen (A)

