Bayer 04 Leverkusen muss bis zum Jahr 2029 ein neues Trainingsgeländer errichten. Ansonsten droht der Entzug der Lizenz für die Bundesliga.
AFPWegen Umbau einer Autobahn! Bayer 04 Leverkusen droht der Lizenzentzug in der Bundesliga
WAS IST PASSIERT?
Grund dafür ist ein ab 2031 geplanter Ausbau der Autobahn A1. Diese wird zwölf Meter in Richtung des Stadions des amtierenden deutschen Meisters, der BayArena, erweitert. B04 muss im Zuge dessen Teile seiner Trainingsplätze abtreten, darüber hinaus fallen auch einige Arena-Parkplätze dem Bau zum Opfer. Neue Rettungs- und Fluchtwege müssen entstehen.
Diese wiederum sind für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs unerlässlich. Sollte Leverkusen für das Stadion nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stellen können, könnte im schlimmsten Fall die Betriebserlaubnis entzogen werden. Dies würde folglich auch zu einer Einstellung des Profibetriebs sowie zum Entzug der Lizenz für die ersten Bundesliga führen.
WAS IST DER HINTERGRUND?
Gleichzeitig haben die Verantwortlichen der Werkself bereits einen Plan, das sich anbahnende Dilemma zu umgehen. Einem Bericht der Sport Bild zufolge soll ein sich im Besitz der Bayer AG (Hauptsponsor von Leverkusen) befindliches Rapsfeld, gelegen rund 15 Kilometer entfernt vom Stadion in Monheim, als Grund für einen neuen Campus herhalten.
WAS WURDE GESAGT?
"Für uns ist ein Neubau auf diesem Gelände nach allen Prüfungen der beste Standort, um die Zukunftsfähigkeit des Klubs durch eine entsprechende Infrastruktur abzusichern. Aber die Wahrheit ist auch: Es ist die wahrscheinlich letzte Möglichkeit, bevor uns die Autobahn verdrängt", wird Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro zitiert.
WIE GEHT ES WEITER?
Bis Mitte 2029 muss das neue Trainingsgelände demnach spätestens stehen, um den Umzug vor den Umbaumaßnahmen der Autobahn rechtzeitig vollziehen zu können. Daraus ergibt sich, dass mit dem Bau spätestens Anfang 2027 begonnen werden muss. Bis Ende 2026 müssen deshalb alle Hürden in Monheim aus dem Weg geräumt sein. Die Planungen laufen parallel, um Verzug zu vermeiden.
"Der Campus ist für den gesamten Verein das zurzeit wichtigste strategische Projekt", erklärte Carro diesbezüglich. Der Bau samt allen Genehmigungen sei allerdings "sehr herausfordernd". So müssten noch zahlreiche Prüfungen durchgeführt werden - etwa zu Lärm, Flächenverbrauch, Verkehrsbelastung und Lichtemissionen am Abend. Eine Genehmigung für eine industrielle Bebauung liegt bereits vor, nicht allerdings für ein Sportzentrum.
Bei diesem Projekt gehe es laut Carro nun auch um die Zukunft des Klubs. "Wir haben als Verein einen großen gesellschaftlichen Wert, weit über die Stadtgrenze hinaus. Aber ohne Heimat werden wir auf Top-Niveau keine Zukunft haben."

