Jurgen Klopp 01172026(C)Getty Images

Wechsel-Hammer zu Real Madrid? Jürgen Klopps Aus bei Red Bull könnte "schneller als erwartet" kommen

Der Stein, den die Salzburger Nachrichten vergangene Woche ins Rollen brachten, nimmt offenbar Tempo auf. Denn nun behauptet auch die renommierte L'Equipe, dass es zwischen Jürgen Klopp und Red Bull einige Streitpunkte gebe. 

  • Klopp angeblich wegen Ole Werner bei RB Leipzig nicht unumstritten

    Das Blatt aus Österreich hatte Ende Februar berichtet, dass Klopp Klopp rund 14 Monate nach seinem Amtsantritt als Global Head of Soccer beim österreichischen Brausehersteller "nicht mehr unumstritten" und ein vorzeitiges Ausscheiden aus seinem bis Ende 2029 laufenden Vertrag längst nicht mehr ausgeschlossen sei. Sollte Klopp eine Rückkehr auf die Trainer-Bank anstreben, so werde der Konzern dem 58-Jährigen keine Steine in den Weg legen.

    Konzern-Chef Oliver Mintzlaff verwies den Bericht zwar ins Reich der Fabeln, bezeichnete die Informationen gar als "völligen Schwachsinn" und betonte, dass man mit Klopps Arbeit "extrem zufrieden" sei. Aber laut L'Equipe soll es dennoch hinter den Kulissen einige Streitpunkte geben, die gar "unübersehbar" seien.

    Besonders in Leipzig sei die Kritik an Klopp durchaus lauter, weil sich der einstige Erfolgscoach von Mainz 05, Borussia Dortmund und Liverpool im Sommer klar für eine Verpflichtung von Ole Werner als neuen Cheftrainer ausgesprochen habe. Unter Werner laufen die Leipziger den eigenen Ansprüchen, mindestens mal die Nummer drei in Deutschland hinter dem FC Bayern und dem BVB zu sein und klar auf Kurs Champions-League-Qualifikation zu liegen, weiter hinterher.

    Aktuell liegt RB in der Bundesliga auf Platz fünf mit zwei Punkten Rückstand auf den VfB Stuttgart und die TSG Hoffenheim. Auch Mintzlaff monierte Mitte Februar nach dem Aus im Pokal-Viertelfinale gegen den deutschen Rekordmeister die Bundesliga-Leistungen der Mannschaft, die zu inkonstant seien.

    "Wenn wir diese Leistung in der Bundesliga bringen, sollte das Ziel machbar sein", sagte Mintzlaff nach der denkbar knappen Niederlage gegen den deutschen Branchenprimus, in deren Verlauf RB den Bayern durchaus lange Paroli geboten hatten: "Der Mannschaft fehlt nicht Erfahrung, sondern in jedem Bundesligaspiel 90 Minuten das auf den Platz zu bringen, was sie kann." Nun nehme er die Mannschaft "in die Pflicht", weil: "In der Liga war das nicht ansatzweise das, was wir wollen."

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  • Trainer-Entscheidung bei Paris FC: Klopp außen vor?

    Ein anderer Konfliktherd für Klopp im Red-Bull-Kosmos soll derweil in Paris liegen. Dort gehören RB 10,6 Prozent der Anteile an Aufsteiger Paris FC, bei dem Klopp schon mehrfach vor Ort hofiert wurde. Laut L'Equipe seien aber die Kompetenzen zwischen Klopp und der Besitzer-Familie Arnaud nicht konkret genug abgesteckt. 

    Zwar habe man Klopp in sportlichen Belangen schon mehrfach konsultiert, ihn allerdings bei der Wahl nach einem geeigneten Nachfolger des entlassenen Trainers Stephane Gilli außen vor gelassen. Ex-PSG-Trainer Antoine Kombouare übernahm, obwohl im Red-Bull-Netzwerk in Marco Rose oder Adi Hütter Trainer mit Stallgeruch und Klopp-Connection verfügbar gewesen wären. Paris liegt aktuell auf Platz 14 der Ligue 1, der Vorsprung auf die Abstiegsrelegation ist aber noch komfortabel (acht Punkte).

    Trotz dieser offensichtlichen Misere in Frankreich stellte sich Mintzlaff nach den jüngsten brisanten Berichten demonstrativ hinter Klopp. "Er investiert sehr viel, ist in permanentem Austausch mit unseren Trainern sowie Sportdirektoren und entwickelt unsere Red Bull Fußballphilosophie nachhaltig weiter. Wir sind davon überzeugt, dass er der richtige Mann für diesen Job ist. Darauf legen wir unseren gesamten Fokus und unsere Energie", sagte Mintzlaff.

  • Uli HoeneßGetty Images

    Klopp bei Real Madrid angeblich Wunschkandidat

    Andere Töne schlug indes Klopps langjähriger Vertrauter und Berater Marc Kosicke an und schürte damit die Gerüchte über einen möglichen RB-Abschied und Rückkehr auf den Trainerstuhl. Klopp müsse "vielleicht wieder die Kabine riechen. Laut der Schweizer Ausgabe von Sky Sport könne eine Rückkehr von Klopp als Trainer sogar "schneller als erwartet" kommen.

