Werner SiebertIMAGO / MIS

Verweigerter Handschlag und heftige Schiedsrichter-Schelte: Ole Werner nach Pleite gegen den FC Bayern stinksauer auf Daniel Siebert

Sowohl Trainer Ole Werner als auch Kapitän David Raum von RB Leipzig haben sich nach der 0:2-Niederlage im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern über die Leistung von Schiedsrichter Daniel Siebert echauffiert. 

Stein des Anstoßes war vor allem ein vom Unparteiischen nicht geahndetes, aber klares Foulspiel von Josip Stanisic an Antonio Nusa an der Strafraumkante in der 27. Minute. Besonders RB-Coach Werner wurde nach dem Spiel deutlich gegenüber Siebert - sowohl wegen der Entscheidung als auch wegen dessen Umgang mit der Situation. Raum offenbarte zudem einen brisanten VAR-Dialog.

  • Ole Werner nach Pleite gegen den FC Bayern bedient: "Kein Viertelfinal-Niveau"

    "Als allererstes ist es für mich Wahnsinn, dass er gar keinen Tatort gesehen hat. Das ist ein klares Foul", wütete Werner bei Sky: "Wenn es kein Elfmeter sein soll, dann ist es zumindest ein Freistoß, der bei unseren Schützen [Raum, Anm. d. Red.] zumindest eine 50-prozentige Torchance. Und der Kontakt ist eher im Strafraum als außerhalb." Bereits unmittelbar nach der Szene hatte er an der Seitenlinie getobt und dafür die Gelbe Karte gesehen. 

    Werner war fassungslos darüber, wie man das tatsächlich recht klar zu erkennende Foulspiel, das allerdings mutmaßlich knapp außerhalb des Strafraums erfolgt war, übersehen habe können. "Wenn man das zu viert nicht als Foul sehen kann, dann ist das auch kein Viertelfinal-Niveau, tut mir leid", sagte der 37-Jährige.

    Zudem erklärte er, Siebert habe ihm nach dem Spiel sogar den Handschlag verweigert. "Ich bin zum Schiedsrichter hin, der hat mein Angebot des Handschlags komplett ignoriert. Ich weiß nicht, was ich ihm getan habe, vielleicht hat er es auch nicht mitbekommen, weil er mit anderen Leuten im Gespräch war. Aber auf jeden Fall hatten wir Blickkontakt und er hat es vorgezogen, mir heute nicht die Hand zu geben, warum auch immer."

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    Brisanter VAR-Dialog enthüllt: "Kein Foul und außerhalb"

    Werners Kapitän betonte hingegen, er habe sich auf dem Platz "eigentlich" und "ausnahmsweise" sogar recht gut mit dem Schiedsrichter verstanden und wollte deshalb "kein schlechtes Wort über ihn verlieren". Dennoch äußerte er ebenfalls seinen Unmut über die Fehlentscheidung - und offenbarte einen kuriosen VAR-Dialog zwischen Siebert und Videoassistent-Referee Benjamin Cortus.

    "Ich bin zum Schiri hin, danach hat er gesagt, dass ihm durchgesagt wurde, dass es kein Foul ist und außerhalb war. Er meinte, der Keller hat zu ihm gesagt, es ist außerhalb und außerdem auch kein Foul." Raum kommentierte: "Außerhalb gebe ich ihm, aber wenn das kein Foul ist...".

    Ganz allein stand VAR Cortus jedoch nicht mit seiner Sicht der Dinge. Zumindest Bayern-Präsident Herbert Hainer wollte ebenfalls nicht zwingend ein Foulspiel gesehen haben. "Ich bin nicht der Überzeugung, dass man das pfeifen muss."

    Gänzlich anders urteilte Sky-Experte Lothar Matthäus über die Szene. Er stimmte Raum zu und betonte ebenfalls, dass ein klares, auf den ersten Blick erkennbares und obendrein gelbwürdiges Foulspiel vorgelegen habe. Da der Kontakt allerdings knapp vor dem Strafraum erfolgte, hätte der VAR auch bei einem Erkennen des Vergehens nicht eingreifen dürfen.

    Der Linksverteidiger blieb im Gegensatz zu seinem Trainer vergleichsweise gelassen, betonte jedoch: "Es war in den letzten Wochen mit dem VAR ein bisschen ungünstig, deswegen sage ich jetzt einfach nichts mehr. Ich wäre auch nicht gerne Schiedsrichter, und schon gar nicht Linienrichter."

    Der RB-Kapitän war zuletzt bei der 1:2-Niederlage gegen St. Pauli in der Nachspielzeit unglücklich weggerutscht und hatte einen Strafstoß verursacht. In Anspielung darauf sagte Raum: "Wenn das kein Foul ist, sorry, dann ist mein Wegrutschen gegen St. Pauli auch kein Foul."

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