KompanyGetty Images

Vincent Kompany sieht sich bestätigt: Beim FC Bayern zeigt sich trotz des Bundesliga-Rekords eine große Gefahr

Der FC Bayern hatte mit 57 Punkten, einer Tordifferenz von +53 und einem Vorsprung von elf Punkten auf den ersten "Verfolger" Borussia Dortmund gerade die beste Hinrunde der Bundesligageschichte abgeschlossen, da erinnerte Trainer Vincent Kompany an die Debatten aus dem vergangenen Sommer.

  • "Unser Kader war am Anfang der Saison sehr oft ein Thema von den Leuten draußen", sagte Kompany im Interview mit DAZN. Die ziemlich einhellige Meinung von "den Leuten draußen" lautete: Der Kader ist zu klein! 

    Tatsächlich gaben die Münchner im vergangenen Sommer mehr gestandene Spieler ab, als sie verpflichteten. Tatsächlich haben sie quantitativ ein kleineres Aufgebot als die meisten anderen internationalen Topklubs. In der bisherigen Saison haben sie aber vor allem den wohl homogensten Kader überhaupt. Das zeigte sich bei diesem 3:1-Sieg beim 1. FC Köln an einem kalten Mittwochabend im Januar einmal mehr ganz wunderbar.

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  • Serge GnabryGetty

    FC Bayern: Vier Rollenspieler sind gegen Köln entscheidend

    Gleich sechs Spieler fielen aus: Jamal Musiala und Joshua Kimmich arbeiten noch an ihren Comebacks, Nicolas Jackson steht mit Senegal im Finale des Afrika-Cups, Sacha Boey und Alphonso Davies sind krank und Josip Stanisic verletzte sich beim Rückrundenauftakt gegen den VfL Wolfsburg. 

    Für Stanisic rückte gegen Köln Ito in die Startelf. Trotz der beträchtlichen Ausfallliste rotierte Kompany zudem auf drei weiteren Positionen: Min-Jae Kim, Leon Goretzka und Serge Gnabry durften beginnen. Und ausgerechnet die vier Neuen hatten entscheidenden Anteil am Sieg. 

    Nach dem überraschenden Rückstand traf zunächst Gnabry traumhaft zum Ausgleich, Goretzka hatte das Tor mit eingeleitet. Zum Spieler des Spiels avancierte aber Kim: Beim Stand von 1:1 klärte der Innenverteidiger erst in überragender Manier gegen den durchgebrochenen Jakub Kaminski, dann markierte er per Kopf das 2:1 - nach Vorarbeit von Ito. Alle vier empfahlen sich für einen Verbleib in der Startelf, und Lennart Karl für eine Rückkehr in eben jene. Der 17-Jährige erzielte nach seiner Einwechslung das abschließende 3:1.

  • Freund EberlIMAGO / Sven Simon

    FC Bayern: Der Plan von Eberl und Freund geht auf

    Kompany hat aus seinem eher kleinen Aufgebot eine Einheit geformt, in der sich jeder wichtig fühlt, jeder gebraucht wird und jeder abliefert. 20 gestandene Spieler kamen in der bisherigen Saison regelmäßig zum Einsatz, mit Davies und Musiala sollten demnächst zwei weitere in diesen Kreis stoßen. Klassische Dauerreservisten und somit potentielle Störenfriede gibt es keine. Der restliche Kader ist mit jungen Talenten aufgefüllt, die sich bei hohen Führungen über jede noch so kurze Einsatzchance freuen - wie gegen Wolfsburg. 

    Bis dato sind die Überlegungen der Führungsriege um Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund perfekt aufgegangen. "Wir sind ruhig geblieben", erinnerte sich Kompany an den Sommer. "Ich habe immer Vertrauen gehabt in die Jungs, die wir haben. Wir haben nicht zu viel gemacht, aber Max und Christoph haben die richtigen Entscheidungen getroffen. Unsere Kader-Balance passt für das, was wir erreichen wollen. Es ist nicht einfach, so einen Kader zusammenzubringen."

  • 1. FC Köln v FC Bayern München - BundesligaGetty Images Sport

    FC Bayern umtreibt nur eine Sorge

    Gelegen kam Kompany bisher selbstredend, dass sich einerseits Karl rasant zu einem vollwertigen Kadermitglied entwickelte und dass andererseits zwar immer ein paar, aber nie ganz viele Spieler gleichzeitig ausfielen. Sofern sich irgendwann doch noch ein größeres Lazarett bildet, könnte sich die allgemeine Meinung über die Kadergröße schnell wieder drehen. 

    Diese Sorge schwingt in der Konstellation dieser Saison stets mit. Aktuell ist es bis zu einem gröberen Problem tatsächlich nicht mehr allzu weit: Nach den sechs Ausfällen saßen in Köln nur vier gestandene Feldspieler auf der Bank. Entsprechend groß war die Sorge, als Harry Kane, Hiroki Ito und Konrad Laimer auf dem Platz jeweils behandelt werden mussten. Kane und Ito konnten weiterspielen, Laimer humpelte nach einem Schlag auf die Wade in der Nachspielzeit vom Feld und soll am Donnerstag "sofort in den Scanner", wie Kompany es formulierte. 

    Nach den Eindrücken vom Sieg gegen Köln darf sich vor dem Topspiel gegen RB Leipzig am kommenden Samstag jeder fitte Kaderspieler berechtigte Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen. Und wer gegen Leipzig nicht dran kommt, wird jedenfalls bald danach wieder gefragt sein. Die Münchner befinden sich schließlich inmitten einer Serie von sieben Spielen innerhalb von 21 Tagen.

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