    Klopp selbst betonte immer wieder, dass er bei all seinen Trainerstationen stets Wert auf eine lange Zusammenarbeit gelegt habe. Und die bei Red Bull habe "gerade erst angefangen", merkte er an und verwies stets darauf, sich dem Stress des Spielkalenders vorerst nicht mehr aussetzen zu wollen und dies eine bewusste Entscheidung gewesen sei.

    Klopps Bekenntnisse ändern jedoch wenig daran, dass er immer wieder bei großen Klubs gehandelt wird. Allen voran beim Rekord-Champions-League-Sieger Real Madrid, der im Sommer wohl angesichts der wenig berauschenden Resultate von Alvaro Arbeloa einen neuen Übungsleiter sucht und wo er der Wunschkandidat des mächtigen Präsidenten Florentino Perez sein soll.

    Einer, der bereits mehrfach über ein zügiges Ende des Klopp-Engagements bei Red Bull geunkt hat, ist Bayern-Patron Uli Hoeneß. Er sagte noch wenige Tage vor dem ersten Bericht der Salzburger Nachrichten gegenüber der Bild: "Das ist für mich keine Rolle, die zu ihm passt. Jürgen Klopp muss auf dem Fußballplatz stehen, das ist keiner, der für Vorträge durch die Welt fliegt. Seine größte Stärke ist das Zwischenmenschliche, wie er die Spieler pushen kann. Aber wie willst du in Leipzig etwas pushen, wenn du schon wieder in Salzburg bist und dann nach Brasilien fliegst?"

Häufig gestellte Fragen

Jürgen Klopp wurde am 16. Juni 1967 in Stuttgart geboren.

Ja, Jahre bevor Jürgen Klopp als Trainer zur Legende wurde, war er selbst als Fußballer aktiv. Seine Laufbahn begann 1972 in der Jugend des SV Glatten.

Klopps Karriere im Herrenfußball begann 1986 beim TuS Ergenzingen. Bis zu seinem Karriereende im Jahr 2001 stand er unter anderem beim 1. FC Pforzheim, den Amateuren von Eintracht Frankfurt, Viktoria Sindlingen, Rot-Weiss Frankfurt sowie – am längsten – beim 1. FSV Mainz 05 unter Vertrag. Für die Mainzer spielte er von 1990 bis 2001.

Jürgen Klopp zählt zu den erfolgreichsten Trainern Deutschlands. Als Cheftrainer von Borussia Dortmund wurde er in den Spielzeiten 2010/11 und 2011/12 Deutscher Meister. Zudem gewann er 2011/12 den DFB-Pokal sowie 2013 und 2014 den DFL-Supercup (heute: Franz Beckenbauer Supercup). Mit dem FC Liverpool sicherte er sich 2019/20 die englische Meisterschaft und die FIFA Klub-Weltmeisterschaft. In seinem Trophäenschrank stehen außerdem zwei englische Ligapokale und ein FA Cup. Den Höhepunkt seiner Trainerkarriere markierte der Gewinn der UEFA Champions League mit Liverpool in der Saison 2018/19. Insgesamt kommt Klopp auf 13 Titel als Trainer.

Klopp hat die Champions League einmal in seiner Karriere gewonnen - 2018/19 mit dem FC Liverpool.

Im Laufe seiner Karriere hatte Klopp das Privileg, zahlreiche Superstars zu trainieren. Zu den bekanntesten zählen wohl Robert Lewandowski, Mats Hummels, Ilkay Gündogan, Mohamed Salah, Sadio Mane und Virgil van Dijk.

Laut mehreren Quellen (Forbes, IMDB) beläuft sich Klopps geschätztes Vermögen auf rund 50 Millionen Euro.

Jürgen Klopp ist Vater eines Sohnes namens Marc, der 1988 geboren wurde. Marc stammt aus Klopps erster Ehe und war selbst als Fußballer aktiv – unter anderem bei Borussia Dortmund II und Darmstadt 98.

Er ist seit 2005 mit Ulla Sandrock verheiratet. Zuvor war er mit Sabine Klopp liiert.

Für seine beiden äußerst erfolgreichen Spielzeiten mit dem FC Liverpool wurde Klopp 2019 und 2020 zum FIFA-Welttrainer des Jahres gekürt.

"Kloppo" ist der gebräuchlichste Spitzname des heutigen Global Head of Soccer bei Red Bull. Der Spitzname "The Normal One" wird deutlich seltener verwendet. Diesen Titel gab Klopp sich selbst bei seiner Vorstellung im Jahr 2015 beim FC Liverpool – als Anspielung auf Jose Mourinhos berühmtes "The Special One"-Interview –, um seine Bodenständigkeit und Authentizität zu unterstreichen.

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