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Weil er Sergio Ramos verachtete! Ein Mega-Talent sagte Transfer zu Real Madrid ab

Am 4. Mai 2019 schrieb Harvey Elliott Geschichte. Im Alter von 16 Jahren und 30 Tagen wurde er beim Spiel seines damaligen Vereins FC Fulham gegen die Wolverhampton Wanderers eingewechselt und avancierte damit zum bis dato jüngsten Spieler in der Geschichte der Premier League.

Klar, dass daraufhin viele europäische Topvereine um das Talent buhlten - unter anderem Real Madrid. Die Königlichen gingen im Werben um den Flügelspieler aber leer aus. Maßgebend dafür war auch eine Szene aus dem Champions-League-Finale der Saison 2017/18 zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool.

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    Sergio Ramos foult Mo Salah aus dem Champions-League-Finale

    Elliott erlebte das Finale als Sympathisant der Reds live vor Ort im Olympiastadion von Kiew. In der 30. Spielminute kam es beim Stand von 0:0 zu einer vorentscheidenden Szene. Reals damaliger Kapitän und Abwehrchef Sergio Ramos hielt Mohamed Salah, der zu diesem Zeitpunkt bei 51 Toren in 58 Saisonspielen gestanden hatte, während eines Zweikampfes, in dem beide schließlich zu Boden gingen, so lange am Arm fest, dass der Stürmer beim Aufprall im anderen Arm einen Bänderriss im Schultergelenk erlitt. Ohne Balance versuchte sich Salah nämlich mit seinem linken Arm abzustützen, fiel dabei jedoch mit voller Wucht auf die Schulter. Der Ägypter musste daraufhin unter Tränen ausgewechselt werden.

    Real Madrid gewann das dramatische Finale auch wegen eines gebrauchten Abends des deutschen Torhüters Loris Karius mit 3:1. Ramos war sich hinterher keiner Schuld bewusst. "Ich sehe die Szene nicht kritisch. Er hält meinen Arm zuerst. Ich lasse mich in die andere Richtung fallen, die Verletzung betrifft dann den anderen Arm. Und dann heißt es, ich hätte einen Judogriff angewandt", sagte er.

    Elliott hatte sich der harte Einsatz von Ramos gegen Salah aber ins Gedächtnis gebohrt, mit schlechten Folgen für den spanischen Topverein. Dieser wollte den Engländer im Sommer 2019 verpflichten und fuhr deshalb große Geschütze auf.

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    Elliott will Ramos nicht treffen und sagt Real Madrid ab

    Real lud Elliott nach Spanien ein, führte ihn auf dem Trainingsgelände herum und zeigte ihm das Estadio Santiago Bernabeu. Ganz nach Plan verlief die ganze Sache laut einem Bericht von The Athletic aber nicht. "Als sie das an der Wand hängende Trikot von Sergio Ramos erreichten, bot Real in seiner Charmeoffensive an, den talentierten Teenager mit seinem langjährigen Kapitän zusammenzubringen", heißt es darin.

    Mit der Reaktion von Elliott hatte dann wohl niemand gerechnet, sagte der Umworbene doch: "Nein, schon gut, danke. Ich mag ihn nicht, nachdem was er Mo Salah angetan hat." Nicht nur wegen dieser Aussage war es dann wenig überraschend, dass Elliott ein Angebot des FC Liverpool annahm und Real Madrid eine Absage erteilte.

    Bei den Reds entwickelte sich Elliott dann unter Trainer Jürgen Klopp durchaus zu einem wichtigen Spieler. Doch nicht nur wurde ihm im Champions-League-Finale 2022 seine persönliche "Rache", wie er es selbst nannte, verwehrt. Mittlerweile ist das einstige Top-Talent, das auch bei der U21-EM 2025 groß aufspielte und gar zum Spieler des Turniers gewählt wurde, in einer furchtbaren Karriere-Sackgasse gefangen.

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    Harvey Elliotts bittere Karriere-Sackgasse bei Aston Villa: Es ist zum Heulen

    Weil Liverpool auf dem Sommertransfermarkt auf ganz große Einkaufstour ging, musste Elliott weichen. Es verschlug ihn auf Leihbasis zu Aston Villa. Schon als er auf dem Weg zu seinem neuen Klub bittere Tränen vergoss, deutete sich an, dass dies nicht seine beste Entscheidung werden sollte.

    Er weinte, weil es sich für ihn anfühlte, als habe er es bei seinem geliebten FC Liverpool nicht ganz geschafft. Monate später hätte er nun aber noch einen Grund mehr, um in Tränen auszubrechen. Denn bei Villa spielt Elliott eigentlich gar keine Rolle und das ist keineswegs Elliotts Fehler.

    Das hat einerseits mit den Gerüchten zu tun, wonach Villa-Trainer Unai Emery Elliott gar nicht wollte. Der Spanier hätte lieber West Ham Uniteds Lucas Paqueta für das Mittelfeld verpflichtet. Sportchef Monchi, der drei Wochen nach Elliotts Verpflichtung nicht mehr im Amt war, habe Elliott aber angeblich favorisiert und dessen Leihe durchgedrückt.

    Die vertraglichen Vereinbarungen sehen dabei vor, dass eine Kaufpflicht über rund 40 Millionen Euro greift, sollte Elliott zehn Pflichtspiele für Villa bestreiten. Das ist die Grundlage für die Tragik von Elliotts Fall und belegt in seiner Gesamtheit die Perversität des Profigeschäfts: Bislang wurde er erst sieben Mal eingesetzt. Und es darf bezweifelt werden, dass auch nur noch ein Spiel dazukommt.

    Villa will nämlich einfach nicht, dass die Klausel greift. Weil Emery ihn nie haben wollte, er ohne Elliott gut auskommt und seine gefestigte Mannschaft in dieser Saison einen echten Höhenflug hingelegt hat. Elliott und Villa ist eines der größten Missverständnisse der vergangenen Sommer-Transferperiode.

  • Harvey Elliott: Statistiken und Leistungsdaten

    • FC Liverpool: 149 Spiele, 15 Tore, 20 Vorlagen
    • Blackburn Rovers: 42 Spiele, 7 Tore, 11 Vorlagen
    • Aston Villa: 7 Spiele, 1 Tor
    • FC Fulham: 3 Spiele
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