Kompany GoretzkaIMAGO / Lackovic

Überraschender Abgang von Leon Goretzka beim FC Bayern? Vincent Kompany verweist auf "die da oben"

Vincent Kompany hat mit einem lockeren Spruch auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel des FC Bayern in der Champions League bei der PSV Eindhoven etwas Lockerheit in eine durchaus brisante Thematik beim deutschen Rekordmeister gebracht - nämlich der kurzfristigen Zukunft von Leon Goretzka. Und die Gemengelage ist offenbar durchaus kompliziert.

  • Goretzka-Abschied? "Diese Entscheidungen werden nicht nur vom Cheftrainer getroffen"

    "Diese Entscheidungen werden nicht nur vom Cheftrainer getroffen", stellte Kompany klar. Bei jeder Personalie gebe es Gespräche mit Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund erzählte Kompany und ergänzte mit Blick auf die anderen Bosse im Vorstand sowie Aufsichtsrat mit einem Schmunzeln: "Und dann noch die da oben."

    Anschließend lachte er noch auf. Wohl auch, weil allen grinsenden Anwesenden bewusst war, dass er damit auf den mächtigen Aufsichtsrat um Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge anspielte. 

    Reibereien in der obersten Etage zwischen der sportlichen Führung und besonders Eberl auf der einen und dem Kontrollgremium rund um die Klub-Granden auf der anderen Seite hatte es im vergangenen Sommer durchaus zuhauf mit Blick auf Kader- und Budgetplanungen gegeben. 

    Kompany verwies anschließend mit einer Geste auf den leeren Stuhl an seiner Seite, auf dem für gewöhnlich Eberl oder Freund bei Pressekonferenzen neben ihm Platz nehmen, und entschuldigte sich fast schon dafür, bei der Zukunftsfrage nach Goretzka "nicht viel weiterhelfen" zu können. Er selbst habe "in den letzten 48 Stunden nur über PSV gesprochen".

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  • Goretzka widerlegte Kritiker und Zweifler beim FC Bayern schon mehrfach

    Ausgerechnet am Abreisetag nach Eindhoven hatte die Causa um die Zukunft von Goretzka beim FC Bayern eine neue Dynamik erhalten. Schon mehrfach galt der deutsche Nationalspieler mit Blick auf seinen im Sommer auslaufenden Vertrag, der Konkurrenzsituation im Mittelfeld und der Tatsache, dass er nicht ideal zum Spielstil von Kompany passt, als Verkaufskandidat. 

    Nachdem er seinen Kritikern und Zweiflern mehrfach das Gegenteil bewies und auch aufgrund einiger Verletzungsprobleme seiner Teamkollegen immer wieder eine sehr gewichtige Rolle beim deutschen Rekordmeister unter Kompany spielte, könnte sich nun aber doch ein spektakulärer und verfühter Abgang anbahnen.

    Denn am Dienstag wurden tauchten Bilder von Mateu Alemany, Sportdirektor von Atletico Madrid, auf, die ihn am Flughafen in Madrid zeigen, als er gerade für einen Flug nach München eincheckt.

    Nach Informationen der Bild sind die Rojiblancos an Goretzka interessiert und könnten nun in Person von Alemany vor Ort Ernst machen. Zuletzt wurde der 30-Jährige auch mit einem Wechsel zur AC Mailand oder SSC Neapel in Verbindung gebracht, doch inzwischen soll Atletico der Favorit sein. 

  • FC Bayern München Press Conference And Training Session - UEFA Champions League 2023/24Getty Images Sport

    Goretzka-Transfer: FC Bayern fordert wohl nur niedrige zweistellige Millionensumme

    In Madrid sucht Trainer Diego Simeone nach einem Ersatz für Mittelfeldmann Conor Gallagher, der vor Kurzem für 40 Millionen Euro an Tottenham Hotspur verkauft wurde. Mit diesem Geld wäre der Transfer für Atletico locker zu stemmen.

    Die Münchner Klub-Bosse sollen dem Bild-Bericht zufolge offen für einen sofortigen Abgang des deutschen Nationalspielers sein und hinsichtlich seines auslaufenden Arbeitspapiers nur noch eine niedrige zweistellige Millionensumme fordern. Somit könnte der Rekordmeister zumindest die Hälfte von Goretzkas üppigem Jahresgehalt noch einsparen (kolportierte 14 Millionen Euro pro Jahr).

    Es fehle noch die Zustimmung von Kompany, damit der Deal auf die Zielgerade gebracht werden kann. Zumindest das dementierte der Belgier aber indirekt mit seinen Aussagen auf der PK am Dienstagabend.

  • Goretzka KompanyIMAGO / Eibner

    Goretzka will den FC Bayern wohl spätestens im Sommer tatsächlich verlassen

    Fraglich ist durchaus, ob Kompany in der entscheidenden Saisonphase auf einen Vielspieler verzichten kann. Zumindest in der Bundesliga kam Goretzka in 18 von 19 möglichen Spielen zum Einsatz, 14-mal erhielt er sogar das Startelfmandat neben Joshua Kimmich. In der Champions League läuft dort indes Aleksandar Pavlovic auf, wodurch sich Goretzkas Einsatzzeiten in der Königsklasse auf ein Minimum senkten. In sechs Spielen absolvierte er gerade einmal 61 Minuten.

    Auch diese Tatsache hat wohl dazu geführt, dass Goretzka laut Sky nun tatsächlich für ein neues Kapitel im Sommer bereit sei. Atletico-Boss Alemany habe sich demnach am Dienstag tatsächlich mit Goretzkas Beratern getroffen, aber noch keine Verhandlungen mit dem Rekordmeister geführt. Neben einem sofortigen Wechsel sei auch ein ablösefreier Abschied gen Madrid im kommenden Sommer möglich.

    Goretzka selbst gab sich vor wenigen Wochen noch locker mit Blick auf seine offene Zukunft. "Erstmal ist die Situation ja so, dass mein Vertrag ausläuft. Alles Weitere wird man dann sehen", sagte er bei RTL: "Ich bin da tiefenentspannt. Ich glaube, ich bin in der Prime meiner Karriere von meinem Alter her und fühle mich topfit. Dementsprechend bin ich da ganz entspannt."

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