Der Wechsel von Offensivspieler Cole Campbell von Borussia Dortmund zum Bundesligakonkurrenten TSG Hoffenheim ist perfekt.
GettyTräumt er noch von der WM? BVB verleiht einen Offensivspieler innerhalb der Bundesliga
BVB-Boss über Cole Campbell: "Viel Potenzial, das er zuletzt nicht zeigen konnte"
Wie beide Vereine am Montagvormittag bestätigten, verleiht der BVB Campbell bis Saisonende an die Kraichgauer. Im Sommer hat Hoffenheim dann eine Kaufoption für den 19-Jährigen, die Medienberichten zufolge bei zehn bis zwölf Millionen Euro liegen soll. Für die Leihe überweist die TSG dem Vernehmen nach eine Gebühr in Höhe von 1,5 Millionen Euro nach Dortmund.
"Cole ist ein junger Spieler mit viel Potenzial, das er aber aus verschiedenen Gründen zuletzt nicht zeigen konnte", erklärte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl die Entscheidung, Campbell ziehen zu lassen. "Er hat hohe Erwartungen an sich selbst und war mit seiner aktuellen Rolle unzufrieden. Auch deshalb haben wir dieser Leihe zugestimmt und glauben, dass er in der Rückrunde bei der TSG auf mehr Spielzeit kommt als zuletzt bei uns."
Getty ImagesCole Campbell hätte den BVB schon vergangenen Sommer beinahe verlassen
Campbell war 2022 vom isländischen Verein Breidablik in den Nachwuchs des BVB gewechselt. Zwei Jahre später rückte der US-Amerikaner bei den Westfalen in den Profikader auf, dort ging ihm seine Spielzeitentwicklung allerdings nicht schnell genug.
Schon im vergangenen Sommer stand daher ein Wechsel im Raum, mit dem VfB Stuttgart bestand wohl sogar schon eine Einigung. Letztlich ließ der BVB das Offensivtalent dann aber doch nicht ziehen, Trainer Niko Kovac gab Campbell in der ersten Hälfte der laufenden Saison allerdings keine echte Chance. Campbell kam auf lediglich 16 Einsatzminuten für Dortmunds erste Mannschaft und schrieb Mitte Dezember Negativschlagzeilen, als er für das Bundesligaspiel beim SC Freiburg (1:1) ebenso wie Julien Duranville aus disziplinarischen Gründen nicht im Kader stand. Bei Campbell sollen allen voran lustlose Trainingsleistungen in den Wochen zuvor der Grund dafür gewesen sein.
Angeblich soll der Youngster auch wegen falscher Versprechungen von Vereinsseite zunehmend frustriert gewesen sein. So hätten ihm die Dortmunder Verantwortlichen bei Unterzeichnung seines Profivertrags im Sommer 2024 signalisiert, künftig auf ihn setzen zu wollen und ihm zudem eine wichtige Rolle bei der Klub-WM 2025 in seinem Heimatland USA in Aussicht gestellt. Dazu kam es jedoch nicht: Zwar stand Campbell bei der Klub-WM im Kader des BVB, spielte jedoch keine einzige Minute.
Insgesamt hat der gebürtige Texaner, dessen Vertrag in Dortmund noch bis 2028 läuft, bisher lediglich sieben Pflichtspiele für den BVB absolviert.
Cole Campbell könnte die WM bei Wechsel nach Hoffenheim noch im Hinterkopf haben
Stattdessen will sich Campbell nun also über Hoffenheim im Profifußball etablieren. "Cole ist ein sehr talentierter Flügelspieler mit großem Entwicklungspotenzial, den wir schon seit einiger Zeit intensiv beobachten", freute sich Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker über den Neuzugang. "Er verfügt über ein hohes Tempo und ausgeprägte Eins-gegen-eins-Qualitäten. Auf den offensiven Außenbahnen ist er variabel einsetzbar. Wir sind überzeugt, dass er unserer Mannschaft zusätzliche Impulse geben kann."
Campbell war am Sonntag aus dem Dortmunder Trainingslager in Marbella abgereist und zog von dort aus direkt weiter nach Girona, wo sich Hoffenheim aktuell auf die zweite Saisonhälfte vorbereitet. Laut Sky sollen neben Hoffenheim auch die dänischen Topklubs Bröndby und Midtjylland sowie Zweitligist SV Elversberg um Campbell gebuhlt haben.
Bei seinem Abschied aus Dortmund, verbunden mit der Hoffnung auf mehr Spielzeit, könnte Campbell die WM im kommenden Sommer zumindest noch im Hinterkopf haben. Schließlich wäre es ein Traum, beim Heimturnier für die USA aufzulaufen. Bis dato hat er allerdings noch kein A-Länderspiel absolviert.



