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Von der Wackelabwehr zur Festung: Die Transformation der Defensive des FC Liverpool
Getty ImagesDamals Wackel-Verteidigung, heute wenigste Gegentore Europas
23 Gegentore hatte der FC Liverpool nach 20 Spieltagen 2017/18 kassiert, das bedeutete nur Platz sechs in England und Rang 39 in den Top-5-Ligen Europas. Abwehr und Torhüter wackelten, immer wieder stimmten die Abstände nicht. Das ist der in der laufenden Saison ganz anders. Liverpool hat sich zur Festung entwickelt, stellt mit nur acht Gegentoren die beste Abwehr in Europa.
Goal erklärt Gründe und präsentiert Zahlen zur beeindruckenden Transformation.
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Getty ImagesGrund eins: Scharnier zwischen Abwehr und Mittelfeld
Als einziges Team der Premier League kassierte Liverpool nicht einen Treffer von außerhalb des Strafraums. Dejan Lovren und Virgil van Dijk halten die Abstände im Verbund mit Fabinho, Georginio Wijnaldum und Co. gering, legen ein intensives Gegenpressing hin und variieren mit beeindruckender Sicherheit zwischen hohem Verteidigen und engmaschiger Tiefe.
Getty ImagesGrund zwei: Ein Hexer namens Alisson
Der Aufstieg des Alisson Becker an der Anfield Road lässt sich am deutlichsten an folgender Statistik aufzeigen: In der vergangenen Saison hatten die Reds nach 20 Spieltagen bei abgewehrten Schüssen mit 60,34 Prozent den drittschlechtesten Wert der Liga. Alisson kommt in der laufenden Spielzeit auf 84,91 Prozent - mit Abstand Platz eins in der englischen Beletage.
Alisson gewann zudem beim Herauslaufen jedes Mal (neun) den Ball, 2017/18 waren es nur 75 Prozent erfolgreiche Versuche. Ebenfalls beeindruckend: Nur ein Torhüter der europäischen Top-Ligen gewann bereits 17 Partien - und der trägt den Namen Alisson Becker.
Getty ImagesGrund drei: Klopps Gegenpressing
Geht der Ball verloren, heißt es für die Reds: Jagdzeit! Blitzartig werden Räume zugelaufen und Abstände verengt, um sofort wieder in Ballbesitz zu gelangen. 95-mal gewann Liverpool den Ball im Angriffsdrittel, der siebtbeste Wert Europas, der drittbeste auf der Insel.
GettyGrund vier: Alle fügen sich den taktischen Vorgaben
Auf Platz eins der Akteure mit den meisten Ballgewinnen im Angriffsdrittel würde man Spieler wie Troy Deeney erwarten, die sich aufreiben und in jeden Zweikampf werfen. Ein Blick in die Statistik aber zeigt: Ganz vorne steht mit 20 Eroberungen Mo Salah, der Künstler und Torjäger der Reds - keiner hat in Europas Top-Ligen mehr vorzuweisen.
Das zeigt: Alle, aber auch alle halten sich minutiös an Klopps Plan, gehen auch in der 89. Minute noch voll ins Pressing. Auch Sadio Mane (14), Roberto Firmino (13) und Xherdan Shaqiri (10) weisen beeindruckende Werte auf. Zum Vergleich: Leon Goretzka, Bayerns bester Eroberer im Angriffsdrittel, kommt auf elf Ballgewinne.

Grund fünf: Eine Festung namens Virgil van Dijk
Er kam im Januar 2018 für 78,8 Millionen Euro - und sofort wurde Liverpools Abwehr besser. Van Dijk wurde auf Anhieb Abwehrchef, initiiert das Aufbauspiel und räumt hinten konsequent auf. Er gewann in der laufenden Saison 114 Zweikämpfe, kommt auf eine Passquote von über 90 Prozent.
Wie wichtig er für den Erfolg der Reds ist, zeigt folgende Statistik: 2017 kassierte Liverpool ohne den Niederländer in 40 Spielen 45 Gegentore, 2018 mit ihm in 37 Spielen nur 22. Beeindruckend!
GettyGrund sechs: Vermeidung von direkten Duellen
Ein ums andere Mal mussten Dejan Lovren oder Joel Matip in der vergangene Saison in direkte Laufduelle - und zogen nicht selten den Kürzeren. Klopp hat durch taktische Anpassungen kräftig nachjustiert: Liverpool gewann die zweitwenigsten Zweikämpfe der ganzen Liga. Einfach aus dem Grund, dass deutlich weniger geführt werden.
Ein weitere Indiz: 165-mal mussten van Dijk und Co. per Kopf klären - über 20-mal weniger als 2017/18 nach 20 Spieltagen. Der Grund: Durch verbesserte Kollektivarbeit werden weniger Flanken zugelassen. Noch deutlicher ist der Unterschied bei gewonnenen Tacklings: 2017/18 waren es nach 20 Spieltagen bereits 244, 2018/19 stehen die Reds bei 192.
GettyGrund sieben: Überwundene fußballerische Pubertät der Außenverteidiger
Andrew Robertson und Trent Alexander-Arnold sind ohne Frage hochveranlagte Fußballer, die Jürgen Klopp entdeckte und nun aufbaut. Und genau dieser Umstand führt dazu, dass beide reifer auftreten, ihre Vorstöße mit mehr Bedacht wählen, ihr Stellungsspiel verbessert haben.
Robertson, noch vor eineinhalb Jahren bei Hull City, lernt schnell, minimiert Fehler und wird zudem immer mutiger in seinem Spiel, was fünf Pflichtspiel-Assists beweisen. Alexander-Arnold, im Oktober erst 20 Jahre alt geworden, steht bereits bei vier Scorerpunkten und schlug zudem 21 erfolgreiche Flanken. Nur vier EPL-Spieler haben mehr, darunter drei, die auch Ecken schlagen.
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