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"Wenn ich das Geld für Harry Kane und Declan Rice ausgegeben hätte": Ex-Chelsea-Coach Graham Potter erklärt Probleme mit Todd Boehlys 300-Millionen-Pfund-Kaufrausch

Der Ex-Blues-Coach erklärt in einem Interview, wie die vielen Neuzugänge im Januar 2023 seine Arbeit erschwert haben.

Graham Potter hat erstmals über seine Zeit beim FC Chelsea gesprochen, wo er als Nachfolger von Thomas Tuchel nach nicht mal einer Saison schon wieder gefeuert worden war - trotz oder gerade wegen massiver Investitionen in den Kader der Blues.

  • WAS WURDE GESAGT?

    Chelsea spielte unter Potter eine unterdurchschnittliche erste Saisonphase mit gelegentlichen positiven Ausreißern wie zwei klaren Siegen in der Champions League gegen die AC Milan.

    In der Premier League verabschiedeten sich die Blues jedoch als enttäuschender Tabellen-9. in die Pause für die Weltmeisterschaft in Katar von Ende November bis Ende Dezember.

    Die wenig befriedigende Ausbeute und etliche Verletzungen von Stammspielern ließen die Alarmglocken klingeln an der Stamford Bridge.

    "Dann haben die Eigentümer beschlossen, eine Menge Geld in den Kader zu investieren, 300 Millionen Pfund (360 Mio. Euro) im Januar-Transferfenster. Wenn man nun 300 Millionen Pfund für Spieler ausgibt, die von außerhalb der Premier League kommen, aus Ländern, die mitten in der Saison eine Pause einlegen, dann kann man nicht einfach davon ausgehen, dass sie sofort durchstarten und alles in Ordnung sein wird", erzählte Potter im Interview mit The Telegraph.

    Der 49-Jährige gibt zu bedenken, dass mit großen Investitionen auch die Erwartungshaltung steige und der Druck vor allem auf den Trainer wachse.

    "Wenn ich das Geld für Harry Kane und Declan Rice ausgegeben hätte, wäre das fair gewesen, aber das war damals die Entscheidung", sagte Potter.

    Chelsea unter Mitbesitzer Todd Boehly holte stattdessen den frischgebackenen Weltmeister Enzo Fernández von Benfica für 120 Millionen Euro und Mykhaylo Mudryk aus Donezk für 70, um nur die beiden teuersten von zahlreichen Neuzugängen zu nennen.

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    EIN BLICK AUF DIE ZAHLEN:

    Die frischen Kräfte brachten die Blues aber nicht nach vorn. Potter durfte noch bis April weitermachen und wurde dann auf Platz elf stehend entlassen.

    Co-Trainer Bruno Saltor übernahm für ein Spiel, ehe Vereinsikone Frank Lampard den Rest der Saison coachen durfte und in elf Spielen auf weniger als einen halben Punkt pro Partie kam. Am Ende belegte Chelsea Platz 12.

  • WIE GEHT ES WEITER?

    Potter hat seit seiner Demission vor fast anderthalb Jahren nicht mehr gearbeitet, kündigte aber an, bereit für eine neue Herausforderung zu sein. Zuletzt war er im Gespräch für die Nachfolge von Gareth Southgate als Nationaltrainer Englands.

    Chelsea hat derweil einen guten Start in die neue Saison hingelegt unter Enzo Maresco, der im vergangenen Sommer von Maurizio Pochettino übernahm. Mit zehn Punkten aus fünf Spielen belegen die Blues Platz 5. Am Samstag geht es gegen Brighton & Hove Albion, Potters Ex-Klub.

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